Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
795-796
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795 Hainbutte

einigung Bund auch Hain im Gedanken an

Hügel und der Hain» dem Hügel als Par- nassus entgegengesetzten Hain(des Hügels

Cuell ertõönet von Zeus, Von Wodan der Quell des Hains), zugleich wohl in Hinweisung Aus beiden Be- nennungen erfloß später die weitre Hain-

auf jenen Eichengrund.

bund, die zuerst Voß S. XXIX der Vorrede der 1804 von ihm besorgten Ausgabe von Höltys Gedichten gebraucht.

Hainbutte, s. Hagebatte.

Hakatisten, Pl.: Angehörige eines Ver- eins zur Förderung des Deutschtums in den Ostmarken. Anfangsbuchstaben der drei Gründer Hanse- mann, Kennemann und von Tiedemann. Ende des 19. Jh. aufgekommen.

Von häkeln, v.: mit einem Häkchen greifen (1691 bei Stieler héikelen); mit der Häkel- nadel arbeiten(im 19. Jh.). Von mhd. hcœel n., Dim. von Haken. An hükeln angelehnt, aber hervorgegangen aus heiklig(S. heilcel) häkelig, häklig, adj. schwer zu behandeln, bedenklich, 1775 bei Adelung.

Haken, m.(-s, Pl. wie Sg.): halbkreis- artige Krümmung woran; gekrümmtes Ende zum Einhängen; Feuergewehr mit einem Haken am Schaft zum Auflegen auf eine gabel- förmige Stütze(spätmhd. Mitte des 15. Jh. hakenpüchse, 1529 bei Soltau Volksl. 1, 328 hachen, mnd. im 15. Jh. hakebzsse); Pflug, dessen zweischneidige Schar nebst den beiden Moltbrettern die Gestalt eines Pfeilwider- hakens hat(mhd. der polensche phluoc, der Rähe heizet), dann auch Feldmaß(mnd. im 14. Jh.). In den beiden ersten Bed. mhd. hülte, hüken, ahd. hãko, hügo, häggo m.; dazu and. hakko, mnd. hake, mndl. hoek, ndl. haal, ags. hbc m., engl. hoo, mit kurzem Stamm- vokal ags. haca m., schwed. hake, dän. hage Haken»(verschieden von got. höha m., ahd. TQucohili n.«Pflugs, aber wohl wurzelverwandt). Vielleicht verwandt mit lett. keg is m. Krücke» (vgl. anord. hœ³ja f. Krücke», ags. hœεcce f. Bischofsstab») oder mit lit. saens f.«Wurzeh. RA. die Sache hat einen Halcen cein Hindernis, 1575 bei Fischart Garg. 151 es hat ein häcklin. 4BL. haken, v., 1495 in der Kölner Gemma R 1° haken, im 15. Jh. hachen ckrümmen, beugen»(Diefenbach gl. 626b).

Das Wort ist gebildet aus den

hakicht,

halb 796

hakig, adj., 1420 nd. haich(ebd.), ndrhein. den von Klopstock z. B. in seiner Ode Win- golf als Sinnbild der Dichtkunst gebrauchten, bes. aber in der 1767 gedichteten Ode cder

im 15. Jh. haechetht(ebd.).

hal, adj.: bis zur Saft- und Kraftlosigkeit ausgetrocknet oder austrocknend(1544 bei Luther ein holer Wind); dürr und mager. Westmitteldeutsch. Dazu nd. häl, hœl, ndl. haal«trocken, dürr, magery und mit anlaut. s- Schal«trocken, dürr, leck», schwed. Skäll cmager» und weiter gr. cAnpöc«trocken, dürr, mager». Vgl. Ehrismann Btr. 20, 63.

Davon verschieden südd. hahl, hühl aglatt,

schlüpfrigy, mhd. hœæle, ahd. häli, anord. häll,

das zu hehlen gehört. ZUS. Halgans, f.:

magre, ungemästete Gans(westmd.), dann Schelte für ein sich dumm und albern be- nehmendes Mädchen(Maler Müller 1, 128); verschieden von Halgans, der Verkürzung von Hagelgans(s. d.).

halali! weidmünnischer Ruf bei der Hetz-

jagd, wann der Hirsch abgehetzt nicht weiter Häkelei, f.: kleiner Zwist; Häkelarbeit.

kann. Der Ton ruht entweder auf der vor- letzten oder auf der letzten Silbe. Aus gleich- bed. franz. halali, 1746 bei Döbel Jäger-Pract. 2, 98 ha la lit«ha da liegt ers.

mhalb, halben, grundangebende Präp. mit Gen., hinter dem regierten Worte stehend. Mhd. halbe, halp und halben«auf Seiten, wegen, ahd. halb nachgestellte Präp. mit Gen., urspr. Kasus von Halbe(s. d.), mhd. halbe, und zwar halben der Dat. Pl., halbe und gekürzt halb, halp der Akk. oder Instr. Sg. Aus einer Vermischung des Subst. Halbe mit dem Adj. halb erwuchs des letztern erstarrte Maskulin- form halber als Präp. mit Gen., 1499 im Terentius deutsch 9a.

halb, adj., einen Teil bei Teilung in zwei gleiche Teile bezeichnend, ½. Mhd. und ahd. halp, asächs., afries. und ndl. half, ags. healf, engl. half, anord. halfr, schwed. half, dän. halv, got. halbs. Zur Etymologie geht Persson KZ. 33, 289 von einer Wurzel«spalten» aus, die mit s-Anlaut in gr. ccökoꝶ m. Pfahl), lat. sculpo«grabe ein» vorliegt. Kluge ver- gleicht aind. kalpäjati«bringt in Ordnung, stellt richtig, verteilty. Wurzelverwandt ist vielleicht auch aind. ald f.«kleiner Teilo. In den Zusammensetzungen anderthalh(1 ½), dritthalb(2 ½) usw. schon mhd. und ahd., auch ags. ISer healf(1 ½), anord. halfr fjordi (3 ½). 4BL. Halbheit, f. bei Wieland 3, 150 von 1767. halbieren, v., mhd. hal- bieren neben häufigerm halben. halbicht (bei Wieland an Merck 1, 249«unentschieden, schwankend»), halbig(bei Lessing 3, 162 cun-