Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
787-788
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7 87 Hachse

Hafen 788

m., dazu Hache f.«leichtlebige Dirne» bei gehacktes Stroh. In Mittel- und Norddeutsch- Fischart Garg. 437, spätmhd. hache m. junger land. 1517 bei Trochus K 4 b heckerling. In

Bursche, Kerly. Dazu der ahd. Eigenname Hahho, Hahcho. Vielleicht zu hacken in der Bedeutung«kämpfen», also eig.«Käümpfer» oder mit Hecht verwandt, das auch in der Bedeutung junger Bursches vorkommt.

Hachse, Hechse, f.(Pl.-n): Kniebug,

bes. des Hinterbeins, mit den Sehnen. Mhd.

Eber.

kauhse, hehse, ahd. hahsa f., namentlich vom schwäb. Heckel m.«Eber», berheckel«Ebery,

Pferde; dazu mnd. hesse, hasse, afries. hoxene f.

Urverwandt mit lat. coxa f. Hüftey, ir. c088

«Fußy, aind. kälgas, aw. Kasa- m.«Achsel- grube).

Hack, s. Mack.

Hack(e)brett, n.(s, Pl.-er): Brett zum Kleinhacken mancherSpeisen; dreieckiges Ton-

werkzeug, dessen Drahtsaiten mit zwei vorn

gekrümmten Holzschlägeln geschlagen wer- den, mit hackendem scharfen Anschlage. In der 1. Bed. im 15. Jh. hachprett,-bret(Diefenb.

teut. kéb und 1477 clevisch hackbret, mndl.

hacke-, hackberd.

¹Hacke, f.(Pl.-n), auch Hacken, m. (-8, Pl. wie Sg.): Ferse; Absatz an Schuh oder Stiefel(1715 bei Amaranthes Hacke im Strumpf). Ein md. und nd. Wort, im 12. Jh. haken calces⸗(Steinmeyer-Sievers 3, 439, 58), im 15. Jh. hacken m.(Serapeum 5, 34); dazu clevisch 1477 hacke, ndl. hat f. «Fersey. Verwandtschaft mit hacken ist un-

gleicher Bed. Häücksel, n., auch m.(-s), 1540 bei Alberus dict. Bb 42 und tt 1 b Hael, 1596 bei Colerus 9, S und 10, 10 Hexel m., dafür mnd. 1515 hackeltze. Beide Wörter

von hacken(s. d.).

Hacksch, m.(-es, Pl.-e): unverschnittner In Mitteldeutschland, im 17. Jahrh. Hackisch, Haclesch m.; gleichen Stammes wie

1468 bei Diefenbach nov. gl. 379a, mhd. hagen m.«Stier, Zuchtstier), bei Dasypodius 1537 Hag, noch schweiz. Hagen, Hegel und schwäb. Hag, Haigel m. Zuchtstiery. Vgl. heckcen. 4B2. hakschen, v.: Zoten reifßen. In Mitteldeutschland und studentisch. ¹Hader, m.(-s, früher auch-/, Pl.-n): zerrißnes Zeugstück. Mhd. hader m.(auch schwach hadere), ahd. hadara f.; Nebenform

mhd. hadel m., daher entlehnt franz. haillon m. gl. 27²), in der 2. Bed. um 1480 im Voc. inc.

Lumpen». Dazu and. hathilin adj. chadern, lumpichty. Vielleicht urverwandt mit gr.

Kéyrpu m., lat. cento m.«aus Lumpen ge-

wahrscheinlich. Zu ags. höoh m., héla m., engl. heel, hough, afries. hela, heila m., anord. hcoll m.«Ferse» kann das Wort aber auch nicht

unmittelbar gehören, da diese auf hanh-weisen.

¹Hacke, f.(Pl.-n): Axt(süddeutsch); Werkzeug zum Behacken der Erde. Mhd. in beiden Bed. hacke f.; dazu 1477 clevisch hack, engl. hack«Spitzhacke⸗. Von hacken,

v., mhd. hacken; dazu afries. harig(in fohalcia

szerhacken»), ags. haccian, engl. hack. Wohl gleichen Stammes wie hauen(s. d.), da auch sonst öfter ein k aus w entstanden ist, vgl.

Cuecksilber, doch kann auch eine Wz. hafr zugrunde liegen, die möglicherweise mit hecken

verwandt ist, das die Bedeutung«stechens

gehabt haben kann.

Hackelwerk, n.(-s, Pl.-e): Zaun, Um-

unung eines Gehöftes. Norddeutsch, gleichen

Stammes wie Hag, Hecke(s. d.); mnd. im 15. Jh. Rakelzwerk, in md. Form im 14. Jh. mndl. havene, nndl. haven f., ags. hœfen, hœfene f., engl. haven, anord. höfn f.(Pl. hafnir),

hachelwwerc n. umzüuntes Vorwerk». Häckerling, m.(-s): zu Futter Klein

machter Rock», aind. kanthäã f.«zusammen- geflicktes Kleido, die nasaliert sind. Armen. kotor«Hadery zeigt keinen Nasal. ZU(S. Haderlumpen, m., bei Luther, persönlich spätmhd. haderlump m. Lumpensammler, Mann in zerlumpter Kleidungs.

*Hader, m.(-s, ohne Pl.): Streit, Zwist. Spätmhd. im 14. Jh. hader, bei Luther Hadder. Gleichen Stammes wie ahd. hadu-, ags. headh- «Kampfy in Zusammensetzungen(ahd. Hadu- zig«Hedwig»(s. d.), Hadubrant), anord. Hödr«der blinde Gott des Kriegsglückes, Balders Bruders», und Höd«Name einer Wal- küre»; urverwandt mit abg. kotora f.«Kampf» (aus dem Germ. entlehnt?), ir. cath m. Kampf, aind. gãtrus«Feind», und vielleicht gr. öroc m. Grolly. Vgl. Haß. 4 BL. hadern, v., spätmhd. hadern, davon Had(e)rer, m., um 1480 im Voc. inc. teut. k 6b haderer, md. im 14. Jh. hedderer, hederer. ZUS. haderhaft, adj., 1650 bei Haltaus 771, hadderhaftig bei Luther. Hadersucht, f., 1678 bei Krämer, das Adj. hadersüchtig 1641 bei Schottel 369.

Hafen, m.(-s, Pl. Häfen): Sicherheits- bucht für Schiffe. 1517 bei Trochus T 5a

have, 1537 bei Dasypodius Haaufe, 1561 bei

Maaler Meerhaffen m., aufgenommen aus nd. haven, have, mnd. havene, have m. f.; dazu