789 Hafen
schwed. hamn m., dän. haun; entsprechend dem mhd. habene, haben f.«Schiffsländen, neben habe f. und hap n. Hafen, Meerꝰ. Gleichen Stammes wie Haff(s. d.). Dazu vielleicht mir. can Sechafen» aus*opno.
²Hafen, m.(*, Pl. Häfen): tiefes Ge- schirr, Topf. Oberdeutsch. Mhd. haven, ahd. hafan m., eig. Behälter, worin etwas gefaßt oder behalten wird», vgl. haben. Davon Hafner, m.: Töpfer, im mrhein. voc. ex quo 1469 hefener, mhd. havencæere, ahd. hafanãri m.
Hafer, s. Haber.
Haff, n.(es, Pl.-): Ostseebucht als innres Meer(daz keurisch hab skurische Haffy im 14. Jh. bei Suchenwirt 4, 457, dag vrische hab Livl. Chron. 3830). Aus dem Niederdeutschen, mnd. haf m. n.«Meer, Sees; dazu afries. hef n., ags. hœf n., anord. und schwed. haf n., dän. hav«Meer, offne See». Vgl. Hafen. Daß die beiden Wörter zu lat. capio cfassenꝰ, und heben(s. d.) gehören, ist kaum wahrscheinlich zu machen.
1 Haft, m.(-s, Pl.-e, auch Haften, bayr. Häfle): Vorrichtung zum Festhalten, Haken. Mhd. haft m.(Pl. hefte), ahd. haft m. n.(Pl. hafta)«Haken, Band, Fesseln; dazu ags. hœft m., anord. hapt n.«Fessely. Gleichen Stammes wie heben(s. d.).
2Haft, f.(selten Pl.-e): Festnahme, Fest-, Gefangenhaltung. Mhd. haft f., daneben ahd. hafta f.«Verbindung», andfrk. hafta f. Ge- fangenschaft, Gefängnis». Zu dem in heben (s. d.) vorliegenden Stamm.
sHaft, m. n.(*, Pl.-e,-en): die Ein- tagsfliege, ephemera. 1748 bei Haller Ged. 204 als Bezeichnung am Niederrhein; 1730 bei Frisch Insekten 8, 14 wann es(Ufer-Aat) die Hollãnder Hafft heißen, so geschieht es, weil diese Fliegen so dick fliegen, daß sie an den geteerten Schiffen hafften und hangen bleiben.
Paft, Suffix an Adjektiven: haltend, wor- an haftend, habend. Früher auch selbstän- diges Adj. mhd. ahd. haft egefangen, gefesselt, festsitzend, haftends, im Mhd. auch ceinge- nommen wovon, besessen, wozu verbunden, verpflichtety; dazu asächs. Raft«gefesselt, festbleibend⸗, ags. hœft«gefangen,, anord. haptr m. Leibeigner», got. hafts«behaftet, gebunden», genau entsprechend lat. caplus cgefangen», gall. captos«gefangen,, air. cacht «Dienerin», kymr. caeth«Gefangner, Diener? (S. heben). Davon-haftig, Adjektivsuffix, mhd.-haftec, ahd.-haftig, afries. NRaftkich, heftich.
Hagel 2790
haften, v.: woran befestigt sein, fest hangen bleiben; gewährleisten(Haltaus 772 aus dem 15. Jh.). In der 1. Bed. mhd. haften, ahd. hafton, asächs. hafton, von dem ahd. Adj. haft(s. haft).
Hag, m.(-es, Pl.-e): umfriedigendes Ge- büsch; dichtes Gebüsch; Hain. Mhd. hac m. n. (Gen. hages)«Umfriedigung, Einhegung, Dorn- gebüsch, dichtes Gebüsch, eingehegter Ort, Park, Wald», ahid. hag, hac m.«Einhegung, Stadt»(vgl. die Ortsnamen auf-hag,-hagen); dazu ndl. haag f. Hecke», ags. haga m.«Um- zunung, Grundstück, Haus», engl. hauo«Ge- hege, Gärtchen», anord. hagi m., schwed. hage Umzäunung, Weideplatz», adän. hage Hecke». Gleichen Stammes wie Hagen, Hain, Hecke (s. d.); urverwandt mit agall. caium«Geheges, kymr. cae«Einfassungy, lat. cohzus«die Höh- lung an der Wage des Pfluges, wo die Deichsel eingefügt wird. Vgl. Walde. ZUS. Hag- apfel, m.: Meerkirsche, 1482 im voc. theut. n 3 b hagen apffel. Hagebuche, f.: Weiß- buche, im 15. Jh. hagbuoch, daneben mhd. hagenbuoche, woraus Hainbuche(s. d.), beides in urspr. Bed.«zu Umzäunungen verwendete Buchey, ahd. haganbuohha; davon hage- büchen, adj., mhd. hagenbäechin, zsgez. hün- buchen, noch md. hahnebüchen, bes. in der Bed. derb». Hagebutte, auch Hain- butte, Hambutte, f.: Fruchtknopf der Hagerose, im 15. Jh. hagebute, zsgez. lübutte (Diefenbach gl. 125 a), 1482 im voc. theut. n 6 hänpote(in hanpotenpaaom) und n 3 hagen- putz, mhd. bloß butte f., eins mit Buttzen (s. d.)«Kerngehäuse des Obstes». Hage- dorn, m.; der Weißdorn, mhd. hagen-, hage- dorn m.; dazu ags. hœghorn, engl. hathorn, anord. hagporn m., norw.-schwed. hagtorn. Hageiche, f.: Heckeneiche, 1541 bei Frisius 1164 b Hageych. Hagerose, f.: Heckenrose, 1541 bei Frisius 623 b der Pl. Hagrosen, 1540 bei Alberus dict. FF 3 b hagn rosen.
Hagel, m.(-S, Pl. unüblich): aus den Wolken niederschlagende Eiskörner; kleinge- hacktes Blei und Eisen zum Schießen(Soltau Volksl. 216 von 1516). In der 1. Bed. mhd. hagel, ²sgez. häle, hail, hél, ahd. hagal m.; dazu asächs. hagal, mnd. und ndl. hagel, ags. hagal, hagol und hcægel m., engl. hail, anord. schwed.-dän. hagl n. Wohl urverwandt mit gr. dxAnE m.«Steinchen, Kiesel». Das einzelne Hagelstück hieß mhd. und älternhd. hagel- stein und kisel(noch oberd.), ags. hagolstän, engl. hailstone, anord. haglsteinn m. neben
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