Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
845-846
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845 Hellbank

Hemd 846

Hellbank, s. Hölle. Hellebärde, f.(Pl.*/): Spieß mit Beil- eisen zum Hauen und Stechen. Mhd. und noch im 16. Jh. helmbarte, dann abgeschwächt heln-, hellen-, helbarte f., d. h. Barte(s. Barte) zum Durchhauen des Helmes im Kampfe, aber nicht zgs. mit Helm Stiel»(s. d.), den jede Barte hat. Aus dem Deutschen ent- lehnt gleichbed. franz. hallebarde, ital.-span.- portug. alabarda f., hieraus schweiz. im 16. Jh. Hallebarte, parte. Davon Hellebardier, m.(-S, Pl.-e), 1597 bei Gilhusius Gramma- tica 124 Hellpartirer, noch franz. hallebardier, span. alabardero m.«Hellebardenträgery. Heller, m.(-s, Pl. wie Sg.): kleinste Kupfermünze. Mhd. hallœre, haller, heller, häller m., mit Auslassung des Wortes Pfennig statt(1359) haler phenning, mlat.(denarius) Hallensis, d. h. zu Schwäbisch-Hall geprägter Pfennig. Dagegen gleichbed. mhd. und mnd. hellinc, ahd. halling m. ist aus mhd. helbe- line, helblinc m. chalber Pfennigy gekürzt. hellig, adj.: abgemattet, müde, abgezehrt, ganz ausgedorrt; leer oder blöde im Magen, hungrig und durstig(Voß Luise 2). In der 1. Bed. mhd. hellic, hellec, in der 2. frühnhd.; mnd. hellich in beiden Bed. Das Adv. hellig bei Luther Jer. 2, 25. Abgeleitet von dem mhd. Adj. hel«körperlich nicht kräftig, am Körper dünn, dürftig», niederhess. hal, hül cabgemagert, mager, trocken, dürr, aus- trocknend, z. B. Hehlsau«mageres Schweins. Dazu ndd. hal, ndl. haal«trocken» und lett. kalstu, kalst«vertrocknen, verdorren, Kalss magery, ka'ltét«trocknen»(Zupitza 113). Da- von helligen, v. in ab-, behelligen, mhd. helligen, hellegen cdurch Verfolgung ermüden, stören, plagen, quälen», mnd. helligen«er- müden, quälen?. Helling, f.: die zum Wasser geneigte Ebene auf der Schiffswerft, dann die Werft selbst. Mnd. helling f., von mnd.-mhd. helden abschüssig geneigt seins, ahd. heldan, asächs. in afheldjan zu Ende kommen», ags. Il- dan, heldan asich neigen», anord. halla. Zu Halde(s. d.). hellsch, s. höllisch. 1 Helm, m.(-es, Pl.-e): hohe metallene Schirmbedeckung des Kopfes; das obere runde Dach am Kirchturm(1561 bei Maaler). In urspr. Bed. mhd.-ahd. helm m.; dazu nd. ndl.-afries.- ags. helm m.(im Ags. auch Be- schützer, Hülles), engl. helm, helmet, anord. njalmr m., schwed. hjälm, dän. hjelm. got.

hilms m. Gleichen Stammes wie ahd. helan «verbergen, bedecken»(s. hehlen), urverwandt mit aind. çärma n.«Schutzy; aus dem Ger- manischen entlehnt abg. Sleml m.(daraus lit. Sälmas m.)«Helmꝰ, ferner ital.-altspan.- port. elmo, franz. heauume, afranz. helme, elme m. Helm». 48 L. helmen, v., nd. 1420 helmen ceinen Helm aufsetzen?(Diefenbach gl. 256 2), mhd. gehelmet Part.

² Helm, m. n.(-es, Pl.-e): Stiel eines Hauwerkzeuges. Um 1480 im Voc. inc. teut. k 8 b(Diefenbach gl. 104) helm neben khelb, mhd. halm, halme m. neben halp, help m.

(Pl. helbe), spätahd. halbe, helbe m. neben

ahd. halap, halp m.«Stiel, Handhabey, noch bayr. Axthalb m. f. in der Bed. von hochd. Axthelm(s. d.); dazu mnd. helve, helf, helft n. Handgriff, Stiely. Gleichen Stammes wie Halfter(s. d.). Davon verschieden 3Helm, m.: Griff des Steuerruders, dann das Steuer- ruder selbst. Nd.ndl. helm m., dazu ags. helma m.«Steuerruder», engl. helm«Steuer- ruder», anord. Malm f. Griff des Steuer- ruders, Ruderpinne»; 1757 in Eggers Kriegs- lex. 1, 1182 Helm, der Knopf, der am Griffe des Steuerruders befestiget ist, es wird auch für den ganzen Griff genommen», danach scheint das Wort gleichen Stammes mit Helm zu sein, vgl. ags. helm Kopfhelm und Baum- spitze, Wipfel?.

hem, Interj. des Räusperns, des Bedenkens. Als räuspernder Laut schon 1519 bei Murner Geuchmatt 3328 und 4852 hem, hem.

Hemd, n.(-es, Pl.-en): unmittelbar den Leib bedeckendes Kleidungsstück. Mhd. he- mede, hemde n., ahd. hemidi n.«langes Haus-, Unterkleid», dann in heutiger Bedeutung; dazu and. hemithi n.«camisia?, afries. he-

methe, hamede, ags. hemebe n. diminutive

Ableitung(wie ahd. jungidi, mhd. jungede n.«Junges von Tieren?) von ahd. hamo m. Hülle»(nur in lihhamo«Leichnam, s. d.), asächs. hamo m. Hülle, Kleid»(in gãdhamo Kampfkleid», fedarhamo Federkleid der Vögel, des Engels»), nd. ham-, hanel«Nach- geburt»(Kindeshülle), ags. hama m.«Kleid,

anord. hamr m. Hülle, Haut, Balg, äußere

Gestalty,(mit s-Ableitung) hams m.«Hülse, Schlangenbalg, Fruchtschaley, got. nur in gahamon«bekleiden», afhamon centkleiden; dazu gall. Jat. im 5. Jh. camisia f.«leinener Uberwurf, Hemd(woraus altir. caimmse Hemdꝰ, ital. camicia, camiscia, span.-port. camisa, franz. chemise f. Hemdꝰ, afranz.