Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
875-876
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875 Hocke

Universität, spätmhd. höchschuol und höhe schuol f. Hochstapler, m.: umherziehender vornehmer gaunerischer Bettler, seit der Mitte des 19. Jh. in der Schreibung Hochstapler verbreitet, dafür früher Gaudieb(s. d.), 1753 Hochstabler, ein berühmter Dieb(Kluge Rot- welsch 1, 229). Zgs. aus hoch«vornehm) und stabüler, stabuler m.«Bettler, Brotsammlery, 1510 im Liber vagatorum(Kluge a. a. O. 1, 38 u. 60), in der Lutherschen Ausgabe von 1528 Stabeler, 1494 bei Brant Narr. 63, 41 stabgl m.«Bettler». hochtrabend, part. Adj., schon mhd. Jochtrabende in heutiger

Bed. Hochverrat, m., 1703 im Zeit. Lex. wild, n.: alles zur hohen Jagd gehörige

Rehe, 1775 bei Adelung(1762 bei Heppe Hochwildpret), dafür 1512 bei Murner Schel- menzunft 44, 13 Ao gwild, noch bei Schiller Tell 2, 1 V. 900 Hochgewwilde n. hochwohl-

hoher Staatsbeamter gebraucht, 1672 pei Stie- ler Sekretariatkunst als Titel der Freiherren. hochwürdig, adj., als Titel von hochge- stellten Geistlichen, mhd. höchawirdec von hoher Würde, 1326 der höwerdege herr(Erzbischof), dazu Euore Hochwird als Anrede des Erzbi- schofs bei Luther 1, 62, jetat Hochwürden. Hochzeit, f., mhd. höchzit und höchgezit, im 12. Jh. höhzit f.«Fest, Kirchenfest(die hohe Zeit, bayr. die hoch Zeit, namentlich Weih- nachten, Ostern, Pfingsten, Allerheiligen), sowie weltliche Festlichkeit, duann festliche Lustbarkeit, hohe Freude, endlich(Anfang des 13. Jh.) Vermühlungsfeier, Beilager; da- zu and. höchgitid f., mnd. höchfit f.«Fest- feier, kirchliches Fest, Verehelichungsfeier?, afries. häãchtid f.«Festtag», ags. héahlid, anord. hãtid f.«Fest. Davon Hochzeiter, m.: Bräutigam, 1582 bei Golius; Hoch- zeiterin, f.: Braut, 1578 bei Fischart Ehz. D 7*, dafür in der Zimm. Chron. 4, 116, 34 hochzeitere f.; hochzeitlich, adj., mhd. hõchzitlich«festlich, hochfesttäglich v, um 1480 im Voc. inc. teut. k 2 b hochzitlich in bezug auf die Vermählungsfeier; ZUS. Hochzeits- bitter, m.: Hochzeitseinlader, 1675 bei Weise; kl. Leute 375. S. Hohelied, Hohepriester.

1Hocke, f.(Pl.-/ꝛ): Haufe im Feld auf. gestellter Garben. Niedersächsisch, 1739 bei Brockes ird. Vergnügen 6, 93, mnd. hocke, hae m. Göttingisch-grubenhagenisch Huche, Hucken m.«Haufe von Sachen», altmärk.

Hode 876 Hock m. Gras-, Heuhaufen», schweiz. Hock m.«Haufey, bayr. Hocken, Hocker m. und tirol. Hock m. Getreide-, Heuhaufen auf dem Felde». Urverwandt mit lit. kügis m., lett. Käudee«auf der Wiese stehender großer

Heuhaufenꝰ, lat. cumulus(aus rcugmulus) m.

Haufey». S. Huche. 4 BL. hocken, v.: Getreide in Hocken setzen.

Hocke, m.: Kleinverkäufer, s. Häke. Hõker.

hocken, v.: zusammengebogenen Leibes, krumm niedersitzen(1561 bei Maaler hoclcen, bei Murner Schelmenzunft Iauchen); wartend

Ssitzen(1556 bei Frisius 897 b); dauernd fest- Hochwald, m., mhd. hochzwalt m. Hoch- 1670 bei Grimmelshausen Simpl. 2, 44, 6 Kllr. Wild, insbes. das Rotwild, Edelhirsche und

sitzen(1531 bei Franck. Chron. 404 hucken,

äber den Büchern hocken; sich auf einen kauernd niederlassen. In der letzten Bed.

mhd. hucken(Mone Schausp. l, 313). Mnd.

Qucken, hulren und ndl. 1598 hucken in der

ersten Bed., daneben mhd. hchen«Kauern, geboren, part. Adj., als Titel Adeliger und

sich ducken»(s. heucheln), ndl. huiken, anord.

hüka«kauern, hocken?,"oinn Part.«nieder-

gebogen, krumm, schwed. hula hocken». Wohl zu 1Hocke. 4 B L. Hocker, m.(-s, Pl. wie Sg.): wer hockt(in Ofenhocker, Stubenhocker); Schemel, Zeichenstuhl.(Diese Bedeutung noch nicht bei Grimm.) Höcker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Auswuchs des Rückens, Buckel. Mhd. hoger m.(auch Bucklichter), im 15. Jh. hoger. hocker, noch 1664 bei Duez Hocker, 1678 bei Krämer Höcher. Die äültere Porm ist mhd. hover m.«Höcker?(auch Buckliger), ahd. hovar m., mnd. hover, haver, ags. hofer m., noch

älternhd. im 16. Jh. Hofer(bei Alberus der

Barfuser Münche usw. Nr. 118 Hofer neben Huber m. in Nr. 302); urverwandt mit lit. Kuprã f.«Buckel, Höckery, kupris m.«der Bucklige», gr.«ögoc n.«Höcker, Buckelp, Dcéc«gekrümmt, höckericht», aind. Kubjas cbuckeligy. Vgl. Hügel und Hübel. Höchen ist wohl unter Einfluß von hocken aus Hofer umgebildet. 4BL. höckericht, adj., mhd. Rockereht, hogreht, im 15. Jh. hockericht, 1429 horot, im 12. Jh. hogeroht, in ältrer Form mhd. hoveroht, hovereht, ahd. hovaroht buck- lichty, ags. loferede.

Hode, f.(Pl.-n), auch Hode(n), m.(Gen. -ns): lat. testiculus. Mhd. hode m., ahd. hodo m.; dazu afries. hothan m. Anknüpfungen sind nach mehreren Seiten möglich. Ent- weder zu lat. cöleus aus kautsleios, lit. kutis Beutel⸗, kymr. cio«Hodensack» oder zu