Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
831-832
Einzelbild herunterladen

831 Hege

Heide 83²

wichtig, stark, ungestümꝰ, aus spätahd. heiftig, Adv. heifteclichen«ungestümy, mhd. Adv. haifdichen(Kaiserchron. 188, 1 Diemer) nebst dem mhd. und spätahd. Adj. heifte«unge- stümy(noch bayr. haift), gleichen Stammes wie got. haifsts m.«Streit, ZJank»(s. Has). Vgl. noch Uhlenbeck Btr. 30, 286. 4BL. Heftigkeit, f., 1482 im Voc. theut. o 1b hefftiglceit.

Hege, f.(Pl.-/): Schutz; durch Verbot geschützte Fläche. Mhd. hege, ahd. hegi f. cabschließende, schützende Umzäunung, um- zůuntes Buschwerk». Von hegen, v.: um- zäunen, durch Umzüunung schützen; in seinem Schutze halten, anhaltend bei sich bewahren (schon mhd.). In der 1. Bed. mhd. hegen, ahd. hekjan; dazu mnd. hegen, heien, mndl. heghen, afries. heia, ags. hegian, engl. hedge, abgeleitet von Hag(s. d.) eigentlich«mit einem Zaun umgeben». ZUS. Hegereiter, m.: berittener Forstaufseher, im kursächs. Jagdmandat vom 8. April 1629 Hege-Reuter. Hegewiese, f.: Wiese mit Gartenrecht, auf der niemand ohne des Eigentümers Willen weiden darf, 1731 bei Zinck ökon. Lex. Hege- wisch, m.: zum Zeichen der Hegung ausge- steckter oder ausgehangener Strohwisch, 1775 bei Adelung Hägewisch. Hegezeit, f.: Schonzeit des Wildes, 1746 bei Döbel Jüger- Prakt. 3, 119 v.

Hegemonie, f.(Pl.-/): Oberherrschaft. Aus gleichbed. gr. fpreuovia f. im 19. Jh.

Heger, m.(-s, Pl. wie Sg.): Hüter eines Geheges; Art kleiner Lehnsleute. In der 1. Bed. 1470 md. heger m.«Waldhüter» (Diefenbach mlat. hochd.-böhm. Wbch. 173), in der 2. Bed. 1322 heghere Pl. bei Haltaus 777. ZUS. Hegergut, n.: kleines Lehns- gut, 1321 heger-, heigersgud bei Haltaus.

²¹Heger, s. Häger.

Hehl, n. und m., in kein oder keinen H. haben(mit Gen.) und kein H. aus etzas machen(erst im 19. Jh.): verheimlichen. Bei Luther kein heel haben, mhd. hœle haben mit Gen. oder unpersönl. mich, hät hcœle mit Gen., von mhd. hœle, md. hãäle, héle f.«Verheim- lichung», während Hehl n.(mhd. sunder hœl, md. sunder hél«offenbar») das substantivisch verwendete Neutr. des Adj. mhd. hœle, hœl, md. héle, hél«verhehlend, verhohlen, ver- borgen» ist. hehlen, v.(Prät. hehlte): tief verbergen vor jemand, mit starker Flexion mhd. heln(Präs. hil, Prät. hal, Plur. hälen, Part. geholn), ahd. helan, asächs. und ags.

helan, afries. hela, nhd. nur noch im Part. verhohlen, daneben mit schwacher Biegung md. heln(in entheln«aus der Verborgenheit nehmen» und verheln«verbergen machen)), ahd. hellan, hellian, asächs. bihelian, ags. be- helian«verbergen», nhd. bei Luther Stieler, Rädlein hälen, 1664 bei Duez hälen, hählen und heelen, 1663 bei Schottel hehlen. Ur- verwandt mit lat. céläre«verhehlen, ver- bergen», das dasselbe lange é zeigt wie mhd. hœle(s. Hehl), lat. occulere«verbergen, be- deckeny, ir. celim, kymr. cele«verhehlen. Die Wurzel zeigt mannigfache Ableitungen, vgl. Hülle, hüllen, Hülse, hohl, Höhle, Hölle, Helm, doch ist die Grundbedeutung kaum die von«verbergen», sondern die von cbe- decken gewesen. Vgl. noch Walde s. v. céläre. 4BL. Hehler, m., mhd. helcre, heler m.

hehr, adj.: Ehrfurcht gebietend, feierlich stimmend. Bei Luther hehr, mhd. ahd. hér choch und herrlich, erhaben, vornehm, heiligꝰ, im Mhd. auch«stolz, hochmütig, frohy, asächs. mnd. hér«vornehm, zu verehrendy, 1690 von Bödiker 173 und von Adelung 1775 als ver- altet bezeichnet, Ende des 18. Jh. neu ein- geführt(1781 bei Klopstock 2, 44 und Voß Od. 12, 449); dazu ags. här caltersgrau», engl. hoar, hoary«grau», anord. härr«grauhaarig, grau». Entsprechend abg. serii«glaucus», russ. Ser⁸j, poln. szarhy«grau, nslow. sérec «Greis». Vgl. noch Uhlenbeck Idg. Forsch. 17, 97. Vgl. Herr, herrlich.

hei! Interj. der Belebung, Ermunterung, Freude, Verwunderung. Mhd. hei, hey, heid, heiahõ, anord. hei, wie lat. heia, eia, gr. eia, provenz. hahi, hai, hag. heida! Interj. des Lebensmutes, auch nachdrücklicher Zuruf (Lessing 10, 239, hey da Wieland 11, 229).

1 Heide, m.(-n, Pl.-n): wer nicht Gott verehrt. Md. im 14. Jh. heide m., gekürzt aus mhd. heiden m.«Sarazene, Mohamme- danery, ahd. heican m. Nichtchristy, noch älternhd. Heiden m.; dazu and. héthino m. Heides, mnd. und ndl. heiden, afries. hethin, héthen, ags. höden m., engl. heathen, das zum Subst. gewordene Adj. mhd. heiden, ahd. heidan, asächs. héthin, ndl. heiden, afries. héthin, höthen, ags. häöden, anord. heidinn cheidnisch», urspr.«ländlich», eine Ableitung von Heide f.(s. d. ²) und Nachbildung des christlich-lat. pãgãnus m.«Heide», eig. im Lat.«Dorf-., Landbewohner», zuerst jedoch Adj.«dem Dorf angehörig, ländlich»(von lat. pãgus m.«Dorf, Gau»), dann cheidnisch),