Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
861-862
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861 hi

ZUs. Hexenmeister, m., 1561 bei Maaler Häxenmeister. Hexenschuß, m.: plötz- licher rheumatischer Schmerz in der Hüfte, vgl. 1562 bei Mathesius Sar. 154 b wie die Unhulden und Hexen viech und leute glieder schiessen, hexen und verlehmen, 1610 bei Colerus Hausbuch B. 6, Kap. 58 Hexengeschoß n.«Geschwür, in dem man Haare, Gräten, Federn findety, ags. hœgtessan gescot in urspr. Bedeutung.

hi, Interj. des kichernden Lachens. 1520 bei Wirsung Calixtus B 5 b hi, hi, hi.

hickeln, v.: auf einem Beine hüpfen; hinken. Hessisch hickeln, fränk. hückeln, 1664 bei Duez hinckelen cauff ein Bein hupffen», elsäss. Hickeren«krumm gehen, hinkeny». Mhd. hickeln chüpfen, springen».

hie, s. hier.

Hieb, m.(-és, Pl.-e): schneidender, dann überhaupt eindringlicher Schlag. 1506 in Nürnb. Chron. 5, 705, 29 hieb. Von hauen(s. d.). 4L. Hieber, m.: Hiebwaffe(studentisch bei Miller Walther 148), 1734 bei Steinbach, dafür Hiebdegen 1664 bei Duez.

Hiefe, f.(Pl.-n): Hagebutte. Fränkisch. Mhd. hiefe f.«Hagebutte und Hagebutten- strauch», ahd. hiufo, hiafo m.«Dorn, Dorn- strauch»; dazu asächs. hiopo m. Dorny, ags. hõope f.«Hagedorn, engl. hip, aschwed. hiupon, ferner ahd. Niufaltar, hiufolter m., hiefaltra f., mhd. hiefalter f.«Hagebuttenstrauch»(vgl. Maßholder, Wachholder). Vielleicht urver- wandt mit abg. sipäkcä m.«Hagerose?, bulg. sipkũ Hagebuttes, nslow. Séiνpek, serb. Säpak m. «Granatapfel, Hagebutte». Die Abweichung in der Lautverschiebung müßte wohl durch n-Assimilation erklärt werden.

hier, hie, adv.: an diesem Orte. Mhd. hier, gewöhnlich hie, ahd. hiar, hia; dazu asächs. hër, hier, Rr, mnd. hir, mndl. hér, hier, afries. hir, ags. anord. hér, schwed. här, dän. her, got. her. Eine Bildung zu dem alten Pronominalstamm, der bei heint(s. d.) besprochen ist, vgl. her, heuer, heute, hin, hinnen. In Zusammensetz. hierauf(1561 im Amadis 1, 14), hieraus(1626 bei Zinegref Apophth. 1, 73), Rierbei(mhd. hie bi), hier- durch(Amadis 1, 58), hierher(bei Luther hieher), hierin(mhd. hier inne), hermit(mhd. hie mite), hiernach(bei Hulsius Dict. 1605 hienach), hierunter(mhd. hier under), hiervon (Schuppius 15), hiereu(bei Luther hie zu). Die Formen mit hie sind in Süddeutschland

sehr gelüufig. Die bayrische Orthographie

Hlfe 862

schreibt sie regelmäßig, wenn das zweite Glied konsonantisch anlautet, österreich schreibt hiebei, hiedurch, hiefür, hiegegen, und läßt die andern neben hier- zu. 41. hiesig, adj., von hie gebildet wie dasig(s. d.) von da, 1618 bei Schönsleder, dafür im 15.17. Jh. hieig(Nürnb. Pol.-Ordn. 246) und im 16. Jh. hieisch(Mathesius Sar. 75²). Hieroglyphe, f.(Pl.-n): Zeichen der ägyptischen heiligen Bilderschrift. Zu gr. lépofXOooc n.«Hieroglyphenschreiber», von iepéc cheiligy und XOerv«eingrabeny. Bei Goethe Br. 24. 3. 79. hieroglyphisch, adj., bei Fischart Garg. 40 hierogliphisch, nach gr. Jat. hieroglyphicus, gr. ieporXuoixöc.

Hift, m.(-es, Pl.-e): Stoß ins Jagdhorn.

Im Neuw Jag- und Weidwerkbuch(Frankf. 1582) 1, und 1663 bei Schottel Hit m.,

1664 bei Duez Hifft und Hüfft m.«Weyd- geschrey, mit dem Horn oder auch mit dem Mund», 1678 bei Krämer Hifpt v., 1686 bei Mühlpforth Geistl. Ged. 16 Hift f.«Jagdruf mit dem Jagdhorn», dagegen 1719 bei Fle- ming t. Jäger 2542 Hief m., wohl zu ahd.- got. hiufan, asächs. hiovan, ags. héafan und héofan«klagen, wehklagen». ZUS. Hift- horn, n.(-s, Pl. Hifthörner): kleines Horn des hirschgerechten Jägers, 1719 bei Fleming teutscher Jäger 253 b Hief-Horn, 1746 bei Döbel Jäger-Practica 3, 105 Hüffthorn, 1763 bei Heppe Jäger 203 Hifthorn.

Hilfe, f.(Pl.-n selten), das Subst. von helfen(s. d.). Mhd. hilfe, meist helfe, abd. hilfa, gewöhnlich helfa f.; dazu asächs. helpa, mnd. und afries. helpe, ags. helpe und help, anord. Malp f., dän. Hjälp. Vornehmlich durch Luther hat sich die aus dem Md. und Nd. aufgenommene Form Hülfe geltend gemacht, md. im 14. Jh. halfe, ahd. einmal halpa, in den Psalmen hulpa, mnd. und mndl. hulpe f., nndl. hulp neben help f. Die Schreibung Hülfe ist heute noch zulässig, doch wird Hilfe vorgezogen. ZUS. Hilferuf, m., 1808 bei Campe Hülferuf als junges Wort. hilf- los, adj., mhd. helfe-, helflôs, ahd. helfelos, asächs. hulpilos, afries. helpelõôs; davon Hilf- losigkeit, f., 1741 bei Frisch. hilfreich, adj., mhd. helferiche. Hilfsmittel, n., 1581 bei Fischart Bienk. 109 b Hülfymittel. Hilfs- quelle, f., 1773 von Wieland im Teutschen Merkur 1, 227 für das franz. ressource f. ge- bildet. Hilfszeitwort, n. im 19. Jh., dafür 1641 bei Schottel 416 Hülffewort und noch bei Adelung und Heynatz Huülfswort.