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von Rippach. Hans(Tapps) in allen Gassen unruhiger Mensch, der sich um alleskümmerts (1541 bei Franck Sprichw. 2, 49 b). Hans Liederlich(Goethe Faust 1, 2628), bei Hoff- mannswaldau Ged. 2, 255. ZUS. Hansnarr, m., 1512 bei Murner Narrenbeschw. 64, 58. Hanswurst, m.(-es, Pl. Hanswürste): ge- meiner Lustigmacher. 1519 Hans worst in der nd. Ubersetzung von Brants Narrenschiff 422° Zarncke, 1556 bei Frey Gartengesellsch. 4² Hans Wurst. Bei Luther 7, 4072 darumb Hans Worst, das er starck, fett und völligs Leibes ist. Bei den Fastnachtsaufzügen lief chedem der Narr mit einer langen dicken ledernen Wurst durch die Gassen(Abr. a. S. Clara Judas 1, 433). Wurst-Hans ist bei H. Sachs fingierter Name von Fressern. Ahn- lich heißt der Possenreißer bei den Franzosen Jean Potage(Johann Suppe), bei den Eng- ländern Jack Pudding(Hänschen Pudding). Für den Narren im Schauspiel kommt Hans Warst zuerst in einem Stücke von 1573 vor.
Hanse, f.: Handelsinnung; Kaufmanns- gilde mit bestimmten richterlichen Befug- nissen. So spätmhd. hanse, hans f., 1266 in mlat. Form hansa f., insbesondre aber der Bund der norddeutschen Handelsstädte vom 13. bis ins 17. Jh. zum Schutz des Handels (zuerst 1358 dudesche hense aus Lübeck nach- weisbar); früher 1127 und 1188 mlat. hansa f. «Abgabe, Handelsabgabe, Kaufmannsschoß (Haltaus 822), mnd. zu Anfang des 14. Jh. hense, hanse, hanze f.«Gilde der Kaufleute und Handwerkery, auch«das Geld, das für die Aufnahme in eine Hanse gezahlt wird», mndl. hanze«Steuery. Die ältre Bed. ist cbegleitende Schar», ahd. und got. hansa, ags. hos f. Vgl. Uhlenbeck Btr. 30, 288, Kauffmann ZfdPh. 38, 238. Dazu Hanseüte, m.(-n, Pl.-n): Angehöriger der großen norddeutschen Hanse, jetzt einer Hansestadt(s. d.), gebildet nach dem mlat. Adj. hanseaticus, davon hanse- ätisch, adj., 1798 bei Möser patr. Phant. 1, 30, statt hansisch(bei Frisch 1741 aus dem lübischen Recht). ZU0S. Hansestadt, f.: zum Bunde der norddeutschen Handels- städte gehörige Stadt, jetzt nur noch Ham- burg, Bremen und Lübeck. Zuerst 1330 in einer Krämerordnung zu Anklam nachweis- bar. Im 17. Jh. Hansee-Stadt gebräuchlich, 1622 im Tagebuche Christians d. J. von An- halt 50 Hänsel-Städte.
hänseln, v.: einem als Neuling in einer Gesellschaft durch gewisse Zeremonien auf-
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legen, daß er in ihr etwas, besonders freien Trunk, zum besten gibt; einen auffiehen, zum besten haben. In der 1. Bed. 1690 bei Happel akad. Roman 859, dafür 1664 bei Duez hänsen, hensen, 1562 bei Mathesius Sar. 188 hansen(von Studenten), eig.«in eine Innung (s. Hanse) aufnehmens, 1259 köln. hansin cin die Kaufgenossenschaft aufnehmeny. In der 2. Bed. 1691 bei Stieler hänselen, eig.«zum Hansnarren haben», abgeleitet von Hänsel, Dim. von Hans(s. d.), im 15. Jh. als Name des Narren Hensel(Fastnachtsp. 674, 26 f.), 1494 bei Brant Narr. 27, 32 henselin«um- herziehender Lustigmacher».
Hansnarr, Hanswurst, s. Hans.
Hantel, f.(Pl.-n): eisernes Turngerät als Handhabe zur Stärkung der Armmuskeln. Vom Turnvater Jahn eingeführtes Wort, aus nd.(osnabrück.) hantel f. Handhabe», eben- so schon in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 1000, 30, während ahd. hantilla, hantella f. &AHandtuch» bedeutet.
hantieren, v.: ein Geschäft treiben. Md. im 14. Jh. hantiren, spätmhd. im 15. Jh. hantieren Kaufhandel treiben, ins Werk setzen, Ver- richten, tuns, aus mndl. hantieren«ausüben, treiben», von afranz. im 12. Jh. hanter zoft besuchen, hin- und herziehen». Die Schrei- bungen handieren, handtieren, handthieren und hanthieren(seit 16. Jh.) suchen falscher- weise Anlehnung an Hand. Davon Han- tierung, f., spätmhd. hantierunge f.«Kauf und Verkauf, Handel, Behandlungy.
hapern, v.: stocken, nicht vorwärts- kommen. 1663 bei Schottel haperen, im 18. Jh. in die Schriftsprache aufgenommen (Hermes 1, 447, Bürger 465), aus gleichbed. nd. hapern, mndl. haperen. Das Wort ist auch in den deutschen Mundarten Mittel- und Oberdeutschlands verbreitet, und gehört. mit dän. happe, schwed. happla«stotternꝰ zu- sammen. Auch deutsch kommt happeln vor. Weitre Anknüpfung fehlt. Davon haperig, adj.: stockend, 1691 bei Stieler hapericht.
happen, v.: schnappen. 1741 bei Frisch, aus gleichbed. nd. und ndl. happen, woher franz. happer(im 12. Jh. belegt)«erschnappen, packen». Wohl lautmalend. Dazu Happen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Bissen. 1741 bei Frisch Happe, aus dem Niederdeutschen. Davon happig, adj., 1793 bei Bode Montaigne 5, 248.
har!l Fuhrmannszuruf an das Zugtier, links! Bei Maler Müller 1, 242 har und hot, 1586 bei Fischart Bodinus 307 har har, 1643 bei


