873
Hoboe
höffelen(Diefenbach gl. 189 b), nnd. höveln, danach bei Luther(1. Kön. 6, 36) höffeln. Entlehnt schwed. hyfla, dän. höule, isländ. hefla. ZUS. Hobelbank, f., 1508 in der Straßburger Gemma h 6b. Hobelspan, m, 1556 bei Frisius 1169 b Hobelspän Pl. Hobos, in österreich und Bayern auch Oboe, f.(Pl.-n): scharftönendes, hölzernes Blasinstrument. 1703 im Zeitungslex. Haut- bois«Art Blasinstrument, welche meist bei den Regimentern zu Fuß und den Dragonern gebrauchet werden, 1716 bei Ludwig(teutseh- engl. Lex. 925) Hoboy oder schalmey. Aus gleichbed. franz. haut-bois m., d. i. wörtlich Hochholz(haut choch», bois m. Holzy!, weil hoch(bis ins 3 gestrichene 9) gehendes hölzernes Blasinstrument. Entlehnt ins Ita- lienisthe 0bo6 m. und daher bei uns später auch Oboe. Hoboist, m.(cen, Pl.-en): Hoboenbläser. 1711 bei Rädlein 489 b«der auf einer Frantzösischen Schalmeye bläsety. hoch, adj.(flekt. hoher, hohe, hohes, Komp. höher, Sup. höchst): ausgedehnt nach oben. Mhd. höch(flekt. höher), hô, ahd. höh, hô; dazu asächs. höh, mnd. hõöch, hoge, ho, nndl. hoog, afries. häch, häg, ags. hésah, héa, höh, engl. high, anord. hõr, hãr, schwed. hõg, dün. höl, got. hauhs. Der Komp. mhd. hõher, hæher, ahd. höhiro, ags. héahra; der Superl. mhd. höhest, hœhest(noch bei Luther höhest), höst, ahd. höhist, asächs. höhõst, ags. héahst, got. hauhists. Das Adv. mhd. höhe, hô, ahd. und asächs. höho, mnd. hoge, ags. héah, héa, got. hauhaba. Dazu mit Ablaut und gramma- tischem Wechsel Haug und Hügel(s. d.), got. hiuhma m. Haufen, Menge», hüljan«sam- meln, aufhäufen», und weiter lit. kaukarã f. Hügels, ka3kas m.«Beule», lett. Kuckur s Höcker, Buckel», russ. küa f.«Haufe», aind. kudas m.«weibliche Brustz. Das schwach- flekt. Adj. substantivisch die Hohen, mhd. die hôhen die Großen des Landesy». 4L. höchlich, adv.: in hoher Art, bei Lutber, vom Adj. mhd. höchlich, ahd. höhlih«er- haben», ags. héaltc, im Adv. héalice, engl. highlgy. höchstens, adv., bei Luther Briefe 2, 662 von 1525. S. Höhe, höhen, Hoheit. ZUS. Hochachtung, f., 1531 bei Hedio Josephus Vorr. 5 b. Hochaltar, m.: Haupt- altar, 1775 bei Adelung. Hochamt, n.: die feierliche Messe vor dem Hochaltar, bei Ade- lung. hochbegabt, adj., 1578 bei Fischart Ehz. Vorr. 3b. hochdeutsch, adj.: ober- deutsch, süddeutsch, 1488 in Städtechron. 3,
hoch 874
67, 16 in hochteutschen landen, um 1480 im Voc. ine. teut. k 2b Hochteutschlant und Hoch- teutscher, von der Sprache 1581 bei Fischart Bienenkorb Titel auff gut preyt Fränckisch hoch Teutsch im Gegensatz zu auff Nider Teutsch; dann«schriftdeutscho, 1741 bei Frisch Hoch-Teutsch, wie die Gelehrten teutsch reden und schreiben, im Gegensatz der unreinen, ungeschickten teutschen Aussprach und Mund- Art. hochfahrend, adj., bei Goethe 7, 200. Hoehflut, f., schon ags. héahflôd m., anord. hãflãd f. Hochgebirge, n., mhd. hôch- gebirge n. von den Alpen. hochgeboren, part. Adj., mhd. höch geborn, höchgeborn cvornehmem Geschlecht entsprossen, edel»: jetzt als Titel der Grafen, denen nicht das höhere erlaucht zukommt, schon 1540 bei Hug Rhetorica 145b als Titel der gefürsteten u. nichtgefürsteten Grafen. hochgelehrt, part. Adj., mhd. höchgeléret, 1641 bei Schot- tel 376 hochgelahrt. Hochgericht, n., mhd. 1256 högerichte n. Gerichtsbarkeit in allen wichtigen bürgerlichen und krimi- nellen Sachen»(Haltaus 930), spätmhd. im 15. Jh. hochgericht n.«peinliches Gerichty; dann eVollziehungsstätte der hohen Gerichts- barkeit, Richtstätte»(15. Jh., Weist. 2, 51), «Galgen»(Weist. 2, 410 von 1499). hoch- geschoren, part. Adj.: vornehm, hochge- stellt, 1534 bei Wirsung Calistus cc 3, in urspr. Bed. mhd. höchbeschorn«mit äußerst be- schorenem Haar», dann mit Bezug auf die große Tonsur der hohen Geistlichkeit höhe beschorn(Erec 6632). hochherzig, adj., 1641 bei Schottel 376, anders got. hauhhaérts, ags. héahheort chochmütig». Hochmeister, m.: der oberste Vorgesetzte eines geistlichen Ritterordens, mhd. höchmeister, md. im 14. Jh. hõmeistir. Hochmut, m., mhd. höchmuot, md. hömät m.«edle gehobene Gesinnung, große Freudigkeit», dann die Überhebung derselbeny, daneben mhd. hochmilete, hoch- muot f. Übermuts, ahd. höhmuoti f. Hoch- mut» und das Adj. höhmuote chochmütigs; hochmütig, adj., md. hömätic, ahd. höh- muotig im heutigen Sinne. hochnotpein- lich, adj., als Beiname des Halsgerichts (s. d. und Hochgericht), 1663 bei Schottel 257, gesteigert aus hochpeinlich 1697 bei Be- sold Thesaurus 1, 355, vgl. hochnotdringende Ursachen 1641 bei Schottel 376. Hochofen, auch Hohofen, m.: hochaufgebauter Ofen zum Schmelzen von Erzen. Noch bei Schiller
Eisenhammer hoher Ofen. Hochschule, f.:


