Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
967-968
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967 kalfatern

Kalmäuser 968

Dialoge 24, 30 Calefactor, bei Luther Haus- postill 401 2 Calfactor, 1572 bei Fischart Pract. Großm. 9 Kolfactor), aus mlat. calefactor m. (Warmmacher) als Wort der Kanazlei- und Schulsprache. 43L. kalfäktern, v.: an- bringen; den Pudel machen.

kalfätern, v.: ein Schiff ausbessern, es wasserfest machen. 1716 bei Ludwig cale- fatern, aber 1709 bei Hübner Calfaterung. Niederdeutsch. Ndl. kalefateren, kalfateren, von franz. calafater, calfeutrer, span. cala- fatear, ital. calafatare, vielleicht aus arab. qãlafa, gällafa cein Schiff verkitten.

Kali, n.(-s): ein Salz. Erst im 19. Jh. abstrahiert aus Alkali(s. d.).

Kaliber, n.(-s, Pl. wie Sg.): Durch- messer des Geschützrohrs; Kugelmaß nach Größe und Schwere; Art, Schlag. In erster Bed. 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 108 Caliber m. Aus franz.-prov.-span. calibre, ital. calibro m.«innrer Durchmesser einer (Geschütz-) Röhres, neben veraltetem span. calibo m., von arab. qãlab«Form, Leisten.

Kalif, m.(en, Pl.-en): Nachfolger(und Stellvertreter) Mohammeds. Mhd. kalif m., aus arab. chalsfa«Nachfolger», als Titel des unmittelbaren Nachfolgers Muhammeds Abu- bekr, von chälafa«nachfolgen'.

Käliko, m.(-S, Pl.-s): Baumwollen- gewebe. 1773 bei Amaranthes Culicon. Aus engl. calico, franz. calicot m., benannt nach der ostindischen Stadt Calicut an der Mala- barküste, woher der Zeugstoff zuerst kam.

Kalk, m.(-es, Pl.-e): Stein aus Calcium- oxyd, der gebrannt wird und mit Wasser begossen zerfällt; die so zerfallne Masse. Mhd. kalc, ahd. calc, chalc und mit regel- rechter Verschiebung des zweiten c chalch, chalh m.(daher noch md. und oberd. Kalch, auch bei Goethe Br. 4, 125, 126); dazu and. calc, ndl. kallc, ags. cealc m.(engl. chalk «Kreides). Aus lat. calæ f.(Gen. calcis), das zu gr. XdkiE m. f.(Gen. xX⁴ εꝓαc)«Kalk- stein gehört. 4 BL. kalken, v.: mit Kalk bearbeiten oder bestreichen, mhd. kelken, kelchen, ahd. im Part. Prät. gichalct, gichalht; dazu anord. kalka. kalkicht, kalkig, adj., 1562 bei Mathesius Sarepta 492 kalchicht, 1691 bei Stieler Kalkicht, 1741 bei Frisch Kalkig. ZUS. Kalkofen, m., ahd. chalhovan, mhd. Kkalcoven. Kalkspat, m.(-es, Pl.-e): kohlensaurer Kalk, 1775 bei Adelung.

Kalkül, m.(-S, Pl.-e): Berechnung. Im 18. Jh.(Schiller Wallenst. Tod 4, 8), von lat.

calculus m.«Steinchen, Rechensteinchen». 1727 bei Hübner(aus der Kaufmannssprache) cal- culus. Dazu kalkulieren, v.: berechnen, aus lat. calculdre«ausrechnen?, eig. mit Rechen- steinchen, franz. calculer; bei H. Sachs Fastn. 41, 188 calculirn.

Kalle, f.: Liebste(verächtlich), im 19. Jh. aus dem Judendeutsch, von hebr. kalläh «Braut, Geliebten.

Kalligräph, m.(-en, Pl.-en): Schön- schreiber. Im 18. Jh. Calligraph, aus gr. νTpdqoc«schön schreibend, von kc³oc n. «Schönheit) und †doerv«schreiben». Dazu Kalligraphie, f.: Schönschreibekunst, im 18. Jh. Calligraphie, aus gr.«oMr†opia f. cdas Schönschreiben, schöne Schrifta, kalli- gräphisch, adj.: schön geschrieben.

Kalm, m.(bei Stieler 1691;-es, Pl.-e), und auch f.(bei Schottel 1663; Pl.-en, Reisbuch des heil. Lands 1, 355 vom J. 1562 Calmen): Windstille zur See, Meeresstille; Pl. die Kalmen, Gegend der Windstille am Aquator. Ein nd. Schifferausdruck, dafür ndl. almte f. Aus franz. calme f.«Windstille, Ruhe⸗, ital.- span.-port. calma f.«Wind-, Meeresstillen, wie sie bei großer Hitze einzutreten pflegt: wohl von gr. kabua n. Hitze.

Kalmank, m.(-s, Pl.-e): ein mehr ge- streiftes als geblümtes Wollenzeug. 1715 bei Amaranthes Calamank. Aus engl. calamanco, span. calamaco, franz. calmande, calemande, ndl. Kalamink, kalmink. Unbekannter Herkunft. 4BL. kalmanken, adj., bei Voß Id. 16, 12.

Kalmäuser, m.(-s, Pl. wie Sg.): einsam in Nachdenken und Grillenfang für sich Lebender, Kopfhänger(1691 bei Stieler Kal- meuser); Geizhals(1734 bei Steinbach Kahl- mãuser, noch bayr. Kalmauser). Urspr. armer Schulmeister(1571 bei Rot und 1583 bei Mathesius Luther 136 b Calmeuser), dann Schulfuchs, Pedant(1664 bei Duez). Unbe- kannter Herkunft. Nach H. Schröder Streck- formen 145, wo weitre Literatur, wäre das Verb kalmausern, kalmüsern, auch klamüsern, 2z. B. ndd. tklamäsern Streckform zu ndd. klüsern«grübeln). Aber mögxlicherweise ein Ausdruck der Studentensprache. Man könnte ein calmusarius von lat. calmus m. cHalmy voraussetzen. 4L. Kalmäuserei, f.: Kopfhängerei, Grillenfängerei(Lessing 12, 401); Geiz(1734 bei Steinbach). Urspr. Stand und Wesen eines armen Schulmeisters, bei Rot 1571(Calmeuserei, armethey/ und fretteren!), dann Schulfuchserei, Pedanterie