Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
817-818
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817 Hasel

Hast 818

ergreifen. Hasenpfeffer, m.: die mit Ge- würzbrühe und Blut gekochten Eingeweide des Hasen, 1691 bei Stieler Hasen in pfeffer, bei Luther 7, 2422 J., 1510 Keisersberg Haß im pfejfer. Hasenscharte, f.: Spalte in der Oberlippe wie beim Hasen, 1323 hasin- scharte bei Kehrein Samml. alt- und md. Wörter 68b; dazu ags. hœrsceard n.«Hasen- scharte», afries. haskerde chasenschartigy.

Hasel, f.(Pl.-n): der Haselnufstrauch. Mhd. hasel f., ahd. hasala f. und hasal m.; dazu ags. hœsel m., engl. hazel, anord. has! m., schwed.-dän. hassel f., entsprechend lat.(mit Rhotazismus) corxlus, corulus f., air. coll «Hasel». Davon häseln, adj., mhd. haselin, heselin. ZUS. Haselhuhn, n.: das Wald- huhn Tetrao bonasia, mhd. haselhzuon, abd. hasilhuon n., es hat seinen Namen, weil es gern in Vorhölzern, namentlich Haselge- büschen lebt und die Haselkätzchen(männ- lichen Haselblüten) frißt. Haselmaus, f.: gelblichrote Waldmaus, die sich von Hasel- nüssen nährt, 1540 bei Alberus dict. II 22 haselmauß. Haselnuß, f., mhd. hasel-, ahd. hasalnuz f. Haselstaude, f., mhd. hasel- stade f. Haselwurz, f.: die Pflanze Asarum, die gern unter Haselsträuchen wächst, mhd. hasel-, ahd. hasilzburz f.

Haselänt, m.(-en, Pl.-en): Haselierender, Narr, Prahlhans, 1738 im Kavalier im Irr- garten 310, dafür Haselarius bei Stieler 1691. Von haselieren, v. ungestüm lürmen(Schiller Räuber 2, 3). Mhd. haselieren cunsinnig tunꝰ, heselieren cungestüm, wild machenꝰ, aus franz. harceler, afranz. herceler«bis zur Peinigung reizen, plagen, necken», von afranz. herce, haise, hese, nfranz. herse f. Egge», das auf lat. hirpew m. Egges zurückgeht, im 17. Jh. unter Anlehnung an Hase Narry, von neuem aufkommend(1693 hasiliren, bei Stieler 1691 haseliren, in der Hasenjacht des Leporinus Hasenkopf 1573 und bei Duez 1664 hasiren). Vgl. Gehasi.

Hasenfuß, Häsin usw., s. Hase.

Haspe, f.(Pl.-n): Türhaken, angel, Fensterhaken,-angel. 1420 Türangel mit dem eingreifenden Loche des Bandes»(Diefen- bach gl. 100 b), 1425 nd. hespe f.(ebd. 100), md. im 14. Jh. hispe f.«Spange» und hispen cringelny, mhd. haspe f. Garnwinde»(Diefen- bach nov. gl. 193 b), ahd. haspa f.«soviel Garn wie auf einmal gehaspelt wird; dazu mnd. haspe f.«Garnwinde», ags. hœpse, hœsp«Tür- haspe», engl. hasp«Riegel», anord. hespa f.

weigand, Dentsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Türriegel, Garnhapsel», ebenso dän. haspe in beiden Bed. Die beiden Bedeutungen « Türhaken» und«Garnwinde» lassen sich ver- mitteln, aber die Herkunft ist unklar. Viel- leicht aus*hafsa zur Wurzel haf«fasseny, vgl. Haft und lat. capsa f.«Behältnis, Kapsel, Kasten». Aus dem Germanischen entlehnt afranz. hasple, span. aspa f., ital. aspo m. Garnwindey.

Haspel, m.(s, Pl. wie Sg.) und f.(Pl. =n): Garnwinde; Werkzeug zum Aufwinden (1557 bei Bechius Agricola 177 der Pl. Hespel). Mhd. haspel m., ahd. haspil m.«Garnwinde, Weifey. Abgeleitet von Haspe(s. d.). Da- von haspeln, v., spätmhd. haspelen.

Haf, m.(Gen. Hasses, ohne Pl.): dauernde feindselige Abneigung. Ein Plur. Häß 1531 bei Hedio Josephus 2812. Mhd. und ahd. haz m.(Gen. hazzes), ahd. einmal hag n.; dazu asächs. heti m., afries. hat, ags. hete m., engl. hate, anord. hatr n., schwed. hat n., dän. had n., got. hatis n. Verwandtschaft mit Hader ist möglich, aber nicht sicher, wohl aber besteht Zusammenhang mit air. cais, kymr. cãs«Haß», kymr. caudd«Beleidigung, Zornꝰ, gr. xüdoc n.«Kummer, Trauery. Die Grundbedeutung ist wohl«verfolgeny, die noch in hetzen zutage tritt. Man kann daraufhin auch vergleichen aind. çad- cab- fallenꝰ, gr. xexddovro«sie wichen», lat. cadere fallen). 4 BL. hassen, v., mhd. hagzen, ahd. hagzén, hagzon(auch verfolgen); dazu asächs. hettian«verfolgen, verfluchen) und haton chassen, verfolgenꝰ, afries. hatia, ags. hatian, anord. hata«verfolgen, hasseny. Vgl. hetzen. Davon Hasser, m., mhd. hazzœre, hazzer. häbßlich, adj., mhd. hagze-, hezze lich, haz-, hezlich, spätahd. hazlih, asächs. heti-, hetelic, ags. hetelic«voll Haß, höchst feindseligy, dann erst im Mhd. c«hassenswert, verhaßty, endlich spät im 13. Jh. zum Hassen unschöny. Vgl. Götze ZfdW. 7, 202. Häß- lichkeit, f., 1537 bei Dasypodius Heßlig- keyt, Heßlicheit.

Häß, n.(-es, mit langem ã): Kleidung, Kleid. Alemannisch-bayrisch. Mhd. hœze n. und häz m.; dazu ags. hœteru n. Pl.«Kleiderꝰ. Vielleicht urverwandt mit aind.-hadég n. Decke, Dachy.

Hast, f.(ohne Pl.): jähe Eile. Am Ende des 16. Jahrh.(Rollenhagen Froschm.) auf- genommen aus gleichbed. mnd.(15. Jh.) hast m. f., mndl. haest(daher auch fries. haest), ndl. haast f., die dem franz. haste, hüte f.

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