Inbegriff
Inbegriff, m.(-s, Pl.-e): die Gesamt- neit aller in einem Umkreis eingeschlossenen Dinge, sowie der unter einen Begriff gehörigen Einzelheiten. 1721 bei Günther 444 Inbegriff, 1734 bei Steinbach Innbegrieff.
Inbrunst, f.(chne Pl.): inniges, heißes Gefühl. Im 15. Jh. inbrunst f., 1512 bei Keisers- berg Bilgersch. 7 b gnbrunst m., zunächst cin- nere körperliche Gluts, dann«brennendes(hef- tiges) Verlangen». Davon inbrünstig, adj., spätmhd. inbrünstec.
Inbürger, m.: Bürger am Wohnort, Gegen- satz von Ausbürger(s. d.). 1741 bei Frisch.
indem, 1) adv.: während dieser Zeit; da auf einmal(Thümmel Reise 9, 285). In der 1. Bed. 1535 im Aimon D 1 indem, bis ins 17. Jahrh. unverbunden in dem geschrieben. 2) konj.: zu der Zeit daß; aus dem Grunde daß. Temporal bei Luther Matth. 13, 4 in dem, dafür 1512 bei Keisersberg Bilgersch. 5c in dem s0; kausal, bei Keisersberg Bilg. 6 b in dem, 62 in dem so. Am frühesten im 15. Jh. in dem, daß in dem Punkte oder Umstande, daß»(Nürnb. Pol.-Ordn. 84). Dafür ahd. indiu «in dem, darin daß, während»(diu der In- strumentalis des Demonstrativpronomens), im 12. Jh. erloschen.
Indemnität, f.: nachträgliche Genehmi- gung, Lossprechung von der Verantwortlich- keit. Im 19. Jh. aus engl. indemmityf, das über franz. indemnité dem lat. indemnitas f.«Schad- loshaltung» entstammt. 1866 Schlagwort. Vgl. Ladendorf.
indes, indessen, adv. und dann konj.: in(während) der Zeit; jedoch(18. Jh.). Mhd. in der 1. Bed. das Adv. indes, unverkürzt innen des, inne des, ahd. innan des, innin des, inni des(s. innen). Als temporale Kon- junktion 1575 bei Fischart Garg. 413 inn des. Die verlängerte Form indessen seit dem 17.Jh. (1678 bei Krämer), s. dessen.
Index, m.(-els, Pl. Indexe u. Indices): Anzeiger, Register, Verzeichnis insbes. der verbotenen Bücher. Im 18. Jh. aus gleichbed. lat. indeæ m.
Indian, m.(-s und-en, Pl.-en): Trut- hahn. Bei Blumauer Aen. 1, 141, dafür 1664 bei Duez Indianischer Hann. Indianer, m. (N, Pl. wie Sg.), nach einem neulat. Adj. Indiãnus, eig. die Bewohner Indiens bezeich- nend, 1700 bei Gleditsch. Indien nannte man aber auch Amerika, so noch heute West- indien, weil Columbus die Ostküste Indiens entdeckt zu haben glaubte. Erst im 19. Jh.
indogermanisch 922
ist die Unterscheidung zwischen Indidner für die einheimische Bevölkerung Amerikas und Indier für die Ostindiens durchgedrungen. Ebenso steht es mit indianisch und indisch.
indifférent, adj.: einerlei, gleichgültig; unteilnehmend. 1703 im Zeit.-Lex., aus lat. indifferens(Gen. indifferentis), franz. indiffé- rent. Vgl. Differenz.
Indigo, m.(-s, Pl.-s), früher auch Indlig, m.(-s, Pl.-e): das indische Blau. Mhd. in- dich m. und endit f., im 16. und 17. Jh. auch Endich, Endig(Simpliciss. 57), 1678 bei Krämer Indig, 1712 bei Hübner Indigo. Uber franz. indigo aus span. indigo m., von lat. indicum «das indischen, weil urspr. aus Ostindien kommend.
Indikativ, m.(-‧I, Pl.-e): die bestimmte Redeweise, eig. wie 1663 bei Schottel 558 die Anzeigeiweise. Aus lat. modus indicativus, von indlicãre«anzeigen, aussagen.
indirekt, adj.: nicht geradezu, mittelbar. 1716 bei Ludwig. Aus gleichbed. lat. indir ectuss. S. dir elt.
indiskret, adj.: nicht verschwiegen. Aus gleichbed. franz. indiscret, und dies aus lat. indiscrétus cununterschieden», zgs. aus in uny und discrétus, s. diskret.
Individuum, n.(-s, Pl. Individuen): Einzelwesen. Bei Thomasius Einl. 83 und 1712 pei Hübner. Das substantiv. Neutr. des lat. Adj. indzviduus«unteilbar, ungeteilty. Dazu individuéll, adj.: dem Einzelwesen eigen- tümlich, bei Lessing 5, 384, nach franz. in- dividuel, bei Schiller und Herder individual. Individualität, f.: die dem Einzelwesen an- geborne Besonderheit, bei Goethe Briefe 2, 105.
indogermanisch, adj., gemeinsame Be- zeichnung folgender miteinander verwandter Sprachen: des Indoiranischen, des Armeni- schen, Griechischen, Albanesischen, der itali- schen u. romanischen, keltischen, germanischen u. baltisch-slawischen Sprachen,(zu denen sich noch die Sprachreste der alten Skythen, Phry- ger, Thraker, Mazedonier, Veneter und Mes- sapier gesellen), so genannt, weil eine ger- manische Sprache(das Isländische) und die Sprachen Indiens die beiden äußersten Grenz- punkte des verwandten Sprachgebiets bilden. Zuerst 1823 in Klaproths Asia polyglotta nach- weisbar, dafür bei den englischen und fran- zösischen Gelehrten indoeur'opäisch, in volks- tümlichen Schriften arisch, obwohl letzteres nur als die gemeinsame Bezeichnung der mit- einander enger verwandten indischen und ira-


