Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
893-894
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893 Hort Hotte 894

dieser Bed. 1394 md. horst f.(Baur hess. Hospitäl, n.(-s, Pl. Hospitäler): Armen-, Urkunden 1, 501); dazu mnd. horst, hurst f. Krankenhaus. Mhd. hospitäle, hospitãl n., ahd. cniedriges Gestrüpps, mengl. hurst«Hügel, hospitãlhns n.; dazu clevisch 1477 hospitail n.

Gebüsch, engl. hurst. Herkunft unklar. Vgl. Walde s. v. crinis. 4BL. horsten, v.:

nisten(von Raubvögeln), 1719 bei Fleming

Jäger 1, 150 ³. Hort, m.(es, Pl.-e): bewahrter Schatz;

(dann im Mhd.) Aufbewahrungsort d. Schatzes;

(im 16. und 17. Jh.) sichrer Ort, Zuflucht- stätte; Schutz, Schirm(in der zweiten Hälfte des 18. Jh. neu aufgenommen, 1777 bei Goethe an Frau v. Stein 1, 124). Mhd. hort m.,

ahd. hort n.«gesammelter und verwahrter Schatz»; dazu asächs. hord n.«Schatz, innerster

Raumꝰ», ags. hord n. m., engl. hoard, anord.

hodd f., got. huzd n.«Schatzy. Wahrschein-

lich urverwandt mit gr. xiõcéoc m.«Höhlungs, ags. Idan, gr. Keeiv, kymr. cuddio«ver- bergen», oder mit aind. kögas m.«Behüälter», kögtha m.«Unterleib, inneres Gemach, Vor-

rats-, Schatzkammer, Ringmauer, Gefäßy.

Vgl. Walde s. v. custos. Hose, f.(Pl.-n): anliegendes Beinkleid;

(obersächs.) röhrenförmiges hölzernes Gefäß, Wassergelte(1700 bei Chr. Reuter Graf Ehren-

fried 25) oder Butterkübel(bei Chr. Weise

Lustredner 51); trichterförmige Wasserwolke

1680 bei Francisci Lufft-Kreys 1084 Wasser- ziehende Hose oder Wasser-Hose). Mhd. hose, ahd. hosa f.«Beinstrumpf von Leder oder Zeugstoff zur Bedeckung des Unter- schenkels», im Unterschied von mhd. bruoch, ahd. Pruoh f. Bekleidung des Unterleibs und der Oberschenkel. Als seit dem 15. Jh. Bruch und Hosen in ein Kleidungsstück ver- einigt wurden, hieß dieses die Hosen oder ein Par Hosen(Pl., 1449 bei Soltau Volksl. 1, 129, 1557 bei Waldis Es. 4, 94, 158), erst im 19. Jh. die Hose. Entsprechend mnd. hose, hase f. und ags. hose f. Beinstrumpf?, anord.9schwed. hosa f., dän. hose«weit auf- wärts reichender Strumpf», ndl. hoos und engl. hose in der heutigen Bed. Die Mund- arten haben die ältre Bed. bewahrt: westfäl. hose und holst. hase f.«Strumpf», bayr.- tirol. hos f.«Beinstrumpf vom Knie bis zum Knöchely. Herkunft dunkel. Kaum zu aind. koögas(s. Hort). Aus dem Germanischen entlehnt afranz. hose, heuse f., aspan. Iutesa f., aport. osa f. Gamaschey, afranz. houseaxux chohe Gamaschen, ital. uosa f.«Hose», eben- so im Keltischen korn. hos Beinstrumpf,, kymr. hosan«Hosey.

Aus mlat. hospetale n. Gast-, Fremdenhaus, Herberges, lat. hospitälia Pl.«Gastzimmer?, dem Neutr. des Adj. hospitãlis«den Gast be- treffend, von hospes m. Gasty. S. Spital.

Hospitänt, m.(-en, Pl.-en): als Gast Zuhörender. 1813 bei Campe. Part. Präs. von lat. hospitäri«als Gast einkehren». ho- spitieren, v.: einer Vorlesung als Gast bei- wohnen. Bei Campe 1813. Bei Roth 1791 cals Gast einkehren).

Hospiz, n.(es, Pl.-e): Herberge, bes. kleines Ordenshaus zur Beherbergung Durch- reisender;(Studentisch) Trinkgelage bei einem Studenten und auf dessen Kosten(1786 bei J. M. Miller Walther 148), Rundgesang(1825 bei Kluge Studentenspr.). In der urspr. Bed. bei Goethe 19, 292 Hospitiun n., aus lat. hospitium n.«Gastfreundschaft, gastliche Auf- nahme, Herberge», von lat. hospes m. Gast».

Hostie, f.(Pl.-n): geweihtes kleines rundes Stückchen ungesäuerten Brotes im hl. Abend- mahle. Mhd. hostie, ostie f., aus gleichbed. mlat. hostia f., im Lat.«Sühnopfer, Opfer'; die unplutige Darstellung des Opfers Christi unter der Gestalt des Brotes und des Weines geschieht in der in der Messe der katholischen Kirche vorkommenden Wandlung.

Hotél, n.(s, Pl.-s): großer Gasthof (18. Jh.); großes Herrenhaus einer Stadt, Palast(17. Jahrh.). Entlehnt aus gleichbed. franz. hotel m., älter hostel, von mlat. hospi- tale n.(s. Hospital).

hott! interj.: Ruf zum Rechtsgehen des Zugtieres(Fastnachtspiele des 15. Jh. 248, 4 hotte, host); antreibender Zuruf an Pferde zum Geschwindergehen(1518 bei Keisersberg Sünden d. Munds 35 hotta, bei Schiller Räuber 4, 4 hotto; das auslautende-a.-o entspricht dem verstärkenden mhd.-é, wie in Mordio, Feuerjo, holla); bayr. hott/ hott!«die Be- wegung des unfesten Reiters beim Trabe bezeichnendy. Dazu das älternhd. Zeitwort hotten«zum Rennen antreiben»(Fastnachtsp. 788, 22), crechts vorwärts gehen»(1562 bei Mathesius Sar. 123 b). Vgl. har, Schawude. ZUS. Hottogaul, m.: das Reitpferd(Schiller Räuber 4, 4), Pferd in der Kindersprache. 1691 bei Stieler Hottpferd n.«Wagenpferd, 1562 bei Mathesius 1472 Hottepferdlein(der Kinder).

Hotte, f.(Pl.-/): hölzerne Bütte, die