Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
793-794
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793 Ha

schwach: mhd. Gen. hanen, Pl. hanen, sie

dauert bis ins 18. Jh.(Göthe 2, 267, Schu-

bart 2, 253) und ist noch oberd.; die starke

Flexion tritt seit dem 16. Jh. auf, bei Keisers- berg der Pl. hen, hän, bei H. Sachs 9, 50 u. 59 der Gen. deß Haans und Hanes. Vgl. Henne, Huhn. RA. der rote Hahn«wie ein Hahn vom Dach auffliegendes Feuer»(I. Sachs 9, 55). Hahn im Korbe(Facetiae facet. 164), eig.«das beste Stück unter dem jungen Hühner- volk im Hühnerkorbez, daher im 16. Jh. der

best Han im Korhb(H. Sachs 21, 261, Fischart Bienenk. 131 b). ZU0S. 1) mit dem schwachen

Gen. Hahnen-: Hahnenbalken, m.: First-

balken(worauf der Hahn sitzt und kräht),

mhd. hanenbalke, auch hanboum m. Hahnen-

feder, f., bei H. Sachs 9, 125. Hahnenfuß,

m.: die Ranunkel, mhd. hanen-, hanevuoz, ahd. hanefuoz m., der Name wegen der dem Fuß eines Hahns ähnlichen Gestalt des Blattes der Pflanze. Hahnenschrei, bei Luther. Hahnensporn, m., 1664 bei Duez Hahnen- spohr. 2) mit Hahne-, Hahn-: Hahnekamm, mn., im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 158 b hanen-,

hanekamp; als Pflanzenname mhd. hanenchanp.

Hahnkräh, f.(Herder von deutscher Art und

K. 101), 1572 bei Fischart Großm. 25 Hanen-

kräh m., dafür mhd. han-, hanebrãt f., ahd. hanacrãt, asächs. hanocrãd f., ags. hancréd m., von Rückert 3, 294 erneuert Hankrat m. Hahnrei, m.(-S, Pl.-e): Mann einer un- treuen Ehefrau, ein urspr. norddeutscher Ausdruck, mnd. im 15. Jh. hanerei, hanreyge, in den Facetiae facetiarum 164 hahnreg, 1534 bei Luther 6, 161* J. ein Hanresr wie man in Sachssen redet; doch nach Beckmann Gesch. d. Erf. 2, 269 Hanrey schon 1322 als Beiname eines Augsburger Müllers. Bei Mathesius Sarepta 1562 2502 Hanrey m. f.«geschlecht-

lich Ausschweifender oder Ausschweifendey: in der wahrscheinlich urspr. Bed. Kapaun 1670

bei Abele künstl. Unordnung 2, 309 Hadn- reh, 1717 bei Leibniz Collectanea etymolog. 1, 312 Hahnree. Das Wort, urspr. schwach biegend, scheint im zweiten Teil abgeleitet von mhd. reie, reige m. †anz»(s. HReihen), sder den Hahnentanz mitmacht»(vgl. Brant Narrenschiff S. 342 Z.). Vgl. Hörner au*setzen unter Horn. hahnebüchen, s. Hagebuche. Hahnepampel, m.: Schimpfwort für einen haltlosen, hin- und herfahrenden und zappeln- den Menschen. In Norddeutschland. Unbe- kannter Herkunft.

Hai, m.(-es, Pl.-e): der gefräßige See-

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fisch squalus carcharias. 1658 bei Mandelslo Reisebeschr. 2, 13 Haye m., Pl. Haxgen, 1741 bei Frisch Häye m., aufgenommen aus ndl. haai f., anord. hãr m., schwed.-dial. m., dän. haa. Man vergleicht aind. çaokug m. cein best. Wassertiery», das auch die Bedeutung cspitzer Pflock, Holznagel» hat, wie auch anord. här«Rudernagel», so daß die doppelte Bedeutung schon vorhistorisch ist. ZUS. Haifisch, m., 1768 bei Moerbeek Hayfisch neben Hay.

Haiduck, s. Heiduck.

Hain, m.(-es, Pl.-e): gottgeweihter Wald (bei Luther); Hege-, Lustwald(bei Luther 1, 531 b Eisl.). Ein mitteldeutsches Wort. Im 14. Jh. hain m. cumhegter Platz, Ver- hau»(Jaroschin 25 d. 87²), 1338 hapn«um- hegter Wald(Weisth. 1, 498 aus der Gegend von Frankfurt a. M.), noch 1664 bei Duez Häin, Häine f. cune franche forest, il west point permis d'abattre du bois, un bois, un bois consacré des payens, lucus», schon im 8. Jh. in dem Orts- und Bachnamen Hein- bach(Förstemann 2, 630) neben Hakxanpach, Hegenebah, wie noch in den md. Ortsnamen auf-hain; aus md. hagin, mhd. hagen m. «Einfriedigung, umhegter Orty(s. Hagen), wie auch md. häãn, haen«Dornbusch»(Diefen- bach gl. 192 b). Schon Tacitus Germ. 9. 39 f. berichtet von gehegten, einer Gottheit ge- heiligten Baumständen und Wäldern der Germanen.

Hainbuche, f.(Pl.-n): Weißbuche. 1454 md. hainbuche(Weisth. 5, 251), 1521 hanbuche (1, 538), bei Luther Haynbuche, aus md. hagin- büche, mhd. hagenbuoche, ahd. hagan-, hagin- puocha f. Der Name daher, daß die jungen Stämme sich leicht zu Hecken, Zierbusch- werk u. dgl. ziehen lassen. S. Hagebuche und Hain.

Hainbund, m.: vom 12. Sept. 1772 bis Ostern 1775 dauernder Dichter- und Freund- schaftsbund von Göttinger Studierenden, feier- lich gestiftet am Abende des genannten Tages unter einer schönen Eiche in einem kleinen Eichengrund auf der Rückkehr nach Göt- tingen, von einem auf das nahe Dorf Weende gemachten Ausfluge. Jene Jünglinge waren J. H. Voß, Hölty, Joh. Friedr. Hahn, Joh. Thomas Ludwig Wehrs, Joh. Martin Miller und dessen jüngrer Vetter Gottlob Dietr. Miller; nachträglich traten bei Boie, Christian und Friedr. Leopold Stolberg, Karl Fried. Cramer, Leisewitz. Sie nannte ihre Ver-