Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
887-888
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887 Homöopath

Hoppelpoppel 888

Homõopäth, m.(-en, Pl.-en): Arzt, der solche Mittel in kleinen Gaben gegen Krank- heiten anwendet, die in größern Gaben ein ähnliches Leiden im gesunden Körper be- wirken würden. Vom Arzt Dr. Samuel Hahne- mann zu Anfang des 18. Jh. eingeführtes Wort, aus gr. öpoioc cähnlichy und rdeocn. cdas Leiden». Dazu Homöopathie f.

honétt, adj.: ehrenhaft, ehrbar, anständig. 1714 bei Wächtler. Aus gleichbed. franz. honnéte, afranz. honeste, von lat. honestus cehrenhaft», zu lat. honõs m. Ehrev.

Honig, m.(-s, ohne Pl.): süßer Bienen- saft. Mhd. honec, honic n., auch hönic, hünic, ahd. honag, honang n., das Neutr. auch bei Luther und bis ins 18. Jh.(Lessing 8, 127, Goethe Reineke 3, 41), das Mask. 1512 bei Keisersberg Marie Himelfart 10a, bei Maaler Honig m. und n.; dazu andd. honeg, hanig m.(?), mnd. honnich n., ndl. honig m., afries. und ags. nunig n., engl. honeyf, anord. hundang n., schwed. honung, honing, dän. honni(n)g, dafür got. milip n.(entsprechend ags. milisc honigsüß, lat. mel n., Gen. mellis, gr. ue«in., Gen. uehrroc, ir. mil, armen. mewr, alb. nujal «Honig»). H. gehört zu aind. känalcam, kãn danäm n. Gold», gr. xvnxöc m.«Safflory, dor.«vãxòc«gelblich», heißt also«der gelbey. ZUS. Honigmonat, m.: Flitterwochen, bei Lessing 12, 146, nach gleichbed. franz. la lune du miel, bei Goethe 29, 63 Honigmond. Honig- seim, m.: Honigscheibe; ausgelaßner Honig. Mhd. honecseim, honicsein, frühmhd. um 1100 honichseim m. Honigtau, m.: süße klebrige Flüssigkeit auf Pfianzen, verschieden von Meltau(s. d.), md. im 14. Jh. honictow m.

Honorär, n.(-s, Pl.-e): Ehrenlohn, Ver- gütung. Im 18. Jh. aus lat. honörärium n. Ehrengeschenk», von lat. honõs und honor m. Ehrey. Honoratiôren, Pl.: die Geehrten, Angesehnen. Bei Goethe 26, 129, nach lat. Ronõrdtiõres, dem Pl. des Komparativs von honõratus geehrty, Part. Perf. Pass. von honõrãre«ehren». honorieren, v.: ehren (1571 bei Rot); Ehrenlohn geben, bezahlen (1697 bei Nehring), von lat. honöräre cehren, womit beehren, belohnen». honörig, adj.: ehrenhaft, freigebig. Aus der Studentenspr., wo es Ende des 18. Jh. nachgewiesen ist.

hop! Interj., s. hopp.

Hopfen, m.(-s, Pl. wie Sg. in der Bed. Hopfensorten): Rankengewüchs, dessen Früchte zum Bierbrauen dienen. Mhd. hopfe, ahd. hopfo, hoppo m.(bezeichnet auchandre Pflanzen,

s. ZfdW. 2, 226), noch im 17. Jh. Hopff(Opitz 1, 141, Duez 1644), Hopffe(Krämer 1678), 1711 bei Rädlein Hopffen, and. veld-hoppo n.

ceine Pflanze bradigabo»), mnd.-mndl.-mengl.

hoppe m., ndl.-engl. hop, mlat. hupa, habalas, woraus awallon. Iabillon, franz. houbelon,

houblon m. Dafür anord. humli m. und humla

f., schwed.-dän. hamle, mlat. humlo, Tumelo, Qumolo, numulus. Ein germ.*Hemalos könnte aus* humanos entstanden sein(wie kümmel aus lat. cuminus), und eine Form*ua-

würde*hubna-(Kompromißform mit humalus

franz. houblon) und weiter event. hauꝓροο, hopfo ergeben. Aus dem Germ. stammt zweifellos russ. chmel, serb. chmelj, tschech. chmel, poln. chmiel, daraus ngr. xouuext; entlehnt sind auch magyarisch Xomlé, finnisch-esthnisch humala, humal. Die Herkunft des Wortes H. ist unbekannt, doch ist es wohl echt ger- manisch. Andre nehmen Herkunft aus dem Osten an, vgl. E. Kuhn KZ. 35, 313, V. Hehn Kulturpflanzen 463ff. 4BL. hopfen, v., im 16. Jh. bei Paracelsus chirurg. Schriften 43.

ZS. Hopfenstange, f., mhd. hopfen-, hopfestange f.

Hopheh, n. m.(-s, Pl.-e): geringes be- wegliches Besitztum, Habseligkeit. 1777 bei Weiße kom. Op. 2, 220 das Dim. Hophehchen n., bayr. Hopphé, Hoppehé m., Dim.(auch henne- berg.) Hopphéle n., auch nd. Hopphei m. in obiger Bed.(so bei Arnim 1, 57 Hophey), zunächst aber«gesellige Lustbarkeit geringer Leute zu Tanzen und Springen, Lärm». Zgs. aus hopp(s. d.) und he, hei(s. d.), eig.«hüpfe jubelnd auf», 1691 bei Stieler hop, he!

Hopp, m.(-es, Pl.-e): kurzer Sprung in die Höhe; Tanz in solchen Sprüngen(Goethe 1, 179). Dazu anord. hopp n.«Sprung, Springe- tanzo, u. das Zeitwort nd.-md. hoppen«hüpfen- (s. d.), auch schweiz. hoppen(schon 1561 bei Maaler), anord-schwed. hoppa, dän. hoppe. hopp, hop, interj., eig. Imperativ von nd. md. hoppen, 1691 bei Stieler hop und hopp. Hoppas, m.(as, Pl.-e): Sprung, unver- sehner Sprung, Fehltritt, Versehen, 1781 bei Müller Siegfr. v. Lindenberg 1, 61, nd. auch Hopps m. hoppla, Interj., der durch (s. holla) verstärkte Imperativs des Verbs hoppeln, das von hoppen abgeleitet ist.

Hoppelpoppel, m.(-s, Pl. wie Sg.): etwas unruhig Bewegliches, 1804 bei J. Paul Flegelj. 2, 39 vom Herzen; Getränk aus Rum, Eiern und Zucker, durch Schlagen und Rühren zubereitet, bei J. Kerner Bilderbuch 222 Hopel-