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Herbarium 85⁰
an Zugtiere, einen Fuß aufzuheben und Lock- suchen. Von dem Adj. heraldicus auch He-
ruf für die springende Ziege. Dann Spott- ruf für die Juden seit 1819. Vgl. Hipplein.
Heppe, f.: Ziege, s. Hipplein.
her, demonstratives Pronominaladverb: in der Richtung zu dem Sprechenden. Mhd. here, her chierher», ahd. hera, am Oberrhein und in der Schweiz hara, ebenda mhd. und zlternhd. har(s. har), volltönig erhalten in dem jetzt veralteten, zuerst in der zweiten Hälfte des 16. Jh. erscheinenden-hero(an-, bis-, dahero), abgeleitet von demselben Pro- nominalstamm wie heute, heint(s. d.); dazu got. hiri ckomm hierher»! ZUS. herab, adv., mhd. her abe, dagegen älternhd. heraber ist gekürzt aus mhd. herabher«von— hery; herablassen, v. refl.: zu einem Niedern gnädig abwärts steigen, 1716 bei Ludwig; herabsetzen, v.: geringer machen an Wert usw., 1757 bei Rabener Sat. 4, 60. heran, adv., im 17. Jh.(bei Fleming 472 vom J. 1638, gekürzt rane 1601 bei Adrian Mitteil. 377), dafür im 16. Jh. anher. herauf, adv., mhd. her df, ahd. hera uf, hara af. heraus, adv., ahd. hera dz, älternhd. heraußer ge- kürzt aus heraußher; herausfordern, v.: zum Kampfe fordern, 1590 bei Dedekind christl. Ritter 39 b; herausnehmen, v. refl.: sich ohne Befugnis eine Freiheit nehmen, 1663 bei Schuppius 650; herausstreichen, v.: lobend hervorheben, bei Luther 6, 546, H. Sachs Fastn. 52, 88. herbei, adv., bei Luther er bei(2. Mos. 16, 9). herein, adv., mhd. her in. herfür, adv., mhd. her für chervor»(s. d.), heute nur noch altertüm- lich und mundartlich. hergegen, adv., volks. tümlich herentgegen, mhd. her engegene. her- nach, adv., mhd. her näch, ahd. hera, nãh, hara näh nach diesem, nach dieser Zeity. hernieder, adv., mhd. her nider, ahd. hera nidar, hara nidar. herüber, adv., spätahd. hara(hera) ubere. herum, adv.: im Kreise, hier- und daher, da- und dorthin, mhd. her umbe, her umb, vgl. umher. herunter, adv., mhd. her under. hervor, adv., erst im 16. Jh. spärlich auftauchend, im. Mhd. her vür, vor 1122 here fure, ahd. hara furi. herwärts, adv., mhd. herwert. herzu, adv., mhd. her zuo, ahd.(bei Notker) kera zua, hara zu.
Heräldik, f.: Wappenkunde. 1728 bei Sperander. Aus dem Fem. des neulat. Adj. heraldicus, abgeleitet von mlat. heraldus m. «Herold»(s. d.); die Herolde hatten bei
räldiker, m. und heräldisch, adj.(bei Goethe 27, 304).
Herauch, m.(-es, selten Pl.-e): der pläulich-weiße oder bläulich-rote nebelartige Dunst bei trockner Luft und heißem Wetter. 1579 bei Mathesius Postilla 3, 384 Hehrauch, 1680 bei Lohenstein Sophonisbe 369 Häge- rauch, bayr. Hairauch, Haidampf, Hainebel m. und Gehai n.(österreich. Kai n., schweiz. Gehei m.«Hitznebel, Föhndunst»), abgeleitet von ahd. hei cheiß, dürr»(Steinmeyer-Sievers ahd. Gl. 1, 268, 28), hess. 1464 heye, 1476 hege«trocken»(Frisch 1, 396 b), noch ober- hessisch hei, heie, heige, hege«trockenꝰ, schwäb. gehai«dürr, ausgetrocknet, dunstig bei war- mem Wetter», schweiz. gehei cdunstig, trübe»), ahd. hei, gihei n. und mhd. gehei, geheie n. Hitze, Brand», ahd. arheigén, erheien und mhd. heien«brennen». Umgebildet, da der Dunst besonders gegen Höhen hin sichtbar ist, 1784 im Teutschen Mercur 2, 3 Höhen- rauch, bei Goethe 30, 53 Höherauch, 1851 bei Freiligrath neue pol. Ged. 2, 35 Hõhrauch, in Westfalen und Friesland Haarrauch, nebliger Rauch, der von dem Brande eines Moores entsteht(Immermann Münchhausen 3, 100 und 108, zuerst in einer Verordnung Ernst Augusts von Osnabrück vom 20. April 1720, von westfäl. Haar f.«Höhe», s.2Haar); ferner Heerrauch 1796 bei Adelung und bei Goethe Naturw. Schr. 1, 64 Heidenr quch 1586 bei Rudolph Zeitbüchlein M 2 b, Heide- rauch 1788 bei Musäus Volksmärchen 2, 44.
heraus, s. her.
herb, adj.: rauhscharf empfindlich, rauh- scharf zusammenziehend(von Geschmack). Md. im 14. Jh. herbe, mhd. hare, har und here, her, flekt. harewer, harwer und here- wer, herwer, im 15. Jh. harb; dazu mnd. herwen«herb machen». Vielleicht gleichen Stammes wie Harm(s. d.) und das Adj. asächs. harm, ags. hearm, herm verletzend, kränkend, schmerzlich». Vielleicht aber zu einer Sippe, die«kratzen, schereny bedeutete, vgl. keipetv, ahd. skeran«scheren?, lit. Kkartus cbittery, aind. katüs«scharf, beißend» u. a. Vgl. Brugmann Idg. Forsch. 15, 97. 4 BL. Herbe, f., spätmhd. heruwe, herbe f. Herbig- keit, f., 1664 pei Duez. herblich, adj., 1741 bei Frisch. Herbling, s. Herling.
Herbärium, n.(-s, Pl. Herbarien): Samm- lung getrockneter Pflanzen. Aus gleichbed.
Turnieren und Festen die Wappen zu unter- lat. herbärium n. von herba f.«Kraut, junge
weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
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