Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
807-808
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807 Hanf

m.(-s, Pl. Händel), mhd. handel m.«Art des Tuns, Begebenheit, gerichtliche Verhand- lung, Ware⸗; in der Bed.«einzelnes Kauf- geschäfty und«gewerbsmäßiger Betrieb von Kaufgeschäften» bei Luther. Davon Handel- schaft, f., 1678 bei Krämer; Handels- diener, m., 1663 bei Schottel 472; Handels- mann, m., 1640 bei Comenius. Händler, m., spätmhd. im 15. Jh. handeler, handler m. «Tuender, Vollbringer, Unterhändler»; in der Bed.«Handelsmann» bei Luther. Handlung, f., ahd. hantalanga f.«Bearbeitung, Behand- lungy, mhd. handelange f.«Handhabung einer Sache, das Tun, Behandlung, Verhandlung», im 15. Jh. auch«Betrieb in Kauf und Ver- kauf», 1701 in Ordnungen d. Stadt Leipzig 62 Kaufhausy.

Hanf, m.(-es, Pl.-e), mhd. hanef, hanf, ahd. hanaf, hanif m.; dazu(entlehnt and. hanaf) ags. hœnep, engl. hemp, anord. hampr m., schwed. hampa f., dün. hamp. Der Laut- verschiebung gemäß stimmend mit gleichbed. lat. cannabis f., gr. kvvaßic f.; abg. und russ. konoplja f., poln. konop f., lit. kanãpés f. Pl. dagegen weichen im Labial ab. Dazu viel- leicht aind. çands«Hanfart, oss. san«Wein». Die Herkunft des Wortes ist unklar. Es handelt sich jedenfalls um ein altes wandern- des Kulturwort, das aber weder von den Slaven noch von den Römern oder Griechen direkt zu uns gekommen sein kann. Vgl. Walde s. v. Davon hänfen, adj., mhd. henfin, hanf in, ahd. hanafin. Hänfling, m.: der Hanfsamen fressende Vogel Fringilla cannabina, spätmhd. henfeling m.

Hang, m.(es, ohne Pl.): das Hangen (spätmhd. im 15. Jh. hanck);(Pl. Hänge): Ab- hang(bei Stieler 1691); Trieb(bei Lessing 1, 185, Gellert 7, 204). Von hangen, v.(Präs. hange, hängst, hängt, bei Luther hangest, hanget, Prät. hing, Konj. hinge, Part. gehangen): woran befestigt oder haftend schweben; nie- derwärts geneigt sein; woran festhalten. Der heutige Gebrauch von hangen und hängen hat sich seit spätmhd. Zeit allmählich ge- bildet aus einer Vermischung folgender Zeit- wörter: 1) trans. mhd. hähen«hängen»(Prät. hienc und hie, Part. gehangen), ahd. hähan (Prät. hianc, Part. gihangan), dazu afries. na (Prät. héng), ags. hön«hängen»(Prät. héng, Part. hangen), got. hähan«in der Schwebe der Meinung, in Zweifet lasseny, dagegen be- reits md. im 14. Jh. hangen(Prät. hinc, hinc), mnd. hangen neben hän(Prät. hink), mndl.

Hans 808

hanghen(Prät. hinc), anord. hanga chängen» (Prät. hekk, Pl. hengum, Part. hanginn), engl. hang chüngen und hangen». 2) intrans. und schwachflekt. ahd. hangéen changen»(Prät. hangéta), mhd. hangen(Prät. md. haungete, mhd. dafür bereits hienc, hie), and. hangon changeny, mnd. hangen(Prät. hangede), afries. hangia, ags. hangian, anord. hanga(Prät. hangdi), got. hãhan(Prät. häãhaida) jmdem. anhangen». 3) dem nhd. hängen(Prät. hängte, Part. gehängt) formell entsprechend: bei Luther hengen«hangen machen?, md. im 14. Jh. hengen can den Galgen hängen», ahd. hengan(Prät. hangta) und mhd. hengen(die Zügel dem Pferde, das Band dem Hunde) hängen lassen, gehen lassen, zulassen, gestatten», anord. hengja caufhängen». Vgl. fangen aus fahen. Ety- mologisch entspricht wohl lat. cunctor(aus *concitor)«zage, zauderey, aind. çäukaté «schwankt, zweifelt, ist besorgt, fürchtet,. Dazu noch aus dem Germanischen anord. hotta f.«Gefahr», v.«der Gefahr aussetzen» (aus*hanht), norw. hangla«sich mühsam vorwärts schleppen». Vgl. Zupitza Gutt. 133. 2S. Hängematte, f.(Pl.-n): hangendes Lager aus gewebten Stoffen oder Flechtwerk, 1712 bei Hübner Hangmatte, 1782 bei Jacobs- son Hängematte, übernommen aus holländ. hangmat, hangmalc, das durch Umdeutung aus der Sprache der Indianer Westindiens (hamaca) stammt, woher auch gleichbed. franz. hamac, span. naca, amahaca, port. maca f.

Hanke, f.: Hüfte, Schenkel des Pferdes (Rückert 11, 278), 1716 bei Hohberg Georgica 3, 2, 762. Tirol. Henkel m.«Schenkely. Aus dem Germanischen entlehnt franz. hanche, afranz. hankce f.«Hüftey.

Haus, Mannesname, gekürzt aus Johannes (s. d.), mhd. Hannes, Hans, frühnhd. als Appellativum(Gen. und Pl. Hansen) in der Bed.«nach Stand und Vermögen hervor- ragender Manny(im 16. u. 17. Jh. die großen Hansen), dann«in lächerlicher Weise sich hervortuende Mannsperson»(Fabel-, Groß- Prahlhans, im 15. Jh. aaa Hans Stotterer, Diefenb. gl. 77²), Meister Hans«der Henker, (bei Luther 3, 397²). Hans von Rippach (Goethe Faust 1, 2189 f.) ist eig. das ober- sächs. Schimpfwort Hans Arsch von Rip- pach(Goethe in Hanswursts Hocbzeit), 1736 bei Trömer Toucement des Deutsch-Franços Schrifften 269 Hanß Ars von Rippach, 1706 bei Menantes Allerneueste Art 598 Hans-Tumm