841 heiß
keit, f., md. im 14. Jh. haiserhait, im 15. Jh. hayserchait,-keit(Diefenb. gl. 485°). heiß, adj.: empfindlich oder brennend warm. Mhd. und ahd. heiz; dazu asächs.- mnd.-afries. hét, mnd. auch hot, nndl. heet, ags. hät, engl. hot, anord. heitr, schwed. het, dän. hed, im Adv. mhd. heize, ahd. heizo, asächs. héto, ags. häãte. Gleichen Stammes wie Hitze(s. d.), got. heitõ f.«Fiebery. Ge- wöhnlich vergleicht man lit. kaitrd f.«Feuer- glut», kaitrus«Hitze gebend», Kastinti cer- hitzen», doch stimmt der auslautende Dental nicht(vgl. Zupitza 112), und die Worte könnten aus dem Germ. heiter entlehnt sein. Viel- leicht zu aind. gvindaté«glänzt, leuchtetꝰ, lit. Fvidaès blank, glänzend», d. weiß, got. weits mit idg. Schwund des w. ZUS. Heiß- hunger, m.: brennender, unwiderstehlicher Hunger, bei Krämer 1678; davon heiß- hungrig, adj., bei Opitz(1629) 1, 128. Heißsporn, m.: stürmischer Hitzkopf zur Tat, eingeführt durch Schlegel Shakesp. Hein- rich IV. 1. Teil, nach engl. Rotspur. theißen, v.(Prät. hieß, Konj. hieße, Part. geheißen): ausdrücklich wozu antreiben(mit Akk., der Dativ erst im 18. Jh.); einen Namen geben oder führen. In beiden Bed. mhd. heizen, ahd. heigzan(Prät. hiaz, hiez, Part. heizan); dazu asächs. hẽétan, undl. heten, afries. hta, ags. hãtan, anord. heita, schwed. hetta, dän. hede, got. haitan(Prät. haihait)«nennen, rufen, einladen, befehlen» und im Pass. hai- tada«ich werde genannt, heißey, wie ags. hätte Präs. und Prät.«ich heiße, ich hießy. Im Prät. ndrhein. md. im 12. Jh. heig, wie noch heute wetterauisch heiz; die ahd. ein- fache Form des Part. Prät. heizan, mhd. heizen, klingt noch in Verbindung mit dem Hilfszeitwort haben durch, z. B. er hat ihn gehen heißen. Ein in Form und Bedeutung genau entsprechendes Wort liegt in den ver- wandten Sprachen nicht vor. Je nachdem, was man als ursprüngliche Grundbedeutung ansetzt, kann man vergleichen: abg. cedliti «seihen», lit. skiesti scheiden⸗, gr. cxicetv «spalteny, also urspr.«unterscheiden», oder lat. caedere chauen», Grdb.«mit einer Marke versehen». Beides unsicher. Vgl. Uhlenbeck Btr. 30, 287. zheißen, s. hissen. Heister, m.(-s, Pl.-n): junges, stabartig emporgeschossenes Buchenstämmchen. 1663 bei Schottel, 1775 bei Adelung als nieder- sächsisch, auch noch in Hessen gebräuchlich.
Hekatombe 8⁴²
Mhd.(fränk.-hess.) heister m.«junger Buchen-
stamm?; dazu mud. heister, hester« junger
Baumy, bes. von Eichen und Buchen, ndl. heester m., woraus entlehnt franz. hétre, früher hestre m. Buche», fries. héster. Mittels der Ableitungssilbe ahd.-tar(s. Holznder, Wach- holder) aus einem Wortstamm, der noch in andd. Hésiwald, dem Namen des Höhenzugs an der Ruhr, mlat. Siloa Caesia, vorliegt. Vgl. noch Hellquist Ark. 17, 66.
heit, Ableitungssilbe, die Art und Weise, den Zustand, das Wesen, die Gesamtheit be- zeichnend. Mhd.-ahd.-heit, ags. häd, engl. -hood und-head; dagegen als selbständiges Wort mhäd. heit f.«Art und Weise, Beschaffen- heit, Stande, ahd. heit m. f.«Art, Geschlecht, Stand, Person», noch wetterauisch ledliger Heit cim ledigen Standen; dazu asächs. héd m. «Stand, Würde», ags. hãd m. Art, Geschlecht, Person, Inbegriff von Personen», anord. heidrj m. Ehre, Würde», got. haidas m.«Art,
Weise». Gleichen Stammes wie heiter(s. d.), anord. heid n.«wolkenloser Himmel», genau
entsprechend aind. Kétüg m.«Lichterscheinung, Helle, Bild, Erkennungszeichen?, dazu aind. Gẽεtati cnimmt wahr». Vgl.-keit.
heiter, adj.: rein an Licht, hell, klar;
angenehm stimmend und gestimmt(1741 bei
Frisch, doch schon 1510 bei Keisersberg Sieben Schänden h 6d ruhig, von Leidenschaft frei?, ausgehend von der Bed.«klars, z. B. heiter reden 1556 bei Frisius 789 ⁴). In urspr. Bed. mhd. keiter, ahd. heitar«hell, glünzend, wolken- losy; dazu asächs. hédar, ags. hädor, anord. heidr, schwed. heder, dän. häder; urverwandt mit ablautendem aind. diträs glänzend, awest. Gipra- chell, bunt»,(mit s im Anlaut) lit. skaidrùs«hell, klar). Das Wort ist eigentlich eine Ableitung von-heit(s. d.). 4BL. Heitre, f.: Klarheit, Helligkeit, mhd. heitere, heiter f., ahd. heiteri f.; bei Klop- stock 1773 auch wie Ather(s. d.) gesetzt. heitern, v.: in auf-, erheitern, mhd. heitern, ahd. heitarön, asächs. hédron. Heiterkeit, f., mhd. heiterkeit f.
heizen, v.: heiß machen. Mhd. ahd. heizen neben heizen(vgl. beizen); dazu ndl. heeten, ags. hotan, engl. heat cheizen», anord. heita, cheiß machen, sieden». Davon Heizer, m., 1691 bei Stieler. Heizung, f., ebd.
Hekatömbe, f.(Pl.-n): grobes, feier- liches Opfer, urspr. von 100 Rindern oder Widdern. 1756 bei Wieland Cyrus 2, 298, aus gr.-lat. hecatombe, gr. éxoréußn f., 288.
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