88⁵ Holm
homonym 886
Seestädten Platz, wo Schiffe gebaut werden (1782 bei Jacobsson). In der 1. Bed. 1647 bei Olearius Reisebeschr. 254 aus dem Niederd., mnd. 1379 holm m.«Flußinsel», asächs. Rolm m. Berg, Hügel»; dazu ags. holm m. chohe Meereswoge, das hohe Meer», engl. holm «Insel, Werder, Klippe, Hügel», anord. holmr n. und holmi m.«See- oder Flußinsel», dann «Stätte des Zweikampfs, Zweikampf»(Holm- gang), schwed. holme m. und dän. holm«kleine Insely. Gleichen Stammes wie nd. Hull m. «kleine Erhöhung», ndl. hille, hil, ags. hyll m., engl. hill«Hügel». Urverwandt mit lat. collis m.«Hügel», columen, culmen n.«Höhe, Gipfel», gr. oxwvòc m. und koxdbvn: f. Hügel, lit. kälnas m.«Bergs, aber aus dem Deutschen entlehnt russ. cholmä m. Hügel».
² Holm, m.: Griff an der Axt, Nebenform zu 2 Helm(s. d.).
Holper, m.(-s, Pl.-n oder wie Sg.): kleine Erderhöhung als Anstoß auf dem Wege. 1728 bei Menantes allerneuste Art 76. Da- von holperig, adj., bei Lessing 7, 21 holprich, 1540 bei Alberus dict. g 4 ² hölpericht, dafür 1691 bei Stieler holper. holpern, v., 1540 pei Alberus dict. aa3 ², dafür spätmhd. holpeln,
hilpeln. Vielleicht aus hoppeln. Vgl. aber auch
Horbel. Dazu schweiz. hülpen chinken?.
holterdiepolter, auch holterpolter (Bayern), interj.: über Hals und Kopf stür- misch eilend. 1779 bei Schummel Spitzbart 153 holterpolter, 1665 bei Filidor Ermelinde 32 holder die polder; dazu nd. hulder de bulder (bei Voß 4, 75 hulter pulter), flůmisch holder de bolder. S. poltern.
Holünder, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Strauch oder Baum Sambucus. Der Ton liegt in mhd. und ahd. Zeit wie noch heute in den Mundarten auf der ersten Silbe, in der nhd. Schriftsprache auf der zweiten(vgl. lebendig). Mhd. holunter, holunder, woneben holanter, holenter, verkürzt holnder, holder, holler, holer, holr m., daher nhd. Holder, Holr, ahd. holantar, holantar, holander m. Mit der Ableitung-tar(wie in Affolter, Maß- holder, Wachholder) aus einem Stamm, der in schwed. hyll m., dän. hyld vorliegt. Dies entspricht wohl russ. kalina f.«wilder Schnee- ball, Wasser-, Maßholder, türkische Weide, Schlingenstrauch, Mehlbeere». In der Bed. Syringe ist Holunder gekürzt aus spanischer Holder oder Hollunder, welscher Holler 1741 bei Frisch, türckischer, awelscher, römischer ollunder 1711 bei Rädlein. Vgl. Flieder.
Holz, n.(-es, Pl. Hölzer): dichtstehender Baumwuchs, Wald; der harte Stoff des Baumes unter der Rinde; Stück eines Baumes. In diesen Bed. mhd. ahd. holz n.(Pl. mhd. holzer, hölzæer, ahd. holz, holzir); dazu asächs.- mnd.-afries. holt n.«Waldy, ndl. hout n., ags. holt m. n.«Gehölz, Holz als Stoff», engl. holt cmit Bäumen bewachsner Hügel, Hair, anord. holt n., schwed. halt, dän. holt«kleine Wald- streckey». Urverwandt mit abg. Klada f.«Bal- keny, gr. kkddoc m. 2weig, Schößlingy, air. caill«Wald’ꝰ, vielleicht auch aind. Kãstham n. Holzstück». Vgl. Walde s. v. callis. 4.B L. holzen, v.: Holz fällen, es abschlagend sam- meln;(studentisch) prügeln(1813 bei Kluge Studentenspr.). Mhd. holzen«Holz fällen und aus dem Walde führen», mnd. holten; davon Holzung, f., mhd. holzunge f.«Holzhieb. hölzern, adj., 1540 bei Alberus dict. 11 2² nltzern, im 15. Jh. md. holtzern(Diefenbach gl. 329 b), bei Luther hültzern, mhd. vereinzelt hulzerin, im 16. Jh. die ältre Form ver- drängend: höltzen, Trültzen(beide bei Luther), höltzin(Garg. 126), mhd. hülzin, md. hulzin, ahd. holzin, mnd. holten. holzig, holzicht, adj.: holzartig, 1523 bei Carlstad Standt der christglaub. Seelen B 2² holtzig, 1541 bei Frisius 516 b holtzachtig, 1588 bei Tabernä- montanus holtzecht. ZUS. Holzapfel, m.: im Walde wachsender wilder Apfel, mhd. holzapfel(Pl. holzepfele). Holzbirne, f.: wilde, unveredelte Birne, mhd. holzbir f. Holzbock, m.: Waldbock, Rehbock(um 1480 im Voc. inc. teut. m 1 ⁰5); die tierbelä- stigende Milbe Acarus reduvius(1537 bei Dasypodius); Gestell mit gekreuzten Beinen zum Holzsägen, daher bildl. grober unbe- holfner Mensch(mhd. holzboc). Holzschnitt, m.: Holzplatte mit eingeschnittnem Bild und deren Abdruck(1716 bei Ludwig). Holz- taube, f.: in hohlen Bäumen nistende Wald- taube, mhd. holztbe, ahd. holztüba f. Holz- weg, m.: Waldweg zur Holzabfuhr, bildl. irrtümlicher Weg, schon mhd. holzaoec m. Holzwurm, m., mhd. holzwwurm m.
homonynm, adj.: gleichnamig. Die Homo- nymen, gleichlautende Wörter verschiedner Bedeutung, gr. Jat. homönyma Pl., vom gr. Adj. öhchvouoc«gleichnamig», aus gr. ouöc «gleich» und einer Bildung von övoua n. Namey. 1714 bei Wächtler Homonymie f. das Gleichnamigsein». Homonym, n.(-S, Pl.-eln]): doppelsinniges Wort, Rätsel über ein solches.
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