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Hand, f.(Pl. Hände), mhd.-ahd. hant f.; dazu asächs. ndl. hand, afries. hond, ags. hand, hond, engl. hand, anord. hönd, schwed. hand, dän. haand, got. handus f. Im Ahd. tritt das Wort in die— Deklination über: Gen., Sg. und Nom. Pl. henti, mhd. hende, im Gen. Pl. aber neben ahd. henteo, hendo als Rest der alten kons. Deklination hando, mhd. hande(noch in allerhand, s. d.) und im Dat. Pl. neben hentin pei weitem üblicher hantum, hantun, hanton, mhd. handen, was sich noch in ab-, vorhanden, zu Handen erhielt. Die Ableitung von got. hinpan«fangeny(in frahinpan ægefangen nehmen), also eigentlich«die Fassende, Grei- fendey unterliegt starken Bedenken und ist nur indirekt möglich. V. Blankenstein Idg. Forsch. 21, 99 verbindet mit Hand gr. kar eig.«mit der Hand» u. a. Uber den Zu- sammenhang mit hund in handert s. 2ehn. 4 BL. handlich, adj., mhd. hantlich«mit der Hand gearbeitet», ahd. hantlih,«leicht zu be- handelnd(nur in anhantlh). ZUS. Hand- breit, f., bei Luther. Handbuch, n., shät- mhd., im 15. Jh. hanthuoch. handfertig, adj., 1602 bei Kirchhoff milit. disc. 231. hand- fest, adj.: in feste Hand genommen, gefangen (mhd. hantveste); mit Händen gewaltig(mhd.); fleißig, emsig(1537 bei Dasypodius). Hand- feste, f.(Pl.-n): schriftliche Versicherung, Verbriefung der Rechte durch eigenhändige Namensunterschrift, mhd. hantveste, ahd. hant- festi f. Handgeld, n.: Angeld, 1616 bei Wallhausen Kriegsmanual 124. handgemein, adj., 1716 bei Ludwig. Handgemenge, n., bei Opel u. Cohn 30 j. Krieg 278 vom J. 1631. handgreiflich, adj., 1618 bei Schönsleder. Handgriff, m., ahd. hantgrif m.«Griff mit der Handy; in der Bed.«Handhabey 1664 bei Duez und nd. hantgreep 1582 bei Chyträus, technisches geschicktes Verfahren 1640 bei
Lehmann Flor. 205. Handhabe, f.: woran befindlicher Griff zum Halten, mhd. hanthahe, ahd. hanthaba f. handhaben, v., mhd. hant- haben«fest fassen, halten, schirmen, unter- stützen». Handhabung, f., mhd. hanthabunge f.«Schutz, Verteidigungz. handhaft, adj.: in der alten Gerichtssprache«handgreiflich dargetan, offenkundig, mhd. hanthaft in hant- hafte tät«frische Tat»(bei der der Täter noch die Waffe usw. in der Hand hat). Hand- kuß, m., 1678 bei Krämer. handlangen, v.(Goethe 21, 138), 1562 bei Mathesius Sar. 209 ˙b, mnd. handlangen«mit der Hand reicheny, vielleicht umgestaltet aus mhd. andelangen
cüberantworten». Davon Handlanger, m., um 1420 bei Tucher Baumeisterb. 64, 25 hant- langer. handlos, adj., mhd. hande-, hantlõs. Handpferd, n.: Reservepferd(spütmhd. hant- pferk); Zugpferd, das dem Sattelpferd zur rechten Hand an der Deichsel geht(1666 bei Comenius Sprachenthür§ 454, dafür spätmhd.
hantros n.). handreichen, v., spätmhd. hant-
reichen; davon Handreichung, f. bei Luther. Handschelle, f. Handfessel, 1691 bei Stieler. Handschlag, m., mhd.-ahd. hantslac m. Handschrift, f., spätmhd. im 15. Jh. hanf- schrift f. ceigenhändige Schrift, Unterschrifty, auch«Schuldbrief». Handschuh, m., mhd. hant-, hentschuoch, ahd. hantscuoh, and. hand- sköh m. Handschuh, Handfessely, frühmd. hensche, md. und mnd. kantsche,(entlehnt) anord. hanzki m. Im Mittelalter diente der Wurf des Handschuhs als Aufforderung zum Kampf, daher Fehdehandschuh. Hand- streich, m.: Schlag mit der Hand(1578 bei Frischlin Nomencl. Kap. 166); in der Bed. cplötzlicher Überfall» als Übersetzung des franz. coup de main erst im 19. Jh. Hand- tuch, n., mhd. henttuoch, ahd. hantäch m. Handvoll, f., mhd. hantvol f., vgl. Hampfel. Handwerk, n., mhd. hantwerc, ahd. hant- werch n. Wirken mit der Hand», dann Ge- werbey, ags. handaweorc n.«mit der Hand Gearbeitetes, Handarbeits; davon Hand- werker, m., mhd. im 14. Jh. hantzwercher, und Handwerksmann, m., im 14. Jh. hant- werkis man und hantwercmanm. Hand- wurzel, f.: der zwischen Vorderarm und Mittelhand liegende Teil des Armes, 1691 bei Stieler. Handzwehle, f.: Handtuch, mhd. hanttabehele, im 15. Jh. auch hantzuwehel, ahd. hantdavhila f., bei Goethe 26, 323 Handquele, zgs. mit mhd. twehele, kwehel, 1482 zdehel, ahd. dwahilla, twahilla f.«Tuch zum Waschen und Abtrocknen», von ahd. dwahan, twahan «waschen?. S. Quehle.
handeln, v.: worauf Kraftäußerung an- wenden. Ableitung von Hand(s. d.). Mhd. handeln«mit Händen berühren oder fassen, peurbeiten, tun, erteilen, bewirtens, ahd. hantalön«mit der Hand begreifen, worauf mit Kraftanstrengung wirken», and. handlon cbehandeln, befühlen⸗, ags. handlian be- fühlen?, engl. handle«handhaben, behandeln, verwalten, anord. höndla«greifen, behandeln». In der Bed. Handel treiben? 1508 in der Straßburger Gemma r 15b handelen, auch bei Luther. Von handeln abgeleitet: Handel,
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