923 Indossament
nischen Sprachzweige berechtigt(aind. ãrja-, awest. ai⁵a-«Ariery) und ihre Zusammen- stellung mit dem alten Namen Irlands Erin, Erenn unwahrscheinlich ist. Vgl. G. Meyer Idg. Forsch. 2, 125.
Indossamént, Indossemént, n.(-Iels,
Pl.-e): Ubertragung eines Wechsels durch einen Begebungs-, Obertragungsvermerk. 1791 bei Roth. indossieren, v.: einen Wechsel (durch eine Erklärung auf dessen Rückseite, ital. in dosso cauf dem Rücken» an einen andern übertragen. 1710 bei Nehring.
Indült, m.(-s, Pl.-e): Nachsicht; Zah- lungsfrist(1714 bei Wächtler). In der 1. Bed.
1446 bei Janssen Frankf. Reichscorr. 2, 93 indult f. Aus spätlat. indultus m. Verwil- ligungy, von indulgére«Nachsicht haben».
Industrie, f.(Pl.-n): Betriebsamkeit; Gewerbfleiß, das Gewerbe. 1766 bei Lessing Laokoon 36 in der 1. Bed., bei Campe Be- reicherung in der Bed.«Kunstfleißy, 1778 bei Hermes Soph. 4, 306 Kunst und Indüstrie. Aus franz. indastrie, von lat. industria f. «Betriebsamkeit. 4BL. industriéll, adj. und subst. der Industrielle, Industria- lismus, f., von Saint-Simon gebildet und um 1830 in Deutschland auftauchend. Vgl. Ladendorf.
infäm, adj.: anrüchig, verrufen, schänd- lich. 1691 bei Stieler, aus gleichbed. lat. infãämis. Infamie, f.: Ehrverletzung, Ehr- losigkeit, Niederträchtigkeit, 1571 bei Rot Iufami, aus lat. infäãmia, franz. infamie f.
Infänt, m.(en, Pl.-en): königlicher Prinz von Spanien. Bei Fischart Garg. 168 Infant, Ende des 15. Jh. bei Ehingen 25 iffant, aus gleichbed. span. infante m., von lat. infans ckleines Kind». Davon Infäntin, f.: könig- liche Prinzessin von Spanien, 1595 im Amadis 24, 344 f., span. infanta f.
Infanterie, f.(Pl.-n): Fußvolk. 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 139 Infanteria neben Enfanterie, bei Henisch Fanterie, 1617 im t. Michel 13 Infanteresy. Über gleichbed. franz. infanterie, ital. infanteria und fanteria aus span. infanteria f., von span. infantes Pl. «Edelknaben, Soldaten zu Fußo, ital. infante m.
Kind, fante m.«Knabe, Knecht, Fußknecht,
Fufssoldaty, lat. Infans«kleines Kind». Davon Infanterist, m.(-en, Pl.-en): Soldat zu Fuß, Fußgünger, 1801 bei Campe. Infektiön, f.(Pl.-en): Ansteckung. Aus gleichbed. franz. infection f., das dem lat. infectio«Fürben» entstammt(Ableitung von
Ingesinde
in-ſicere, eig.«hineintunꝰ, s. infizieren). Im 18. Jh.
Infel, Inful, f.(Pl.-n): Bischofshut. Mhd. infele, infel, imfel f.«Hut eines Bischofs oder Abts», aus lat. infula f., eig.«Stirnbinde und Kopfschmuck der Priester, der Opfertiere und der zu den Göttern flehenden Menschenꝰ. infulieren, v.: mit dem Bischofshut schmük- ken, zum Bischof machen, mlat. infilare, md. im 13. Jh. infeln.
Inmfinitiv, m.(-s, Pl.-e): unbestimmte Redeweise, Nennform. Aus lat. modas in- Finãtzwus, von infindtus«unbestimmt. infizieren, v.: anstecken. Aus lat. inficere cvergiften, anstecken, beflecken», von in hin- ein» und facere«tuny». 1703 im Zeit.-Lex.
Influénza, f.: eine ansteckende Krankheit, die Grippe(s. d.). Aus ital. influenza f. «Seuchey. 1791 bei Roth.
Informätor, m.(-s, Pl.-en): Hauslehrer, Hofmeister(Gellert Lehrged. 79), 1571 bei Rot Lehrmeyster», aus lat. informätor m. «Bildner». informieren, v.: unterrichten, in Kenntnis setzen. Ende des 15. Jh. bei Lilien- cron 2, 195 b informiren, spätmhd. informeren (Germ. 28, 370), aus lat. informäre«gestalten, bilden, durch Unterricht bilden».
Infusõrien, pl.: Aufgußtierchen, eine Art kleinster Lebewesen. Nach 1670 von Leeuwen- hoek entdeckt. Der Name daher, daß man sie in oft erstaunlicher Zahl auftreten sah, wenn tierische oder pflanzliche Reste mit Wasser übergossen und an einen warmen Ort gestellt wurden. Im 18. Jh. Infusions- tierchen. Von lat. in-«hinein, auf» und fundere«gießenv.
ng, Ableitungssilbe an Substantiven zur Bezeichnung der Zugehörigkeit, Abstammung, Mhd. und ahd.-inc; dazu asächs. ndl.-ags.-engl. -ing, anord.-ingr. Die Ortsnamen auf-ingen (schwäb.) und-ing(bayr.) sind urspr. Dat. Pl., ahd.-ingun,-ingon.
Ingenieur(spr. inzeniöôr), m.(-s, Pl.-e): Kriegsbaumeister; Maschinenkundiger. In der 1. Bed. 1617 bei Wallhausen Corp. mil. 209 Ingenieur, 1616 im Kriegsmanual 143 und 1617 im t. Michel 23 Ingenier, 1644 bei Duez 126 Ingenierer. Aus gleichbed. franz. ingénieur m., von lat. ingenium n.«Scharfsinn, Erfin- dungsgeist, Schöpferkrafty, woher franz. engin m. Maschine(s. Genie).
Ingesinde, n.(-vs): die zum Hause ge- hörige Dienerschaft. Mhd. ingesincde n.(s. in und Gesinde).


