Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
913-914
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91³ cicht

azom, aind. ahäm. Ahd. findet sich auch für nachdrückliches ich: ihha, ihcha, mhd. im 14.Jh. iche, noch in mdâ. Mundarten iche. Die übrigen Kasus von ich sind: Gen. mein(s. d.); Dat. mir, mhd. ahd. mir, got. mis; Akk. mich, mhd. mich, ahd. mih, got. mitf. Aus gleichem Stamme lauten in den urverwandten Sprachen diese drei Kasus: lat. mei, mihi, me, gr. uod, Hoi, ue, aind. mama, maljam, mäm. Substantivisch Ich, n.(§, Pl. wie Sg.), mhd. ein ich, min ander ich. Ichheit, f., im 15. Jh. icheit (Theologia deutsch Kap. 15 u. 16).

cht, Ableitungssilbe. 1) an Substantiven, 2. B. Dickicht, durch Zutritt eines t aus-ich, md.-ech, mhd.-ach, ahd.-ahi hervorgegangen, welche die Bedeutung einer Menge, Fülle, Anhäufung haben. 2) an Adjektiven, wie bergicht, holpericht usw., neben bergig usw., mhd.-eht,-oht, ahd.-oht,-ohli.

Ichthy-, in mehreren Fremdwörtern ist gr. ixòc m. Fisch», z. B. in Ichthyol m.(s): Fischöl, ein Arzneimittel. Ichthyosaurus, m.(Pl. saurier und-saurie): Fischeidechse. Bezeichnung einer ausgestorbenen Tierart. Neure Bildung. Bei Scheffel Gaudeamus.

Ida, Frauenname. Ahd. Ita, Ida, Koseform zu Namen wie Idaberga, Idburg.

ideäl, adj.: in der Idee bestehend, über- wirklich, vorbildlich. Im 18. Jh.(Wieland Idris 184) aus dem lat. Adj. ideãlis(5. Jh. n. Chr.)«in der Idee stehend», aus dessen substantiv. Neutr. ideale nhd. Ideül, n.(s, Pl. e): Traum-, Ur-, Vorbild, im 18. Jh. (Wieland Amadis 90) nach franz. idéal m. ideälisch, adj.: überwirklich, bei Lessing 5, 28, j. Goethe 3, 533. idealisieren, v., bei Herder 1, 342 W. Idealismus, m.: ideale Lebensauffassung. Bei Herder und be- sonders bei Kant. Idealist, m.(-en, Pl.-en), 1732 bei Gottsched. Idée, f.(Pl. Idéen): das gedachte, nur in der geistigen Anschauung befindliche Ding, Vernunftbegriff, Vorstellung; kleine Menge. Bei Thomasius Einl. 100 Idee und Idea, aus gleichbed. franz. idée f., gr. lat. idea f., Urbild, gr. ideo f.«Gestalt, Bild, Vor-, Urbild, Motiv einer Rede», von gr. ideiv«sehem. Davon ideéll: nur in der Idee vorhanden, gedacht. Bei Goethe 42, 2, 152.

idéntisch, adj.: ebendasselbe, ein und dasselbe. Im 18. Jh.(bei Schiller Nachtr. 2, 301 B.) nach dem franz. Adj. identique, ital. identico. Identitäãt, f., 1728 bei Spe- rander, aus mlat. identitas f., von lat. idem ebendasselbe». identiflzieren, v.: für

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

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gleich erachten; die Persönlichkeit feststellen. Im 19. Jh.

Idiõm, n.(s, Pl.-e): die eigentümliche Mundart. Im 17. Jh.(bei Nehring 1694 Idioma) aus franz. idiome m., von gr. idiwua n. Eigen- tümlichkeit, Besonderheity, zu gr. idioc eigen, eigentümlich?.

Idiõt, m.(9en, Pl. en): Nichtkenner, Pfuscher, Dummkopf. Im 16. Jh.(bei Alberus Barfuser Münche Nr. 343 Idiot, und einfeltiger Mensch, 1571 bei Rot) aus gleichbed. gr.-lat. idiota m., von gr. idicrhc m.«Privatmann im Gegensatze zum Staatsmann, in Staats- geschäften Unkundiger», überhaupt«Unwis- sendery, zu gr. idioc ceigen, eigentümlich, privat». Davon idiõtisch, adj. Idiotismus, m.(Pl. Idiotismen): mundartliches Wort, mundartl. Spracheigenheit, 1714 bei Wächtler, aus gr. Jat. idiotismus, gr. idiwricuôc m. adie dem Privat- oder gemeinen Mann eigentüm- liche Sprachweise, Spracheigenheit». Idiöti- kon, n.(s, Pl. Idiotixa und Idiotiken): Wörterbuch einer Mundart, Landschafts- wörterbuch, im 18. Jh., aus dem Neutr. des griech. Adj. idiurrixòc, adem Privat- oder ge- meinen Mann eigen»(s. Idot).

Idöl, n.(s, Pl.-e): Abgott. Im 18. Jh. aus gr. Jat. idolum n.,«Schatten-, Trugbildy, dann Götzenbildy, gr. eidw«ov n. Gestalt, Bild, Trug-, Götzenbild».

IdyII, n.(, Pl. e) und Idylle, f.(Pl.-n): lündliches Gedicht, Hirten-, Schäfergedicht; ländl. Stilleben. In der 1. Bed. bei Zachariäà 194 und Adelung 1775 Idylle f., aus gr. lat. idyllium, gr. eidoNov n.«kleineres, zierlich darstellendes Gedicht, meist ländlichen In- haltsy, eig.«Bildchen?, Dim. von gr. eidoc n. Bildy. Davon idyllisch, adj., bei Goethe an Schiller 3, 48.

ieren, Endung vieler aus dem Romani- schen und Lateinischen entlehnten Zeitwörter, aber auch deutschen Wortstämmen angehängt, z. B. halbieren, stolzieren usw. Erst mit der höfischen, aus romanischer Quelle schöpfen- den Poesie seit der 2. Hälfte des 12. Jh., mhd. ieren, md.-Iren, ndrhein. im 14. u. 15. Jh. Sren, aus afranz. fer, das urspr. den lat. Infinitiven auf iare oder igare entspricht.

-ig, Ableitungssilbe an Adjektiven, ent- sprechend entweder 1) mhd.-ec, ahd. ac, got. ag, oder 2) mhd.-ec,-ic, ahd. c, 9, got. eig, im letztern Fall Umlaut bewirkend.

Igel, m.(s, Pl. wie Sg.): das Stacheltier lat. erinaceus, eres. Mhd. igel, ahd. and. igil m.;

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