83⁵ heil
heil, adj.: unbeschädigt, unverletzt, von Ver- letzung wiederhergestellt, mhd. und ahd. heil «gesund, unverletzt, gerettet»; dazu asächs.,
engl. zohole und aus dem Altnord. entlehnt hail, hale, anord. heill, schwed.-dän. hel«un- schadhaft, ganzy, got. hails«gesund, der Ge- sundheit dienlichy. germanischer Zeit der Nom. des Adj.: got. hails! ags. wes häl! Urverwandt mit abg. colü«ganz, heil, altpreuß. kailũstilan(Akk.) «Gesundheit», altir. cél, kymr. coil«Vorbe- deutungy, gr. xohu: xd kohév bei Hesych. Vgl. Zupitza 105, Walde s. v. caelebs. 4 B L. lheilen, v.: heil werden, mhd. heilen, ahd. heilén. eheilen, v.: heil machen, mhd. heilen,
ahd. heilen(auch erretten); dazu asächs. hõlian,
afries. héla, ags. holan, engl. heal, anord. Reila, got. hailjan. Heiland, m.(-S, Pl.-e): Erretter des Volkes, Erlöser der Menschen, das kirchlich in der vollen alten Form als Subst. bewahrte Partiz. Präs. von heilen, mhd. und ahd. heilant, heiland, asächs. hé- liand, ags. hlend m. heilig, adj.: gött- liches Heil bringend, sittlich und geistlich rein, dann ausschließlich gottgeweiht, mhd. Reilec, ahd. heilac, heilig, asächs. héölag, mnd. hillich, afries. hêlich, hélch, hilch, ags. hälig, engl. holg, anord. heilagr, got. auf einer Rauneninschrift hailag(dafür bei UIfilas aweihs, s. wWeihen); substantivisch der Heilige, mhd. heilige, ahd. heilago m.(damit 2gs. Heiligen- schein, m., bei Kl. Schmidt und Campe 1808); dazu Heiligkeit, f., mhd. heilecheit, heile- keit, ahd. heiligheit, afries. hélichéd f.; Titel des Papstes. heiligen, v., mhd. heiligen, ahd. Reilagn, asächs. hélagon, ags. hälgian; Heiligung, f., mhd. heiligunge, ahd. heili- gunga, ags. Rälgung f.; Heiligtum, n., mhd. heilec-, heilictuom n.(auch Reliquie, insbes. die Reichsinsignien und Reichsheiligtümer), ahd. heiligtaom n. ZU0S. 1) mit dem Adj. heil in der Bed.«vollständig, ganzs: heilfroh, adj.: ganz und gar froh, in Mitteldeutsch- land, bei Thümmel Reise 6, 72.— 2) mit Heil: heilbar, adj., mhd. heilbcere«Glückbringend»; im Nhd.«zu heilend» als Zusammensetzung mit heilen, 1734 bei Steinbach. heillos, adj., im 16. Jh. ohne körperliche Gesundheit, ohne Wohlfahrt, arm, elend, dann in mora- lischem Sinne böse, abscheulich(bei Luther
Heim 836
tum, n.: heilkräftige Reliquie(Tieck Nov. 10, 291), mhd. Reiltuom n., veraltet.— 3) mit
heilen: Heilbrunnen, m.: Gesundbrunnen, mnd. und afries. hél, nndl. heel, ags. häl,
bei Luther. Heilkunde, f., 1796 bei Adelung. Heilbutt, m.(-S, Pl. Heilbutte) auch Heilbutte, f.(Pl.-): der große norwegische
Plattfisch Pleuronectes hippoglossus, 1795 bei Als Grufßformel in alt-
Nemnich Heilbutt, Heiligebutt, Hille-, Hillig- bulk m., anord. heilagr fisker, dän. hellebut, helleflymdre, schwed. helge-, hülleftundra, isländ. heilagfisk, ndl. heilbot, helbut, halibut, holibut. Eigentlich also der heilige Butt», vgl. Pli- nius hist. nat. 9, 47.
Heim, n.(-s, Pl.-e): eignes Haus und Hauswesen. Mhd. und ahd. heim n.«Haus, Wohnort», im 16. Jh. veraltet, am Ende des 18. Jh. unter Einfluß des engl. home erneuert (Pr. L. v. Stolberg 2, 228); asächs. hem n. Haus», mnd. heime f., heim n. Heimats, afries. häm, hém m. f.«Haus, Dorf», ags. häm m.«Haus, Wohnort», engl. home, anord. heinr m.«Haus, Wohnung, Welt», got. haims f.«Dorf, Fleckeny. In Ortsnamen-heim, mhd.-ahd.-heim, engl.-ham. Urverwandt mit gr. whun«Dorfy, apreuß. geimins, lit. seimina f., lett. sa'ime f.«Gesinde», abg. seminu m.«mancipium», sem f.«persona» (dagegen sind apreuß. caymis«Dorfs, lit. kiémas Bauernhofy,[Kaiminas Nachbars] wohl aus dem Germanischen entlehnt), air. coim clieb, wertvolly. Vgl. Zupitza 49. Viel- leicht ist auch der unter Heirat besprochene Stamm verwandt. heim, adv.: nach Hause, mhd.-ahd. heim, der Akk. Sg. von Heim, enisprechend ags. hãn‧, engl. home, anord. hein; dagegen der Dat. Sg. von Heim ad- verbialisch mhd. ahd. heime zu Hausey, noch in Mitteldeutschland héme(s. daheim), anord. heima. 4BL. Heimat, f.(ohne Pj.), mhd. heimõte, heimöde, heimöt, heimuote, heimuot f. n., im 15. Jh. auch heimät, ahd. heimuoti, heimõti n., mnd. hemode, heimode n. f. Vater- haus, Vaterland», mit der gleichen Ableitungs- silbe wie Armact, Einöde; dagegen mit andrer Zusammensetzung got. haimöpli n. cheimat- liches Gut, Erbgut», ahd. heimédil n.«Hei- maty; dazu heimatlich und heimatlos,
adj., bei Schiller(Campe 1808). Heime, f.
(Pl.-n), gewöhnlich im Dim. Heimchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): die Hausgrille, mhd. heime m., ahd. heimo m., ags. häma m., ahd.
und 1507 bei Wilwolt 67). heilsam, adj., auch machheimo m., mhd. mücheime m., noch mhd. heilsam«Heil bringends, ahd. heilesam, schweiz. Muchheim f. und Heimuch m.(Maaler
Adv. heilsamo, and. hélsamo causpicato». Heil-
1561, ahd. heimamuch grillus»), entweder


