837 Heim
zu ahd. mühhan cheimlich lauernd anfallen? (s. meucheln), eig. das im Versteck lauernde Heimchen, oder besser zu got. mälca-«sanft,
freundlich»(in mãkamodei f.«Sanftmut»); im Dim. Heymchin 1540 bei Alberus dict. Ce 3,
clev. 1477 heymlen n., dafür mhd. heimelin n., ahd. heimili n. heimeln, v.: heimatliche, vertraute Gefühle erregen, schweizerisch(bei Salis), vgl. anheimeln. heimisch, adj., mhd. heimisch, ahd. heimisc«zum Hause gehöõrigy.
heimlich, adj., mhd. heime-, heim-, heinlich, ahd. heimilich zum Hause gehörig, nicht fremd, vertraut, dann«fremden Augen ent-
zogen, verborgen vor andern»(auch in das heimliche Gemach, 1482 im Voc. theut. 0 2* heymlich gemache); Heimlichkeit, f., mhd. heime-, heimlicheit f. heimsen, v. in ein- heimsen(s. d.), mhd. heimsen cheimbringen, an sich nehmen. ZUS. Heimbürge, m:: Untervorsteher der Gemeinde, mhd. heim- bürge, ahd. heimburgo m.; in Obersachsen
Leichenbestatter(Dresduer Leichenordn.
von 1686), dazu Heimbürgin f.«Leichenfrau? (kursächs. Reskript von 1773). Heimfall, m., 1691 bei Stieler; heimfallen, v., bei Luther und 1540 bei Alberus dict. Xx 25. Heimgarten, m.: trauliche Zusammenkunft
außerhalb des eignen Hauses, Besuch, auf alemann.-bayr.-österreichisch. Gebiete, schon
mhd. heim-, heingarte m., auch in urspr. Bed. ceingefriedigter Garten». Heimkehr, f., bei Klinger 6, 20 und Schiller 6, 351. heimleuchten, v.:: Fackeln oder sonstigen Leuchten nach Hause geleiten, dann fortprügeln, beides 1775 bei Adelung; tadelnd zurechtweisen(Reiskens Lebensbeschr. 117). heimsuchen, v., mhd. (schon im 12. Jh.) heime suochen«besuchen, feindlich anfallens, urspr.«zu Hause, in seinem Hause aufsuchen»; Heimsuchung, f.:«Be- such des strafenden Gottes, bei Luther, mhd. heimsuochunge f.«Hausfriedensbruch». Heim- tücke, f.: heimliche Hinterlist, bei Klop- stock 12, 42, fafür bei H. Sachs haimliche Dück, hemische Dück; heimtückisch, adj., 1575 bei Fischart Garg. 91 heimdäückisch, 248 heimduckisch. heimwärts, adv., 1535 im
Aimon c heimwerts, mhd. heimawart, wert, heimortes und heimort.
ahd. heimwartes, Heimweh, n.: krankhafte Sehnsucht nach der Heimat, ein urspr. schweizerisches Wort,
1678 in des Basler Arztes Joh. Jakob Harder
Dissertatio medica de vocroxria oder Heim- wehe oder Heimsucht, 1705 in Scheuchzers
die Güste abends mit
heint 838
Seltsamer Naturgeschichten des Schweizer- landes wochentliche Erzehlung Nr. 15, S. 57 Heimabehe n., danach bei Steinbach 1734 Heim- weh n., ferner um 1715 auch Heinmoehe f. bei Callenbach Wurmland 53. Vgl. Kluge ZfdW. 2, 234. Heimwesen, n., mhd. heim- wesen n. Hauswesen).
Hein in Freund Hein: der Tod, nach alter Ansicht als wohlwollendes freundliches Wesen aufgefaßt. Erst 1774 von Claudius mit der Schreibung Hain eingeführt und schnell geläufig geworden, 1778 bei Lessing 12, 505 Freund Hein, als vriend Hein selbst ins Neuniederl. eingedrungen. Hein ist nd. Koseform von Heinrich und wie engl. old Harry, the Lord Harr; Name des Teufels, der auch spätmhd. Heyn heißt, 1570 bei Agricola Sprichw. 321 b Henn«der Teuffel?; ebenso sind Heinrich und Heinz Kobold- namen, volkstümliche Umschreibungen für gefürchtete Wesen. Heinrich, Mannsname. Mhd. Hein-, Heim- rich, ahd. Heimiriech, Heim-, Heinrih, 298. aus ahd. heim n. Haus»(s. Heim) und rih (s.-rich). Sanfter Heinrich im Osterland ein gutmütiger, sich viel gefallen lassender Mensch, dann ein langsamer Walzer, auf einem Tanzliede beruhend; in Berlin dagegen eine Art gemischten Branntweins(Germania 5, 334). Die Pflanzennamen: böser Heinrich (Orobanche major, Sommerwurz, 1541 bei Gesner Catalogus plantarum), großer Heinrich (Inula helenium, Alantwurz, bei Nemnich 1794), guter Heinrich(Chenopodium bonus Henricus), der gemeine Gänsefuß, 1530 bei Brunfels und Bock), stolzer Heinrich(dieselbe Pflanze, bei Bock), gehen, wie es scheint, auf die Vor- stellung von Elben und Kobolden, denen man den Namen Heinrich oder Heinz beilegte und die Heilkraft jener Kräuter zuschrieb(s. Hein).
heint, adv.: diese(vorhergegangene oder nächstkommende) Nacht. Mhd. hint, hnat, ninet und(vielleicht eine Analogiebildung nach heute) hinte(noch obersächs. hinte), unver- kürzt hinaht, ineht, im 15. Jh. heinacht, heint, ahd. h'naht, entstanden aus einem Kasus eines alten Demonstrativpronomens, dessen Reste in got. himma daga can diesem Tages, und hina dag æbis auf diesen Tags, und hita nu cbis jetzt»(Akk. Sg. Neutr.) erhalten sind. Die Etymologie dieses Stammes ist nicht ganz klar. Einerseits stimmt hi-, ho- zu lit. S's, abg. 6i, arm.-S cdieser», alb. si-ujét cin diesem Jahrs, gr. cfuepov aus*3ãmeron
53*


