Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
889-890
Einzelbild herunterladen

889 hops

Horn 890

pobel aus dem Ende des 18. Jh. Gebildet aus hoppeln chüpfen»(Stieler 1691) und boObbeln, bubbeln(s. d.)«sprudeln»(Stieler).

hops, interj., 1779 bei Göckingk Lieder zweier Lieb. 54, eig. Imperativ von hopsen (s. d.). hopsa, interj., einen Sprung be- zeichnend, vor Lustigkeit(Lenz 1, 127) oder beim Stolpern, bei plötzlicher Uberraschung. Verlängert hopsasa, bei Schubart 2, 143, hop hey sa sa 1695 in Chr. Reuters Ehrliche Frau 86. hopsen, v.: hüpfen, springen, bei Campe 1808, Iterativ von md. hoppen(s. hüpfen), entstanden aus hopzen, wie ags. hoppetan chüpfen» zeigt.

Horbel, f.: Schlag oder Stoß an den Kopf(fränk. und sonst bei Schülern); Maul- schelle(obersächs.). Wie im Md. Sstolpern und storpeln wechselt, so verhält sich wahr- scheinlich auch Horbel zu Holper m. f.«Stoß im Fahren auf einem rauhen Weg»(Frisch 1741), vgl. mnd. horvelen cholpern, humpeln); vielleicht ist das Wort aber alt. Zupitza 121 vergleicht aind. darvä m.«Schlag mit der flachen Hand)?.

horchen, v.: worauf hören, lauschen. Ein urspr. mitteld. Wort, mhd. hôrchen und horchen, ahd. im 11. Jh. hörechen; dazu mnd.- mndl. horken, afries. hérkia, ags. héorenian, Iyfrenian, mengl. herknen und herken, engl. hearkcen und hark. Intensivbildung zu hören (s. d.). Vgl. gehorchen. 4BL. Horcher, m., 1605 bei Petri der Teutschen Weisheit 2, 176.

1 Horde, f.(Pl.-n): wandernde Stammes- genossenschaft, umherstreifender wilder Haufe. Bei P. Fleming 100 von 1636, und 1647 bei Olearius oriental. Reise. beschr. 243 und 252 Horde neben Horda 528; nach Kluge 1534 bei M. Herr Neue Welt 157 Horda auf tar- tarisch eine Versammlung der Menge. Aus tatarisch horda«Lagery, woher auch pers. ordu«Kriegsheer, Lager», russ. ordä f., ital. orda f., ndl.-engl.-franz. horde f.«Hordey.

* Horde, f.(Pl.-n): Flechtwerk zu Wän- den und zum Dörren. Md. im 13. Jh. horde f. «Umhegung, Bezirk, 1466 in Frankfurt a. M. horde f.«Flechtwerk», 1410 dinghorde f.; dazu mnd. 1373 hord f.«Flechtwerk einer Brücke, ndl. horde f.«Weidengeflechty. Das Wort ist die md. und nd. Form von Hürde(s. d.).

hören, v.: durch das Ohr vernehmen; (abstrakt) worauf achten(bei Luther Ps. 54, 2); gehorchen(Jes. 30, 9). In der 1. Bed. mhd. hœren, md. hõren, ahd. hören, hörran; dazu asächs. hörian, höran, and. auch hãran, afries.

héra, ndl. hooren, ags. nran, héran, engl. hear, anord. hegra, schwed. höra, dän. höre, got. hausjan. Vielleicht urverwandt mit gr. dxoberv chören⸗, und weiter mit Ohr(s. d.), wenn germ. h und gr. x der Rest eines selb- ständigen Wortes, gr. âk-«scharf) würen. Vgl. Kretschmer KZ. 33, 563. Im Mhd. auch die Bed. aufhören, endigen⸗, und wie im Mnd.-Afries.-Ags.«im Verhältnis der Ab- hängigkeit oder Zugehörigkeit von etw. sein, zugehören», letztre Bed. auch im Alternhd. und noch bei Musäus physiogn. Reisen 4, 99, s. hörig. 4BL. hörbar, adj., bei Lessing 11, 152. Hörer, m., mhd. hœrœre, hœrer m. Zuhörer». hörig, adj.: in der Rechtssprache im Verhältnisse der Abhängigkeit stehend, mhd. nœærec«folgsam, leibeigen», ahd. gahõrig «gehorsam»; dazu Hörigkeit, f., 1775 bei Adelung, ndrhein. 1437 hoirichgheit bei Halt- aus 957. Z0S. Hörensagen, n., im 15. Jh. hõrensagen n., mhd. hœrsagen n. Hörrohr, n., 1775 bei Adelung. Hörsaal, m.: großes Lehrzimmer auf Hochschulen, 1728 bei Gott- sched, bei Frisch 1741 Hörstuhe.

Horizönt, m.(-es, Pl.-e): Gesichtskreis (s. d.). Bereits im 16. Jh.(1509 bei Vespucius Büchlin A 4). Aus gleichbed. gr.-lat. horizon m.(Gen. horizontis), gr. Opixuo m., eig. Part. Präs. von ôpizeiv«begrenzen, umgrenzen?. Verdeutscht 1540 bei Alberus dict. 0 33 Augend n.(d. h. das Aug-Ende), 1676 bei Francisci Lusthaus 627 Gesichts-Ender m., bei Stieler 1691 Endxreis m., in der See- mannssprache Kinem f. und Kimmang f.(s. Kimme). 4BL. horizontãl, adj.: wage- recht, wasserrecht, 1647 bei Olearius orient. Reisebeschr.

Horm(e)t, n.: Kopfputz der altenburgi- schen Bauermädchen in Form einer künstlichen Krone. Verkürzt aus Haarband n., dafür in einer Zeitzer Urkunde von 1457 schapel n.

Horn, n.(-es, Pl. Hörner): harte Kopf- spitze mancher Tiere; Trinkhorn; krummes Blasinstrument(urspr. aus Horn gemacht); hornartige harte Masse; Landspitze; Berg-, Felsenspitze. In diesen Bed. mhd.-ahd. horn n.; dazu asächs.-afries.-ags. horn m., nndl. horen, hoorn m., engl. horn, anord.-schwed.- dän. horn n., got. haurn n. Urverwandt mit lat. cornt n.«Horny, gr. Kdpvoc«Hornvieh? (bei Hesychius), air. corn«Trinkhorn», bei den Galatern xdvov(Akk.)«Blashorn, Trom- peten(bei Hesychius), mit andrer Ableitungs- silbe aind. ꝓρgam«Hornꝰ, gr. képac n. Horn»