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Harm verursachen, quälen», auch reflexiv, ahd. harmen cbeschimpfen»; dazu ags. hear- mian ckränken», anord. harma«Kkummer be- reiten, betrüben». ZUS. harmlos, adj., erst im 18. Jh.(Klopstock Mess. 25 Umarbeitung) dem engl. harmless cunschuldig, unschädlich» nachgebildet. Davon Harmlosigkeit, f., erst im 19. Jh.
Harmonſe, f.(Pl.-n): Ubereinstimmung, Einklang. 1626 bei Zincgref Apophth. 1, 304 Harmoni, 1617 im Teutschen Michel 13 Har- money, aus gr. lat. harmonia, gr. ⁰phovia f. Einklang in der Musik», eig.«Verbindung, Fügung», mlat. armonia, woraus schon mhd. armonde f. 4BL. harmonieren, v., 1728 bei Sperander. harmönisch, adj., im 18. Jh. (Lessing 2, 505) gebildet nach dem gr. lat. Adj. harmonicus, gr. épuovixòc; aus dessen Fem. gebildet Harmönika, f.: Musikin- strument, von Franklin 1763 erfunden, 1791 bei Roth, 1795 bei Voß Luise 3, 707).
Harn, m.(-S, Pl.-e): Urin. Bei Luther Harm nach ostmd. Form, mhd. harn, harm, ahd. harn m.; vielleicht urspr. zusammen- hängend mit anord. skarn, ags. scearn n. Koty, engl. skarn, afries. skern, die mit gr. cui n. Koty urverwandt sind. Vgl. noch Zupitza 109. 4B. harnen, v., mhd. im 14. Jh. harmen, hermen(Diefenbach gl. 630 b). ZUS. Harn- winde, f.: tropfenweises Harnen bei brennen- dem Schmerz im Blasenhalse, mhd. harn-, harmuwinde f., zum mhd. Adv. winde«weh, übel»(S. zwind).
Harnisch, m.(-es, Pl.-e): Metallrüstung des Leibes. Mhd. harnas, harnasch, spätmhd. harnisch, harnusch m. n., Ende des 12. Jh. entlehnt aus afranz. harnas, franz. harnois, harnais(woher ital. arnese, span.-port. arnés); ob das Wort aus dem Keltischen stammt, ist fraglich(bret. harn, haearn«Eisen*). Nach Kluge geht es über mengl. harnes«Rüstung» auf kymr. haiarnaez Eisengeräte zurück. RA. in den Harnisch bringen«kampfgerüstet, zornig machen», 1626 bei Zincgref Apophth. 1, 45, in Harnasch jagen bei H. Sachs vier Dialoge(1524) 23, 21. 4BL. harnischen, v.: wehrhaft machen, bei Luther 2, 328 b, davon das Part. geharnischt, spätmhd. im 15. Jh. geharnascht, geharnust.
Harpüne, f.(Pl.-n): Wurfspieß mit Widerhaken zum Walfischfang. 1716 bei Lud- wig Harpun f., 1712 bei Hübner Harponen Pl., 1741 bei Frisch Harpuhn m., aus ndl. harpoen m., engl. harpoon, von gleichbed.
hart 814
franz. harpon m., das nebst franz. harpin m. Haken, harpeau m.«Enterhaken», prov.-span. arpa f.«Kralle?, ital. arpignone m.«großer Haken» von gr. dpnn f.«Sichel, Haken, Kralley oder dem deutschen Harfe(s. d.) abzuleiten ist. Davon harpunieren, v., nach franz. harponner; Harpunier, m., 1712 bei Hübner Harponier, franz. harponneur.
harren, v.: ausdauernd warten, mhd. harren, dazu mhd. harre f.«das Harren, Ver- zögerungy. Dunklen Ursprungs, vermutet wird, aber kaum richtig, Zusammenhang mit harsch(s. d.), wie lat. dürãre«ausdauern» und därus chart», gr. koprepeiv«ausharren⸗- und xoprepc«starky. Zupitza 110 vergleicht lett. ceret choffen, ceriba f.«Hoffnungy.
harsch, adj.: hart, rauh, bes. durch Auf- trocknung. 1691 bei Stieler, mnd. harsch crauhy, stimmend mit mengl. harske,(aus dem Nord.) engl. harsh chart, rauh, streng, dän. harsk, schwed. härsk«rauh, hart, bitter,
ranzig). Dazu bayr. Harsch m.«Schnee- kruste». Davon härschen, v.: hart und
trocken werden, 1691 bei Stieler, erharschen 1562 bei Mathesius Sar. 79 b, dafür mhd. harsten, verharsten«hart werdens(s. verharschen). Ableitung von hart(s. d.).
Hart, f.: Wald, Bergwald. Mhd. hart m. f. n., ahd. hart, hard«Bergwalds, daneben mhd. hart m.«fester Sandboden, unbebautes Land, Heide, Trift, Weidetrifte, noch fränk. und bayr. Hart m. f. n. Boden aus Kies
und Sand, schweiz. Hard f.«Gemeintrift. Vielleicht Ableitung von hart(s. d.) oder eher
mit eHaar verwandt. Vielfach als Name von Wäldern und Bergen, mhd. Hart m.«der Harz»(s. d.), Spehtes hart«Spessarts. hart, adj.(Komp. härter, Sup. härtest): fest gegenäubßre Linwirkung; schwer drückend. Mhd. herte, hart(auch drückend, schmerz- lich), ahd. harti, herti und hart; dazu asächs. und ndl. hard, afries. herd, ags. heard chart, stark, tapfer», engl. hard«hart, rauh, schwer» (dagegen engl. hardy astark, tapfer» ent- stammt dem franz. hardi«kühn?, das eine Entlehnung aus dem Germanischen ist), anord. hardr chart, streng, heftig, schwed. härd, dän. haard, got. hardus chart, streng. Das Adv. lautet mhd. harfe, ahd. harto, got. har- quba. Der Lautverschiebung gemäß stimmend mit gr. xpœruc, xpꝓœπσεε, koprec«stark, ge- waltig, fest, hart, käpra Adv. cstark, sehr?, xpdτoc n.(äol. xpéroc)«Stärken, und viel- leicht abg. drüstvu«massiv, fest, russ. Cérstuu


