Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
777-778
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777 grunzen

grunzen, v. vom rauhen dumpfen Schreien des Schweins. Mhd. ahd. grunzen ceinen rauhen tiefen Ton aus der Kehle hören lasseny, ahd. auch«im Unmut das Gesicht verziehen»(lat. caperare), ferner ahd. grunnizot m. edas Grunzen?; dazu engl. grunt«grunzen⸗. In- tensivum zu mhd. grinnen, ags. grunian cknirschen, grunzen?, die wie ahd. grun m. und grunn f. Jammer, Stöhnen) im Ablaut stehen zu ahd. granôn«grunzen?, mhd. granen, grannen«weinen, flennen»(vgl. gransen, grin- sen). Vielleicht lautmalenden Ursprungs, wie lat. grunnire, gr. Tpð⁊eiv«grunzen?.

Gruppe, f.(Pl.-n): Zusammenstellung mehrerer Gegenstände zu einem Ganzen. 1712 bei Hübner Groupe, aufgenommen aus franz. groupe m.«ein Haufe Figuren', ital. groppo, gruppo m., eig.«Klumpen, Pack», die selbst wieder dem Germanischen entstammen(S. RKropf). Davon gruppieren, v., 1766 bei Lessing Laokoon 122(No. 11).

Grus, m.(-es): Schutt. Niederdeutsche Form für Graas, s. 2 Graus.

gruseln, v. impers. mir gruselt: über- läuft schreckhaft die Haut. 1663 bei Schöns- leder, grüsseln bei H. Sachs 20, 7 grieselen 1691 bei Stieler(auch Goethe 42, 2, 89 grieseln), mhd. griuseln, Intensiv von mhd. grüsen cgrausen»(s. d.). 1499 im Terenz deutsch 392 ich grusel.

Gruß, m.(-es, Pl. Grüße): freundlicher oder feindlicher Anruf als Zeichen der Ge- sinnung. Mhd. gruoz m., auch cfeindliches Entgegenkommen, Angriff, Leid», md. graz, grõô;, mnd. grõt m. Von grüßen, v., mhd. grüezen(einmal gruetzen), md. grũzen, ahd. gruozan can jem. kommen, herausfordern, an- treiben», dann«anrufen, anreden, angreifen, freundlich und mit Wunsch anrufen»; dazu asächs. grötjan«anreden», mnd. groten, gruten zum Kampfe auffordern, grüßen⸗, mudl. groeten, grueten, ags. grétan«feindlich an- greifen, grüßen», engl. greet«grüßen». Viel- leicht zu got. grétan«weinen», vgl. graß.

Grütze, f.(ohne Pl.): grob gemahlenes, ausgehülstes Getreide; Brei daraus; bildlich Verstand. In den beiden ersten Bed. bei Luther Grütze, Grutz f., mhd. grälze n. m. Grobgemahlenes, Grützbreiy, ahd. gruai, gruzze n.«Kleie, Schrots; dazu mnd.-mndl. gorte f., ags. grylta f., engl. grit«Grütze»,

anord. grautr m.«Grütze», dun. gröd. Gleichen

Stammes wie Grieß(s. d.) und mhd. grüz m. f.

Korn»(von Sand oder Getreide), urverwandt

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mit lit. grüdas m. Getreidekorn, abg. gruda f.«Scholley, kymr. gro Grießs, lat. rüdus n. czerbröckeltes Gesteiny. Aus dem Germa- nischen entlehnt ital. gruzzo, gruzzolo m. Haufe zusammengetragener Dinge», afranz. gruel, nfranz. gruau m. Grützey. In der bildlichen Bed.«Verstand»(bei Günther 518 ein Ropf, der von Natur mehr Spreu als Grutze führt) ist Grütze umgedeutet aus älternhd. Kritz m.(noch hess. Gritz m.«Ver- stand, Scharfsinn»), 1685 im Simpliciss. 2, 500 weder Witz oder Kritz, bei Rädlein 1711 ꝛweder Grütz(Gritz) noch Witz haben, öfter bei Seb. Franck vil Kritz in der Nasen haben (Moriae encom. 91 u. 149, Guldin Arch. 5*, Sprichw. 1, 90 b) sowohl Schlauheit» als Vorwitz», eig. Kitzel, zu älternhd. Kritzeln ckitzeln, jucken?(16. und 17. Jh.).

Guck, m.: Blick, nur in der Redensart nur auf einen Guck kommen und in Zu- sammensetzungen wie Ausguck. Von gucken, v.: nach etwas ausschauen, neugierig sein. Bei Luther, Schuppius, Voß, Goethe 1, 193 mit nd. Schreibung kacken, bei Maaler 1561 guggen, mhd. gucken, gücken, im 15. Jh. gugen, gugen. Mnd. kilten, nd. kieken ist kaum verwandt, berührt sich aber eng mit unserm Wort. 481. Gucker, m., 1565 bei Para- celsus opus chirurg. 30, mnd. kixer m. ZUS. Guckkasten, m., bei Lessing 6, 106.

Gückelhahn, s. Gockel.

Guer(r) illa(Sprich ge-), f.(Pl.-s): kleiner Krieg; Streifscharen. Aus dem span. guerrillaf. ckleiner Kriegy, von guerra f.«Krieg», franz. guerre, das dem Deutschen(ahd. werra zu wirren) entstammt.

Gufe, s. Glufe.

Gugelhopf, m.(es, Pl.-e): Backwerk aus weißem mit Hefe gegorenen Mehlteig in einer mit Butter u. dgl. bestrichenen kleinen runden Form gebacken. Bayr. Gugellhaop'f, Gogelhopf, wohl nach der hauben-, bund- ähnlichen Gestalt, zgs. aus mhd. gugele f. Kapuzen(s. Kogel) und einer Nebenform von bayr. Hepfen f.«Hefen(zu ahd. hepfan cheben).

Guido, Mannsname, langobardische und dann italienische Form des ahd. Namens Wito, IVido, von ahd. owitu n.«Holze(vgl. Wiedehopf).

Guillotine, f.(Pl. n): das Fallbeil, die 1789 vom franz. Arzt Guillotin( 1814) er- fundene Köpfmaschine, 1801 bei Campe nebst dem Zeitwort guillotinieren.