811 haranguieren
Philander 2, 301 här. Es ist das mhd. har, ahd. hara, mndl. hare, für mhd. her, ahd. hera cher»(s. d.).
haranguieren, v.: durch Halten einer Rede, durch viele Worte wozu bestimmen. 1582 bei Fischart Garg. 240 harangiren, aus franz. haranguer, ital. aringare zeine öffent- liche Rede halten, feierlich anreden», von franz. harangue f., ital. aringa f.«öffentliche Rede», aringo m.«Rennbahn, Turnier-, Tum- mel-, Rednerplatz», entlehnt aus ahd.-ags. hring m.«Kreis, Schau- oder Kampfplatz» (§. Ring).
Harde, f.(Pl.-n): Gemeindebezirk von mehrern Dörfern oder Höfen in Schleswig- Holstein. Mnd. herde, harde n. Entsprechend anord. herad n.«Bezirk, Landschafty, von anord. herr m. Heery.
Harder, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Fisch Mugil cephalus, Großkopf, Meeresche. Nord- deutsch. 1540 bei Alberus dict. q 3 b Hayder, dazu ndl. harder, bei Kilian herder, ags. heard- hara, haerdhera, heardra m.«mugily. Her- kunft unbekannt.
Harem, m.(-s, Pl.*): abgesonderte Frauenwohmung bei den Türken usw. Bei Wieland Oberon 48 Mask., bei Schiller Turan- dot 3, 7 Neutr.; 1728 bei Sperander Haram, so auch in Lessings Nathan. Aus arab. haram «das Verbotne, Heilige, Heiligtum, Frauen- wohnungy.
Härétiker, m.(-s, Pl. wie Sg.): Ketzer.
Aus gr. aiperuòc causwählend, ketzerisch,
einer Ableitung von aipéetv cnehmen, über-
redeny. Schon and. begegnet heretikeri m.
Ketzer», mhd. aber nur(h)eresie f. Ketzereiy.
Im 18. Jh. in lat. Form haereticus. Harfe, f.(Pl.-n), Musikinstrument; auch
(in Norddeutschland) Getreidesieb, in den
Alpen ein Gerüst zum Trocknen des Getrei- des. Mhd. harpfé, herpfe, harfe, ahd. harpha, harfa f.(noch bei Frisch 1741 Harpfe); da-
Rearpe, engl. harp, anord.-schwed. harpa, dän. hrpe«Harfe», aber dieses auch«Kornschwinge', harpe«fegen, reinigens, schwed. harpa«Draht- sieb für Getreide», entlehnt franz. harpe f. Der Italiener Venantius Fortunatus 7, 8 im
barisches, d. h. germanisches Tonwerkzeug. Welche Bedeutung ursprünglich ist, scheint nicht ganz sicher. Die Etymologie ist da- her unsicher. Vgl. Meringer Idg. Forsch. 16, 128 flt. 4. harfen, v., mhd. harpfen,
Harm 812
herpfen. Harfner, m.: Harfenspieler, erst im Ausgang des 18. Jh.(Bürger 267), mhd.- ahd. harpfcre, im 15. Jh. harpfer, ags. hearpere, engl. harper, anord. harpari m.; mit roma- nischer Endung Harfenist, m.(ren, Pl.-en), 1556 bei Frisius 561 b Harpffenist.
Harke, f.(Pl. n): der Rechen. Nord- deutsch. Bei Goethe 12, 112 aus thürin- gischer Mundart Harken m., md. 1517 pei Trochus Q 5 harcke, 1664 bei Duez Harke f. und 1691 bei Stieler Hark f., mnd. hayrlte f. (Diefenbach gl. 257 b), 1477 clevisch harck und herke, ndl. harkc, herlc f., schwed. harka «Egge mit eisernen Zähnen». Urverwandt mit aind. Khar)«kratzen, Whrgala-«Bürstey. Weitres bei Falk-Torp. Davon harken,
v., 1664 bei Duez, mnd. harken(Sachsen-
spiegel 2, 58, 2), herken(Diefenbach gl. 73 b); dazu anord. harka«zusammenscharren», harkri m.«Abfall, Kehricht».
Harlekin, m.(-s, Pl.-e): der Hans- wurst. 1646 bei Philander 1, 107 Harlequin, aus früher-franz. harlequin, jetzt arlequin m.; im Ital. arlecchino m. als Name der komischen Maske der ital. Bühne. Das franz. Wort geht weiter auf helleguin zurück, und dies ent- stammt einem germ. ellekin, das vielleicht auf dän. ellekong(s. Erlenkönig) zurückgeht. Der Erlenkönig ist eigentlich Wotan, der im Franz. zu einem bösen Geist, dem Teufel wird. Das mittelalterliche Theater bemäch- tigte sich des Hellequin und machte ihn zu einer wichtigen Persönlichkeit, die es dann wieder unter dem Namen Arlequin— Pariser Aussprache des Namens— an die italie- nische Komödie weitergegeben hat(Cohen Geschichte der Inszenierung im geistlichen Schauspiele des Mittelalters in Frankreich 1907 S. 92 f., wo weitre Literatur).
Harm, m.(-es, ohne Pl.): tiefer zehren-
der Seelenschmerz. Frühnhd. und mhd. selten harm m. Leid, Schmerz», von den Dichtern zu and. harpa«Foltergeräts, ndl. harp, ags.
des 18. Jh. wieder aufgenommen, ahd. asächs. harm m.«Beschimpfung, Kränkung»; dazu ags. hearm m.«angetanes Leid, Unrecht», engl. harm, anord. harmr m.«Betrübnis, Kummerꝰ,
schwed. harm«Verdrußs», dän. harme«Schmerz, Trauer, Kränkungy. Dazu ahd. haramscara, 5. Jh. nennt die harpa ausdrücklich ein bar-
mhd. harmschar f.«beschimpfende qualvolle Strafey, asächs. harmskara, ags. heurmscearu f. Urverwandt mit abg. sramäi m.«Scham, Schande», sramiti cbeschämen». Dazu vielleicht auch aw. fsarondt«aus Scham»(Zupitza 183). 4B2L. härmen, v. refl., mhd.(md.) hermen


