917 Ilse
immittelst 918
IIse, Frauenname. Ahd. Tlisa. Echtdeutsch.
IItis, m.(Gen. Iltisses, Pl. IItisse): der Stänkerratz, Mustela putorius. Mhd. eltes, iltis m., spätmhd. auch iltisse, alteis, elteis, eltechs, spätahd. illi(n)tiso m. Die Formen der Mundarten zeigen, daß das Wort aus zwei Bestandteilen zusammenges. ist, deren zweiter eine Umdeutung auf nd. deisen, schwäb. deinsen, schweiz. täseln«schleichen), deißel f.«Wiesel»(bei Henisch, Stieler er- fahren hat: bayr. Elledeis, schweiz. Täs, Tãsen m. (im Bernbiet), tirol. IIkes, nass. Ilser, Elser, schles. IIster, obersächs.-böhm. IItnis(schon 1470 eltnys, 1604 bei Colerus Hausb. 3, 160 Tdnis, Iltitz), nd. IIk, Elk, Illink, mnd. ilkce, illelce, 1754 bei Döbel Jägerpract. 1, 42 Tlling, Ell-Katze, Elb-Thier; dazu schwed. iller, dän. lder. Dunkler Herkunft. Im zweiten Teil (Grundform illit()’so) vermutet man jetzt ein wiso, das zu Wiesel gehören würde.
im, mhd. im, ime, inme, durch Angleichung des aus inme, ineme, verschmolzen aus in deme æin demꝰ.
Imbiß, m., mundartlich auch n.(Gen. Imbisses, Pl. Imbisse): kleine Mahlzeit, bes. außer dem Mittage. Mhd. ahd. imbiz, inbiz m.n., spätmhd. auch immez, imbz, noch heute schweiz. im(m)is, meist zimis, hess. immes, elsäss. im- mes, ims, auch bei Goethe 8, 79 Nacht-Ims. Zu ahd. in-, imbéizan, mhd. enbigen«sich durch Speise u. Trank stärken, ein Mahl halten», 2gs. aus ahd. in- ein»(s. d. ²) und bizan«beißem.
imitieren, v.: nachahmen, nachmachen. 1571 bei Rot, 1534 bei Franck Weltb. 235. Aus gleichbed. lat. imitäãri. Davon Imita- tiön, f., 1571 bei Rot.
Imker, m.(*₰, Pl. wie Sg.): Bienenzüchter, bei Adelung 1775 Imker als niedersächsisch (1767 im Brem. Wb.), 1666 bei Comenius Sprachenthür§ 384 Tmmicher. Von Imme, f. (Pl. /): Bienenschwarm, Biene, Arbeitsbiene. Mhd. imbe, impe, imp, später imme m. Bienen- schwarm, stocks, erst spätmhd.«Bieney, ahd. impi, imbi m.«Bienenschwarmꝰ, als Kollektiv in der Verbindung impi piano,«examen apiumꝰ; dazu mnd. imme n.(selten m.)«Bienenschwarm, stock, Biene», ags. ymbe Bienenschwarm». Noch in den Mundarten wird unterschieden: schwäb. Immen m. Bienenkorb» und Imme f. Biene», schweiz. Imb m. Bienenschwarm? u. Immi n.«Bienes, elsäss. Imm(e) f. Bienes, Imme m. n. Bienenschwarm, stock», westfäl. Imen m. eBienenschwarm), Ime f.«Biene». Wegen der Bedeutung«Schwarm» ist Ver-
wandtschaft mit gr. epric f.«Stechmücke» durchaus unwahrscheinlich. Das Wort gehört vielmehr zu ir. imbed, akymr. immet«Fülle, Menge'», lat. omnis cally. S. Walde s. v. immaßen, conj.: indem, weil, eig. in dem Maße daß. Nur noch im Kanzleistil. Im 14. Jh. inmaßen(Nürnb. Pol.-Ordn. 229), zusammen- gefügt aus der Präp. in und dem Dat. Pl. von Maße f.(s. d.), mhd. mãze«Art und Weise».
Immatrikulatiön, f.(Pl.-en): Einschrei- bung in die Matrikel(Stammliste), nament- lich der Universitäten. 1728 bei Sperander. Vvon immatrikulieren, v., aus nlat. im- matriculãre, einer Ableitung von lat. mãtri- cula f.«Stammrolle⸗, dem lat. mãter f.-Mutters zugrunde liegt. 1703 im Zeit. Lex.
Immediâtgesuch, n.: ein an den Landes- herrn selbst gerichtetes Gesuch. Zsg. mit immediat, adj.«unmittelbar». Von gleichbed. lat. immediãtus. 1703 im LZeit.-Lex.
immer, adv.: in ununterbrochener LZeit- dauer. Mhd. iemer, imer, immer, ahd. iomér, iemér æzu irgendeiner, sowie zu jeder gegen- wärtigen oder zukünftigen Zeit», dazu and. iemar«immer», mnd. immer, ummer, jummner jemals(von beginnender und zukünftiger Taätigkeit), jedesfalls, gewißy. Zusammenge- rückt aus ahd. io(s. je) und mér(s. mehr). ZUS. immerdar, adv., bei Luther jmerdar 1494 bei Brant Narr. 61 gemerdar. immer- fort, adv., bei Luther jmer fort. Immer- grün, n.: die Pflanze Vinca minor, Singrün (s. d.), 1691 bei Stieler. immerhin, adv., bei Luther jmer hin. immermehr, adv., mhd.(durch nochmaliges mér verstärkt) immer more, iemer mér, lemer mô zu jeder gegen- würtigen oder zukünftigen Zeit». immer- während, adj., im 15. Jh. mmerwernd(Hätz- lerin LXVIIIa). immerzu, adv., 1510 bei Keisersberg Pred. 116 b gmerzu.
Immi, n.(ss, Pl. wie Sg.): Hohlmaß für Getreide, Weine usw., schwäbisch ⅛ Scheffel und ½⁴ Eimer, schweizerisch zuletzt 1 ½ Liter (in der franz. Schweiz emine f.). Mhd. im 14. Jh.
imin, ima n., aus gr. Jat. hemina f. als Hohl-
maß cdie Hälfte eines sextarius(Nösels), gr. fuiva, hMva f.«die Hälfte des krebc- (des 6. Teils des Scheffels), woher auch franz.
mine f. cehemaliges Trockenmaßy.
immittelst, adv.: während der Zeit(Licht- wer Fab. 3, 4). Im 16. Jh. bei Schweinichen 1, 214, mit Antritt von t aus in mittels(16. und 17. Jh.), einer Verbindung des adverb. Gen. Sg. von Mittel(s. d.) mit in.
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