Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
891-892
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891 Hornis

(Gen. képaroc, vgl. Hirsch). Vgl. noch Zu- pitza KZz. 36, 60. RA. jem. Hörner auf- setzen«ihn zum Hahnrei machen», um 1426 bei Wittenweiler Ring 18 b, 18 hürner an- setzen, bei Brant Narr. S. 34 Z. hörner uff die oren setzen, bei H. Sachs Fastn. 45, 166 die Hörner auffsetzen. Schon gr. képaro noieiv riwi cjem. Hörner machen, zum Hahn- rei macheny(Artemidor 2, 11). Nach der mittelalterlichen Erzählung vom Zaubrer Vir- gilius verriet sich die Untreue der Frau da- durch, daß dem betrognen EChemann ein Horn aus der Stirn wuchs(Germania 4, 237 aus dem 14. Jh., Kolmarer Meisterl. 55, 14); dazu gesellt sich die ältre Gepflogenheit, dem Ka- paunen den abgeschnittnen Sporn in den Kamm als Horn einzusetzen(1557 Heußlin Vogelb. 84 2). Sich die Hörner ablaufen«den Jugendübermut ablegen». Stammt aus den studentischen Bräuchen. Dem Neuling(Be- anus oder Bacchant) wurde der Gecken- oder Bacchantenhut mit zwei Hörnern aufgesetzt, und er mußte sie sich ablaufen, d. h.«ab- stoßen». Vgl. Fabricius die akademische De- position 1895. 43L. hörnen, hornen, adj., älternhd. hürnen, mhd. hürnin, hurnin, md. hornin, ahd. mrnin. hörnern, adj., 1654 bei Logau 3, 10, 51. hornicht, adj., mhd. horneht, ahd. hornaht, hornoht. Hornist, m. (-en, Pl.-en): Hornbläser, bei Campe 1813, dafür got. haürnja m. ZUS. Hornblende, f.,

Adelung. Hornfisch, m.: die Meernadel, 1563 in Forers Fischbuch 48b. Hornkirsche, f.: der Kornelbaum, cornus mas, benannt nach dem hornharten und hornfarbigen Holze, 1561 bei Cordus. Hornvieh, n., 1678 bei Krämer. Hornwerk, n.: Außenwerk einer

Festung, vorn aus einem Walle und zwei halben Bastionen bestehend, 1642 bei Duez,

franz. ouvrage â cornes, aus dem Deutschen entlehnt gleichbed. span. hornabeque, port. hornaveque.

Hornis, f.,(in Bayern auch) m., Hor- nisse, f.(Pl. Horuissen): die große Wespen- art Vespa crabro. Mhd. horniz, hornuz, hornuz m., ahd. horna, hurnug, hurndz m.; dazu and.(entlehnt) hurnia, ags. hyrnelu, hyrnet f., engl. hornet«Hornissey. Alternhd. Formen sind: Hurrnuß m.(Maaler 1561), Hurnis f. (Schottel 1663), Hürnis f.(Duez 1664), Hür- nitz(1597 Colerus 13, 114), Hurnauß(Dasy- podius 1537, als Fem. 1573 bei Fischart Flöh. 995), Hornauß(Golius 1582), Hornüsch m.

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(Waldis Es. 3, 85), Horneuß(Peypus 1530), Hornei(Mathesius Sar. 317), bei Luther Härnis 3, 246 b neben Pl. Hornissen; verkürzt Hörnsen(Diefenbach gl. 154), Hornsen m. f. (Mathesius Sar. 317²), Hurnsf.(Schottel 1663): mit weitrer Ableitung: hornessel(Voc. 1470 und 1482), hirnysel(1495 Brack i), hur- neißel(1487 Steinhöwel 65 b), Hurneusel(1566 Mathesius Luther 141, 31), Hürnissel, Hor- nüschel m.(Waldis Es. 3, 85, 1), Hornitssel (Rößlin Kreuterb. 1533), Hornissel f.(Schiller Riub. 2, 3); verkürzt Horsseln(Apherdianus 1581), ndl. 1598 horsel, undl. horzel f. Formen mit I: md. im 14. Jh. harliz m. neben harniz, um 1500 horlitz(Diefenbach gl. 154), Hör- litze(Golius 1582), Hörlitz f.(Duez 1664). Der Ton ruht auf der ersten Silbe, in neurer Zeit bisweilen auf der zweiten(vgl. Holun- der, lebenddig). Urverwandt mit lit. Sir sad, sirslis m.«Wespey, Sirsoné«Horniby, lett. sirsis, apreuß. sirsilis«Hornisy, abg. sräsa Wespeꝰ, sräseni m., lat. cräbro(aus crãsro) m. Hornisꝰ.

Hornung, m.(-s, Pl.-e): Februar. Mhd. hornunc, ahd. hornung m., anscheinend eine patronymische Bildung, eig. Sohn des Horn. In Mitteldeutschland heißt der Januar der große, der Februar der kleine Horn(1783 bei Rüdiger Zuwachs 2, 85), was sich auf den harten Frost dieser Monate bezieht. Da-

her zu anord. hiarn n.«hartgefrorner Schneey, eine grobblätterige schwarze Steinart, 1775 bei

lit. Jarmd f.«Reify, russ. serénli n. Reify, arm. Ssaõn«Eisy, sai*οννᷣſ frierey. Vgl. Anz. f. d. A. 30, 235. Anders mnd. hörnink, afries. nörning, anord. hörnungr m., ags. hörnungsunn m.«unehelicher Sohn, Bastard, zu got. hörinön Ehebruch treibeny, ahd. hauor Ehebruch, huorön churen?.

Horoskôp, n.(-es, Pl.-e): Instrument zum Schauen des Planetenstandes wührend der Geburtsstunde und danach zur Schick- salsdeutung. Bei Schiller Piccol. 2, 6. Von gleichbed. mlat. horoscopium, gr. ipocköriov, dpockoneioy n., aus gr. Go f. Jahreszeit, Stundey und cxoretv schauen).

Horst, m.(-es, Pl.-e): aus Reisig ge- bautes Raubvogelnest. Aus der ostmd. Jäger- sprache, 1719 bei Fleming t. Jäger 1, 156* Iorst m.(Pl. Horsten); schon 1475 bei Wier- straat Gr. 2696 hurst m. Sitz, Nesty. Mhd.- ahd. hurst f.«Gesträuch, Dickicht»(Pl. mhd. hürste), 1517 md. bei Trochus J 2 b horst m. «Anhöhe, Hügel⸗, 1540 bei Alberus dict. BB 4 b Horst«Hügelchen mit Gesträuch», wohl in