Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
919-920
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919 Immobilien

⸗in 920

Immobilien, Pl.: unbewegliche Güter, Liegenschaften. 1703 im Zeit.-Lex., aus gleichbed. lat. inmöbilia bona.

immorzälisch, adj.: unsittlich, sittenlos. 1797 bei Fr. Schlegel Griechen u. Römer 182, nach neulat. inmoralis. Davon Immorali- tät, f.: Unsittlichkeit, Sittenlosigkeit, bei Schiller Nachtr. 2, 217 Boas.

Immortélle, f.(Pl.-n): Blume mit stroh- artigen unverwelkbaren Blumenblättern, Stroh- blume, Helichrysum. In der ersten Hälfte des 19. Jh. aus gleichbed. franz. immortelle f., von lat. immortälis unsterblich».

immün, adj.: abgabenfrei; seuchenfrei. Aus lat. immänis«frei von Leistungen»(so noch 1813 bei Campe). Immunität, f. (Pl.-en): Abgabenfreiheit; Unansteckbarkeit:

Unverletzlichkeit(der Abgeordneten). In der

1. Bed. 1703 im Zeit.-Lex., in den beiden

andern erst im 19. Jh. Aus lat. Immnitds f.

«Freiheit von Steuern, Lasten». Imperativ, m.(-s, Pl.-e): Befehlsform,

befehlende Redeweise. Aus lat. modus impe-

rãtãvus.

Imperfekt, n.(*s, Pl.-e): die unvoll-

endete Vergangenheit, Vorgegenwart. Aus lat.(tempus praeteritum) imper fectum.

impersonal, adj.: unpersönlich, aus lat. impersõndlis. 1813 bei Campe.

impertinént, adj.: ungeziemend, unbe- scheiden, unverschämt derb; als Adv. auch callzu?, z. B. mpertinent blond. 1710 bei Neb- ring« ungereimt, das nicht zur Sache gehöret». Aus franz. impertinent, mlat. impertinens, von lat. pertinére«gehören, Beziehung haben zu. Impertinénz, f., bei Lessing 7, 156, aus franz. inper tinence, mlat. impertinentia f., aber schon 1703 im Zeit.-Lex. Impertinentien un- gereimte Dinge, nugaey.

impfen, v.: ein Pflanzreis zum Fort- wachsen in die Rinde einsetzen; dann(seit 1750) Krankheitsstoff in die Haut einsetzen. Mhd. impfen und ungekürzt impfeten, inpfeten, impeten, ahd. inphön und impitõn, inbitõn (noch bayr. inmpten); dazu ags. impian, engl. imp, ferner mnd. und nnd. poten«pfropfen, Pflänzlinge setzen», mnd. mnld. enten«Pfropf- reiser auf einen Zweig setzeny. Mit dem gleichbed. franz. enter aus lat. imputãre cein- schneiden, ins Kerbholz schneiden, in Rech- nung setzens, pastäre«Bäůume beschneidens, in der Lex salica(85, 10 Merkel) inpotus Pfropfreis». 4BL. Impfling, m.: Impf- reis, 1580 bei Sebiz Feldb. 52. Impfung, f.:

Pfropfung, mhd. impfetunge, imptunge, spät- mhd. imtung, impfung, ahd. inbitunga f. (Diefenb. gl. 300°).

Imponderabilien, pl.: unwägbare Dinge. Nach Arnold Zfd W. 3, 350 im 18. Jh. im Ge- lehrtenlatein entstanden, aus in«un»y und ponderabilis«wägbary. 1821 bei J. Paul Komet. Dann Schlagwort in den siebziger Jahren des 19. Jhs. Vgl. Ladendorf.

imponieren, v.: sich geltend machen, Achtung einflößen. Bei Goethe an Schiller 3, 364, das Part. imponierend bei Lessing 7, 26. In der Bed.«auflegen? 1714 bei Wächtler, aus lat. imponére«aufsetzen, auflegen, wo- rüber als Befehlshaber setzen». imposänt, adj.: mächtigen Eindruck machend, bei Goethe 32, 116, aus franz. Imposant, Part. Präs. von imposer«Bewunderung einflößen». Impöst, m.(-es, Pl.-en): Auflage, Warensteuer. Im 17. Jh.(Nehring 1694), aus gleichbed. mlat. impostus m., älterfranz. impost(nfranz. impõt), von lat. impositus, Part. Perf. Pass. von impo- nere auflegen).

imprägnieren, v.: einen Körper mit einer Flüssigkeit durchtränken. Aus lat. im- praegndre«schwängerny. Ende des 18. Jh. in der jetzigen Bedeutung.

improvisieren, v.: aus dem Stegreif ent- werfen oder vortragen. 1801 bei Campe aus ital. inprovisare, franz. inproviser, von lat. improbisus ænicht vorausgesehen, unver- mutet». Davon Improvisatiön, f.(Pl.-en). Im 19. Jh.

Impüls, m.(-es, Pl.-e): Anstoß, Antrieb. Bei Campe 1813, Goethe Nat. Schr. 4, 289. Aus lat. impalsus m., zu lat. impellére«woran stoßen, antreiben».

Imse, f.: Ameise(s. d.).

in, praep., zunächst vom Raume, dann auch von dem Zeitverhältnisse usw., mit Dat. auf die Frage wo?, mit Akk. auf die Frage wohin? Mhd. und ahd. in, auch abgeschwächt en; dazu asächs.-afries.-mndl.-ags.-engl.-got. in, anord. 7, schwed.-dän. i. Urverwandt mit lat. in, gr. ev, evi, altir. in, lit. i, apreuß. en, arm. , alb. in. Von der Präp. in, die im Spütmhd. und Alternhd. mitunter ein lautet(Städtechr. 3, 329, 14, H. Sachs 2, 59), geht das Adv. in (in den Zusammensetzungen darin, hierin, Inbiß, Inbrunst, Inhalt usw.) aus, s. ein 2.

-in,(Pl. innen): Silbe zur Bildung weib- licher Namen aus männlichen, z. B. Königin, Wirtin, Wölfin usw.). Mhd.-in. in und inne, ahd.-in und-inna, ags.-en.