Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
897-898
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897 Huf

hui! 898

bei Steinbach; vgl. anord. hopa, norw. hope «sich rückwärts bewegeny.

Huf, m.(es, Pl.-e): ungespaltner Horn- fuß. Mhd.-ahd. huo;f m., md. häf; dazu asächs. hõf(in hofslaga f.«Hufspur»), and. höf, ndl. hoef, ags. höf m., engl. hoof, anord. höf m., schwed. hof m., dän. hov. Kaum verwandt mit abg. kopyto n. Huf», das von kopati graben» stammt, sondern zu aind. çaphäs m., awest. safa-«Hufy, osset. säf-thüg. Der Pl. lautet mhd. hieve, älternhd. im 16. u. 17. Jh. Hüffe, 1691 bei Stieler Hufe. Vereinzelt auch als Fem. 1663 bei Schottel Huf, 1734 bei Steinbach Hufe f. 43L. hufig, in flach-, harthufig, 1691 bei Stieler huficht in Zu- sammensetzungen. ZUS. Hufeisen, n., mhd. huofisen, daneben huob-, höbisen, ahd. hzof- Tsin n. lattichähnliche Pflanze Tussilago farfars mit

großen Blättern in Gestalt eines Pferdehufs,

ahd. huflatdecha f.(IfdW. 6, 187), 1561 bei Cordus Huflattich m.(s. Lattich). Huf- nagel, m., md. im 13. Jh. höfnagel. Huf- schlag, m., mhd. huofslac, asächs. hõfslaga f. Hufspury. Hufschmied, m.: Huf beschlag ausübender Schmied. mhd. Haof-, huobsmit m.

Hufe, f.(Pl.-n): Landgebiet von dreißig Morgen. Md. und nd. Form(auch bei Luther Hufe) für oberd. Hube. Mhd. huobe, ahd. huoba, höba, md. hube, huve, hufe f.; dazu and. höuva, mnd. hove f.; wahrscheinlich urver- wandt mit gr. roc, dor. xänoc m.«Garten⸗, alb. kopsto m.«Garten»y. 43L. Hüfner,

m.: Besitzer einer Hufe, bei Voß, Hüfener bei Möser patr. Phant. 2, 68, Hafner bei

Hagedorn 1, 70. Bei norddeutschen Schrift- stellern statt des oberd. Hübner, mhd. huobener, huobner m.«Inhaber oder Besitzer einer Hube, Erblehnbauer» neben huober m.(jetzt nur noch als Familienname Huber).

Hüfte, f.(Pl.-n): erhabner Seitenteil über den Schenkeln. Bei Luther Hüſpte f., 1540 bei Alberus dict. Kk 2 b Häüfft f. und m., im 15. Jh. hafft(Diefenbach gl. 229°), 1482 im Voc. theut. n 4° huffte f. neben hufft p 2°, noch tirol.-schweiz. Huft f. neben Huff. Mit angetretnem k aus mhd.-ahd. huf f.(Pl. mhd. nüffe, ahd. huffi); dazu and.(entlehnt) huf, mnd. hap, ndl. heup f., ags. Mpe m., engl. hip,(entlehnt schwed. höft m., dän. hoffe), got. hups m.«Hüfte». Urverwandt mit gr. εßoc m.«Höhlung vor der Hüfte beim Vieh», xßrrov n., lat. cubitum n.«Ellenbogen. Dazu

auch wohl aind. üptis, aw. supti- f.«Schultery,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Huflattich, m.(-s, Pl.-e): die

alb. sρᷣ m.«Schulter, Rückeny. ZUS. Hüft- weh, n., 1537 bei Dasypodius Hufpkwes. Hügel, m.(-s, Pl. wie Sg.): mäßige Erd- erhöhung. In der Schriftsprache zuerst bei Luther, 1517 bei Trochus J 2 b md. hugel über einem Grab, dagegen 1512 bei Keisersberg Bilgerschafft 168 b den haugel henckcen«den Kopf hängen lassen, traurig sein), wie noch bayr. den Hübel henkcen. Im Ablaut zu Haug(s. d.).

Dafür mhd. bithel und hübel m.(s. Hübel).

Obersächs.-thüring. Huckel m.«kleine Er- höhung im Wege, Beule auf der Haut», Dim. von hess. Huck m.«Hügel, Berg»(1556 bei Staden Reise a3). 4L. hügelicht, hüglig, adj., erstres 1662 bei Stoer 260 b, hüglig 1741 bei Frisch.

Hugo, Mannsname. Ahd. Hügo, dann Hac, Hag(nhd. der Familienname Haug). Koseform zu den mit Hug- 29s. Mannes- namen, wie Hughald. Hugwin, Hubert(s. d.).

Huhn, n.(es, Pl. Hühner): das Haus- geflüigel Phasianus gallus als Gattungsname, dann(seit dem 15. Jh.) insbes. die Henne; weidmännisch«das Rebhuhn, Feldhuhn»(1719 bei Fleming Jäger 1, 331). Bei Luther und noch bei Schottel 1663 und Ludwig 1716 Han, 1664 bei Duez Huhn. Mhd. ahd. huon, hön n. (Pl. mhd. hüener, ahd. huonir, hönir), auch cder Hahn?, md. hän; dazu asächs. und mnd. hön n., ndl. hoen n. Huhn», anord. hœns, hœnsn und hœsn Neutr. Pl.«Hahn und Henne», schwed. häns n. Huhnꝰ, dän. höns Hühnery. Im Ablaut zu Hahn(s. d.), über- einstimmend mit pränest. cönia, lat. ciconia «Storchy. Vgl. Hinckel. ZUS. Hühner- auge, n.: Leichdorn, 1591 im Leipziger Voca- bularius optimus M 2 hunerauge. Hühner- darm, m.: die Pflanzen Stellaria, Veronica, Anagallis, im 12. Jh. hner-, im 11. Jh. huoners- darm(Mone Anz. 8, 95, 107) zunächst von Stellaria, weil diese Pflanze vom Federvieh gern gefressen wird. Hühnerhund, 1664 bei Duez. Hühnermilch, f.: die Pflanze Ornithogalum, 1578 bei Frischlin Nom. Cap. 30.

huil interj. zur Bezeichnung der Geschwin- digkeit(1741 bei Frisch hai! hui!«in der Eile!*); als Einleitung zu einem Einspruch (1669 bei Grimmelshausen Simpl. 258), zu einem plötzlichen Einfall(Simpl. 244); als Zeichen der Uberraschung(1620 Englische Comedien 2, V 8 b). Als frühste Bed. bei Luther hui Interj. des Antriebes zu schnellem Handeln(Sacharja 2, 6), der regen tatkräftigen Freude(Hiob 39, 25). Substantivisch Hui,

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