Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
853-854
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Herling

Herling, m.(-s, Pl.-e): unreife Traube aus später Blüte. Bei Luther Heerling, mhd. herlinc m., entstanden aus Herbling risch 1, 4452«von herb, weil die Zähne davon stumpf werden»).

Herlitze, f.(Pl.-n): die Hornkirsche. 1557 bei Lonicer und 1578 bei Frischlein Nom. Kap. 19 Herlitze, 1561 bei Cordus Herlitzen- baum, ahd. arliz-, erlizboum, harlezboum. Vgl. Björkmann ZfdW. 2, 214 und Arleshaum.

Hermandad, f.: Polizei(in etwas spöt- tischem Sinne). 1791 bei Roth. Aus span. santas Hermandades cheilige Brüderschaften, von span. hermano Bruder» aus gleichbed. lat. germänus. Sie kamen 1466 in Kastilien zur Abwehr von Räubern auf.

Hermann, Mannsname. Ahd. Hari-, Heri-, Hermann, eig. aber Appellativ mhd. here-, herman, ahd. hari-, heriman, ags. hereman, anord. kermadr m.«zum Heerdienst verpflich- teter Freier, Kriegsmann»(s. Heer und Mann). Falsch für lat. Arminius gebraucht, schon 1536 bei Polychorius Sueton 16², 1538 bei S. Franck Chron. 18.

Hermaphrodit, m.(-en, Pl.-en): Zwitter.

1512 in den Reichsordn. 83 b Hermofroditen

Pl. Von gleichbed. gr. lat. hermaphroditus m, gr. épHa†ᷣρdroc m., eig.«Sohn des Hermes und der Aphroditey.

Herme, f.(Pl.-/): Bildsäule, bei der nur der Kopf ausgearbeitet ist. Aus gr. Egußc, eig. cder Name des Gottesv. Ende des 18. Jh.

Hermelin, n.(-s, Pl.-e): das große weiße Wiesel des Nordens; m. das Pelzwerk dieses Tieres. Im Nhd. mit fremder Betonung(nach

ital. ermellino) auf der letzten Silbe, mhd. Mhd. hermelin

und ahd. aber auf der ersten. n.(auch das Pelzwerk), ahd. harmelän n.,

Diminutiv des mhd. harme, harm, ahd.-and.

harmo m.«Wiesel, Hermeliny, ags. kearma m. Wiesel», urverwandt mit lit. Sermaõ, Sarmonss m.«Wiesel, Hermelin». Aus dem Germa- nischen entlehnt franz. hermine f., afranz. erme, ermine f., ital. armellino, ermellino m., span.

armiso m., port. armelina f.«Hermeliny. Nach

Meyer-Lübke Z. f. rom. Ph. 19, 94ff. steckt das Wort auch in rhätorom. carml. hermétisch, adv.: luftdicht, in herme- tisch verschlossen. 1716 im Mathemat. Lex., aus dem neulat. Adv. hermetice«chemisch», eig.«mit geheimnisvollem Siegel versehen, mit Bezug auf den luftdichten Verschluß einer Glasröhre, den Hermes Trismegistus erfunden, ein mythischer ägyptischer Weiser,

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der für den Vater der Alchimie(philosophia hermetica) gehalten wurde».

hernach, hernieder,-hero, s. her.

hernehmen, v.: tadeln, eig. vor sich zitieren(vom Richter). 1626 bei Zincgref Apophth. 1, 170.

heröisch, adj.: heldenhaft, heldenmütig, heldenmäßig. 1616 bei Albertinus Lucifer 5, nach dem gr. Jat. Adj. hérõicus aden Heroen angehörig», von gr. iipuc m.«Heros, Held». Davon Heroismus, f.: Heldentum. Im 18. Jh. Heroine, f.: Heldin. Im 17. Jh.

Herold, m.(-s, Pl.-e): Aufseher bei Turnieren und Festen; feierlicher Bote und Verkündiger. Spätmhd. im 14. Ih. keralt, erhalt m., im 16. Jh. Ehrnhold, aus gleich- bed. afranz. heralt m.(13. Jh.), nfranz. hérdut m., das nebst ital. araldo, span. haraldo, aspan. haraute, mlat. haraldus, herauldus, heroldus m. auf einem vermuteten ahd. heriwalto ͥHeer- beamter» beruht, noch erbalten im asächs. Eigennamen Heriold, anord. Haraldr.

Herr, m.(Gen. u. Pl.-en,-n): der Be- fehlende und der zu befehlen Befugte, auch als Ehrentitel. In der 1. Bed. unverkürzt Herre noch bei Goethe 6, 128, Schiller Tell 3, 1. Mhd. hérre, herre(in der Anrede hér, her), ahd. hériro, hérro, kerro m.; dazu asächs. hérro, ndl. heer, afries. hera, her, aus Nieder- deutschland entlehnt ags. hearra, herra und anord. herra, herri, schwed.-dän. herre m. Ahd. hériro ist urspr. schwachbiegender Kompa- rativ von hehr(s. d.), also«der Erhabnere, Vornehmere, Gewaltigere» oder noch mit der ursprünglichen Bedeutung«alt»; ühnlich aus lat. senior der Altrey franz. seigneur, sire und sieur, ital. signore, span. sefor m.«Herry. 4B L. Herrin, f., 1537 bei Dasypodius, da- für mhd. vroue«Frau», ahd. neben frouaoa auch herra f. herrisch, adj.: sich als Herr benehmend, bes. in auffälliger, beleidigender Weise(1691 bei Stieler), mhd. hérisch, hersch cnach Herrenart sich benehmend, herrlich», urspr. von mhd.- ahd. hér, hehr(s. d.) abge- leitet, dann aber auf Herr bezogen, wie mhd. herrisch bei Frauenlob zeigt. herrlich, adj, mhd. hérlich, ahd. hérlih,«erhaben, vornehm, ausgezeichnet, glanz-, prachtvoll», and. hérlik cvornehm», noch 1540 bei Alberus dict. ce herlich, hehrlich, im Adv. mhd. hérliche, ab- geleitet von hehr(s. d.), aber auf Herr be- zogen, bereits bei Luther herrlich, wie mhd. herrenlich cherrlich» und and. hérrilzk(?) cdem Herrn gehörig». Herrlichkeit, f.,

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