Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
815-816
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815 Hartschier

chart, altbacken», aind. Kathinäãs, Näfhöras chart, fest, steify. 4BL. Härte, f., mhd. herte, ahd. harti, herté f. härten, v., mhd. herten, ahd. harten, herten«hart machen», mhd. auch intr. und refl.«ausdauern, be- harren); dazu asächs. herdian, anord. herda «stärken», afries. herda, hirda cerhärten, be- weisen», got. gahardjan«verhärten». härt- lich, adj., mhd. hertlich. Härtigkeit, f, mhd. hertecheit f., zgs. mit dem mhd. Adj. hertec chart, streng). ZUS. Hartheu, n:: das Johanniskraut, hypericum, mhd. hart- höuawe, spätahd. harthou n., gleichsam durch den Stengel hartes Heu. hartherzig, adj., bei Luther 3, 390 b J., aber schon got. hardu- kairtei f.«Hartherzigkeits. harthörig, adj., 1663 bei Schuppius 2, 162 und bei Duez 1642. hartköpfig, adj., bei Luther 6, 111 J. hart- leibig, adj., 1640 bei Comenius. hart- näckig, adj.: von Nacken hart, unbeugsam, 1495 in der Kölner Gemma E le haydneckich, mnd. hardenacket, hardenackich, schwed. härd- nackad, dän. haardnallket. Hartnäckig- keit, f., 1556 bei Frisius 996a. Hartriegel, m.(, Pl. wie Sg.): der Strauch cornus sanguinea, 1616 bei Henisch Hartriegel, 1537 bei Dasypodius Hartrigel, mhd. hartrügele, harttrügel n., ahd. hartrugil, harttrugil, un- verkürzt harttrugili, harttrugelin n., zgs. aus ahd. hart charty(wegen des sehr harten Holzes) und krugili, trugilin n.«kleiner Trog», das aber eigentlich den Baum selbst bezeichnete, wie das entlehnte franz. troene«Hartriegel» beweist. Der Stamm des Wortes gehört zu dem sehr verbreiteten idg. dru Eiche, Baumꝰ, z. B. gr. dpõôc f.«Eiche», got. triu n. Baumꝰ, engl. tree. Vgl. auch schwed. try m., kryg, tryd æ«lonicera xylosteum), auch«ligustrum vulgarey. Vgl. Bugge Btr. 13, 509.

Hartschier, s. Hatschier.

1Harz, m.(es), das nördlichste Waldge- birge Deutschlands, im Mittelalter Hart, aus ahd. hart«Bergwaldy(s. Harl), bereits 1231 md. Harz, Hartz, auch mnd. Harz. Bei Mone An. 8, 153 die Haardt in der Pfalz: Newwenstadt am Hartz.

¹Harz, n.(tes, Pl.-e): ausgeschwitzter Baumsaft. Mhd. harz n. m., ahd. harz n., auch harauh, harzol m.; dazu and. hart en. Un- bekannter Herkunft. Vielleicht mit gr. knpöc m.«Wachsy wurzelverwandt. Bei Lessing 2, 426 Harat n., wie Erat für Ere gesagt wird. 4 B L. harzicht, harzig, adj., 1537 bei Dasypodius hartzig, ahd. harzeg. harzen,

Hase 816

v.: Harz sammeln(Fischart Großm. C 5); mit Harz festmachen, auspichen(mhd. herzen, im 15. Jh. bei Rosenplut harzen).

Hasard, m.(in Hasard gpielen), Hasard- spiel, n.: Wage-, Glücksspiel. 1791 bei Roth Hasardspiel, 2gs. mit franz. hasard m.«Glücks- fall, Wagnis», afranz. hazart auch«Würfel- spielery. Unbekannter Herkunft. Aus afranz. hazart ist entlehnt mhd. hashart, hasehart m. Würfelspiel, Unglück», urspr. der geringre Wurf beim Würfelspieles, mndl. hassdert. Im 17. Jh. wurde das Wort Hazard, Hasard in der im Französ. entwickelten Bed.«Wagnis, Risikoy neu aufgenommen(1644 im Sprachen- verderber).

haschen, v.: schnell zugreifend fassen. Bei Luther hasschen aus der thüring.-ober- sächs. Mundart, md. im 14. Jh. erhaschen, den oberd. Dialekten unbekannt. Dunklen Ursprungs, vielleicht aus*hafsko- zu dem Stamm in Haft(s. d.). Davon Häscher, m.(s, Pl. wie Sg.): Büttel, Gerichtsdiener, bei Luther 7, 368 b Hesscher, 1593 bei H. J. v. Braunschweig 134(Susanna 4, 4) Häscher.

Hase, m.(-h, Pl.-n): das Säugetier lat. lepus; dann feiger Läufer, Feigling(mhbäd.). In urspr. Bed. mhd. hase, ahd. haso m.; dazu mnd. hase, nndl. haas, mit UÜbergang des s in r, ags. hara m., anord. heri m., engl.-schwed.- dän. hare; dazu mit Ablaut norw. und schwed. dial. jase(Grf.*hesan); entsprechend aind. Lacäs m., apreuß. sasins, kymr. ceinach(aus kasinako)«Hasey. Wohl verwandt mit ags. hasu grauy. Aus dem Germanischen entlehnt franz. hase f.«Weibchen des Hasen). 4 B L. Häs-chen, Häslein, n., mhd. heselin, häsel n. hasig, adj., 1691 bei Stieler. Häsin, f., bei Stieler 1691. Z08. Hasenfuß, m., mhd. hasenvuοs m.«Fuß des Hasen», md. im 14. Jh. cFeiglingy. Hasenherz, n., übertr.«feiges Herz, 1663 bei Schottel 1126a, bei Keisers- berg Narrenschiff 1520 S. 942 eines Hasen kertze«Feiglingy. Hasenohr, n., Name der Pflanzen Asarum europaeum und Briza media, mhd. hasenõre, ahd. hasinöra. Hasenöhr- chen, n.: das Anführungszeichen*, 1775 bei Adelung, s. Gänsefüßchen. Hasenpanier, n.: eig. der Schwanz des Hasen, den er beim Pliehen in die Höhe reckt(Frisch 1741), 1564 bei Glaser Gesindteufel G 5 b das Hasenpanir aufwerfen«fliehen», 1557 bei B. Waldis Esopus 1, 23 das Hasen paner aufstecken, 1507 bei Wilwolt v. Schaumburg 87 das Hasenbanir erzwischen, bei Luther 7, 422 das Hasen Panir