Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
857-858
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857 Herzog

rechten des 13.14. Jh. hertschlechtig, hd. im 16. Jh. hartschlechtig(Frankf. Reform. 2, 9§5) und mhd. harteslaht f. Herzschlächtigkeit des Pferdesy». Im Ahd. heißt der Schrecken herzeslagõd m., eig.«das Herzschlagen oder klopfen.

Herzog, m.(-s, Pl.-e, auch Herzöge): der im Range zunächst unter dem Kurfürsten und Großherzog stehende Fürst. Noch im 17. Jh. mit schwacher Flexion(Gen. u. Pl. Herzogen), seit der zweiten schlesisch. Dichter- schule Ende des 17. Jh. starkbiegend. Mhd. herzoge, ahd. heri-, herzogo, herizoho m.; dazu asächs. heritogo, mnd. her-, hartoghe, her-, hartoch, afries. hertoga, ags. heretoga, anord. hertogi m., schwed. hertig, dän. hertug. gs. aus ahd. heri«Heer»(s. d.) und dem von æiehen(ahd. 2iohan, asächs. tiohan, got. tiuhan) abgeleiteten, auch in ahd. magazoho, maga- z090 Knabenerzieéher» erscheinenden ahd. 20ho,-2090,(= lat. duæ m.«Führers), also urspr.«der mit dem Heere auszieht», im Ahd. Heerführer, Vorgesetzter des Heeres». Davon Herzogin, f., mhd. herzoginne, her-

zogin, herzogin, ahd. herizohin, herzogin. her-

z0glich, adj., 1664 bei Duez. Herzogtum, n., mhd. herzogen-, herzogtuom, gekürzt herzen- kuom n., spätahd. herzogentuom.

herzu, s. her.

Hesse, m.(-n, Pl.-n): Volksname. Mhd. Hesse, ahd. Hasso, Hesso m.(auch Personen- name), mlat. im 8. Jh. Hessus, Hassus, Hessio, bei den Römern das nicht unmittelbar iden- tische, sondern nur stammverwandte Chattus (Tacitus Germ. 29). Der Name Hesse, idg. *Cassio- kehrt im Keltischen wieder in Bodio- casses, Tri-casses(= Tpixdccioi bei Ptol.) Velio-cassi, Cassi-mara, auch wohl in gr. Käccavdpoc, lat. Cassius, ist aber als Name nicht sicher deutbar. RA. blinder Hesse, 1621 bei Vilmar Id. 43 blinde Hundehessen,

im 16. Jh. bei H. Sachs 17, 399 die Hessen

engst(vexiert) man mit den Hunden, mit Bezug auf eine Stammsage, wonach der Stammesherr der Hessen und Schwaben(1541

bei Franck Spr. 2, 49 b blinder Schaab) von

einem Hunde erzeugt oder als Neugeborner für einen blinden Hund ausgegeben wurde. In Wirklichkeit geht der Ausdruck blind wohl auf die geistige Blindheit und ist gleich dumm. Hessen, n.:

Hessen zu den Hessen» gekürzt. hessisch, adj., 1561 bei Maaler,

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hetero-, mehrfach in Zusammensetzungen, ist das gr. Erepoc«der andre». heterodox, adj.: anders-, irrgläubig, aus gleichbed. gr. erepôdokoc(Doẽoc von dota f.&Glaube). Im 18. Jh. heterogen, adj: anders geartet, aus gr. Erepo-Tevhc«von einem andern Geschlecht (Tévoc n.)) 1796 von Heynatz durch«un- gleichartigy verdeutscht. 1710 bei Nehring heterogenus.

Hetman, m.(-S, Pl.-s): Kosakenober- haupt. Aus gleichbed. kleinruss. hetman, ent- lehnt aus deutsch Hauptmann. 1710 bei Nehring; offenbar ist der Ausdruck durch Mazeppa bekannt geworden.

Hettel, f.(Pl.-n): die Ziege, bes. die junge. Alemannisch. Mhd. hatele f., dazu 1563 bei Mathesius Hochzeitpred. 135, 30 das Dim. Hettlein n., bei Grimmelshausen Simpl. 3, 356 Kz. Hetel n. Entsprechend nd. hitte f., anord. hadna f.«junge Ziege». Verwandt ist ir. cit«Schaf»(Zupitza 206).

Hetze, f.(Pl.-n): Hetzjagd(Ende des 16. Jh. bei Schweinichen 1, 251); Koppel Hunde zur Hetzjagd(1775 bei Adelung); das eilige Treiben(Wieland 3, 33). Vgl. Hatz. Von hetzen, v.: zu Haß, zu Verfolgung reizen, mhd. hetzen, ahd. hezzen, mnd. hissen, hitzen, hessen jagen, aufreizen». Gleichen Stammes wie Haß(s. d.). Hetzer, m., 1691 bei Stieler, spätahd. anahetzari m.«Anhetzer», mnd. hitzer. Hetzerei, f., bei Goethe 29, 170.

Heu, n.(-es, ohne Pl.): gedörrtes Gras, insbesondere der ersten Schur. Mhd. höaaoe, höu, heu, ohne Umlaut houlbe, ahd. heawi, houiwi n., noch im 16. Jh. Hau, Hauao, wetter- auisch; dazu asächs. houaoi, and. hõο, mnd. hoi, hoig, haup, ndl. hooi, ags. heg, engl. hap, anord. hey n., schwed.-dän."5, got. hauwi n., gewöhnlich von hauen(s. d.) abgeleitet, also urspr.«abgehauenes Gras». Lidén Uppsala- studier 94 vergleicht lit. sékas m.«Grün- futtery, aind. çãkam n.«eßbares Kraut Ge- müses. 4BL. heuen, v., mhd. höuzen«Heu machen». ZUS. Heumonat, m.: Monat der Heuernte, Juli, mhd. hõöumãnõt, mänet, ahd. hewimãnoth m. Heuschober, m.: Heu- haufe, im 15. Jh. hewoschober bei Diefenbach gl. 127, s. Schober. Heuschrecke, f.(Pl. -n): Feldgrille, Grashüpfer, mhd. hõuschrecke,

Hessenland, mhd. Hessen(Nibel. 175, 1), eig. Dat. Pl., aus ze

SSchricke m., ahd. hezwiscrekko, houscrecho m., das Mask. noch bis ins 17. Jh., 1664 bei Duez Fem. Heawschreck; dafür ndl. Sprinkhaan, ags. gœrshoppa m. Grashüpfer? und gœrsstapa m. Grasgänger», engl. grasshopper, got. Fram-