Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
895-896
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895 Hotzel

man auf dem Rücken trägt(Weist. 5, 697

von 1476, bei Ludwig 1716 Bütte der Wein- lesers, noch alem. rhein., dafür schweiz. Hutte f. Rückenkorb aus Weidengeflechts, auch Trag- bütte?); Buttermilch, Quark(ostmd. und nd., 1517 bei Trochus Q 1 b, mnd. 1420 bei Diefenb. gl. 530°, ndl. 1598 hotte). Aus dem Deutschen entlehnt franz. hotte f.«Tragkorb». Wohl zusammenhängend mit Hütte, da die Grund- bedeutung geflochtner Korb» ist.

Hotzel, s. Hutzel.

hotzeln, v.: rütteln, hart schaukeln, schüt- tern. Schweiz.-bayr. elsäss., 1561 bei Maaler; in der Bedeutung«sich bewegen» 1575 bei Fischart Garg. 99. Iterativ zu hotzen, md. und nd.«wiegen, schweiz.«sich schaukelnd auf- und niederbewegen⸗, spätmhd. hotzen «schaukeln, schnell laufen», entsprechend dem md. und nd. hotten. Vielleicht zu aind. οdati, dodãjati«treibt anꝰ, kutśjati«schmäht», gr. xuddéeiv«beschimpfeny.

hul huh! Interj. des Schreckens, Grausens, Schauderns, Fröstelns, Staunens. Mhd. hAf, selten hd.

, hüh, interj., antreibender Zuruf des Fuhrmanns, auch Zuruf an das Zugtier, links zu gehen oder auch vorwärts. Vgl. hott.

Hub, m.(-es, Pl. Hühe): Handlung des Hebens; Ausgewähltes. 1691 bei Stieler.

Hube, s. Hafe.

Hübel, m.(-s, Pl. wie Sg.): kleine Er- höhung; Hügelchen. Mhd. hübel m., md. habel, hobel, huvel, im 15. Jh. auch hovel, hofpvel m. Hügel»; dazu andfränk. huvel, mnd. hovel m. Hügel, Höckery», ndl. heuvel m. Gleichen Stammes wie mhd. hover m.«Höcker,(s. d.). Vgl. Hügel.

hüben, adv.: diesseits. Zuerst bei Maler Müller 2, 125 u. 284 aus der Volkssprache, dann bei Goethe 2, 37. Gekürzt aus hie iüben (üben 1741 von Frisch als alemannisch be- zeichnet), wie hoben aus hie oben, schon im 12. Jh. mhd. und noch schweiz.-elsäss. hoben.

Hubert, Manusname, ahd. Hopert, Hubert, zsgez. aus älterm Hugu-, Hugbert, Hugperaht, von ahd. hugu m., mhd. häge f., md. hage, hoge f. m., asächs. hugi m., ags. hyge m., amord. hugr m., got. hugs m.«Denken,(eist, Sinny, und-bert(s. d.).

Hühner, s. unter Hufe.

hübsch, adj.: in der äußern Erscheinung wohlgefällig. Mhd. hübesch, hübsch, md. habisch, hobisch, huhsch«hofgemäß, fein gebildet und gesittet, unterhaltendy, im 15. Jh.«fein aus-

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sehend, gefallend, schön?. Ein altes mit grammatischem Wechsel zu Hof gehöriges Wort, neben dem schon mhd. höfisch steht mit Anlehnung an Hof. Das franz. courtois hat bei der Bedeutungsentwicklung mitge- wirkt. Noch pommerisch, obersächs.-thüring. in der Bed.«artig»(1777 bei Weiße kom. Opern 2, 34, auch«vornehm,» 2, 90).

Hucke, f.(Pl.-n): der Rücken als Träger der Bürde. Schlesisch Hocke, Hucke f., bei Frisch 1741 Hock m., bei Steinbach 1734 Hocken und Hucken m., 1691 bei Stieler Hucke f.«Rückentraglasts, wie noch ober- sächs.-thür., 1664 bei Duez Hocke f.«Bündel», um 1525 bei Uhland Volksl. 721 Ahacke f. cdas Bündel des Hausierers», im 15. Jh. in Städtechron. 5, 257, 19 huck f.«Hausierkram, Kleinverkauf». Wohl mit 1 Hocke verwandt. hucken, v.: auf dem Rücken als Last tragen, bei Frisch 1741 hocken, 1743 bei Schnabel Insel Felsenburg 4, 433 hucken. Eig.«in ge- krümmter, gebückter Stellung eine Last zum Tragen aufnehmen», eins mit hocken(s. d.). Dazu das Iterativ huckeln caufhocken» bei H. Sachs 21, 25. ZUS. mit hucken: Hucke- pack, m.: zum Aufhocken(Tragen) be- stimmter Rücken(md. hackebackt); Traglast auf dem Rücken(Bürger 186).

hudeln, v.: in Eile und nur obenhin tun; tr.: jem. achtlos und zugleich empfindlich be- handeln, plagen, quälen. In beiden Bed. 1618 bei Schönsleder, 1515 bei Keisersberg Evan- gelibuch 152 hudlen«schlottern», 1582 bei Fischart Garg. 328 herunzh huddein«sich mit jem. herumschlagen», 1512 bei Murner Narr. 13, 47 zerhudlen«nachlässig zerreißeny. Von spätmhd. im 15. Jh. hadel m.«Lumpe, Lappem, mhd. Huderwät f.«Kleidungy. Wohl zu lit. skittas«Fetzeny, skatös Pl.«Abschabsely. Vgl. Zupitza 127. Dazu aind. Kutapa- m. n.«Decke von Ziegenhaary, kuthas m., Kuthã f.«ge- fürbte wollne Deckes(?) 4 L. Hudelei, f.: lumpiges Wesen(1663 bei Schottel); Plage, Schererei(1691 bei Stieler). Hudler, m.: zerlumpter Mensch(1561 bei Maaler); Quäler (1691 bei Stieler vom Geizhals und Wuchrer). Hudelmannsgesinde, n.: Lumpengesindel, oberd., 1538 bei Franck Germaniae chron. 20 a, z8s. mit Hudelmann m.«Lumpenmann?(1578 bei Fischart Ehz. G).

huf! interj.: zurück! als Fuhrmannsruf 1741 bei Frisch, noch fräünk.-hessisch, dafür bayr. hüf, schwäb.-tirol. hauf. hufen, v.: rückwärts gehen, zunächst von Pferden, 1734