Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
775-776
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775 Grund

Gründonnerstag 776

gruneln, v.: nach frischem Grün riechen, bei Goethe 6, 27 und Faust 8266. grün-

licht, adj., mhd. im 14. Jh. gräenlot. Grün-

ling, m.:

eine Birnenart(1691 bei Stieler

neben Gränlinger m. eine Apfelart von grüner Farbes; der Grünfink(1557 bei Heuß-

lin Vogelb. 67 b). ZOS. Gründonnerstag, m., bei Luther 1538 Gründornstag, mhd. um

1200 der grüene donnerstac, mnd. 1355 der grone donerstag. Die Benennung bildete sich

nach mlat. dies viridium Tag der Grünen»

d. h. der öffentlichen Büßer, die nach der

während der Fastenzeit vollbrachten Buße

von ihren Vergehungen und Kirchenstrafen seit dem 7. Jahrzehnt des 19. Jh.«schnellen

losgesprochen und als Sündenlose wieder in

die Gemeinschaft der Christen aufgenommen

wurden, um zur heil. Abendmahlsfeier zu- gelassen zu werden. Jene Lossprechung und damit auch diese Zulassung waren eine Haupt- handlung in der frühern Kirche am Donners- tage vor Ostern als am Tage der Einsetzung des heil. Abendmahles, wie auch der Name Antlaßtag, mhd. antlãztac«Tag des Erlasses der Kirchenstrafen und der Wiederaufnahme in die Kirchengemeinde» zeigt. Daß aber viridis in der mlat. Kirchen- und Kanzel-

sprache nach Luk. 23, 31 in viridi ligno auch die Bed.«sündlosv hatte, erhellt aus Melber

1482 Ff 2 viridis, ein grunender, der da on sunde ist, grun. Grünkern: Kerne von

cunreifem) Getreide zur Suppenbereitung.

Erst in der neuern Zeit.

Grünspan, m.

(s, Pl.-e): grüner Kupferrost, 1558 bei Eber

und Peucer N 2a Grünspan oder spanschgrün,

1482 im Voc. theut. n grunspan oder span- grun, ebenso 1470 grunspan, neben spätmhd.

Gän-, Spensgrüen«spanisch Grün», mlat. vi- ride hispanun oder hispanicum, weil als Kunst-

produkt(Kupferoxyd verbunden mit Essig-

säure) aus Spanien zuerst zu uns gebracht. Grünspecht, m.: oben grüner Specht, picus viridis, mhd. grüen-, gruonspeht, ahd. gruon- weht m.(Steinmeyer-Sievers 3, 21, 39). Grund, m.(es, Pl. Gründe): Prdboden; das Unterste wovon. Mhd.'ahd. grunt m., md. auch f.; dazu asächs. grund m., mnd. grund f.(selten m.), mndl. grond, afries. grund, grond m., ags. grund m., engl. ground, anord. grund f. Feldfläches, grunnr m. Grund, Boden», got. in grunduraddjus«Grundmauer». Im Mhd. auch«Abgrund, schmales, tief ein- geschnittenes Tal, Schlucht, Niederung, Ebene, Grundstück, Grundeigentum,(im 14. Jh.) Ur- sprung, Ursaches, im Mnd. der wirkliche

Sachverhalt, auf dem alles beruhty. Die Herkunft ist unsicher. Vielleicht im Ablaut zu Grand(s. d.) stehend. Vgl. noch Meringer Wiener SB. 144, 6, 70, Uhlenbeck Btr. 30, 284. Davon Grundel, f.(Pl.-n): die auf dem Grunde des Wassers sich aufhaltende Fisch- art gobius, mhd. grundel m., spätahd. grun- dila f. gründen, v., mhd. gründen zauf den Grund kommen, Grund finden, festen Grund für etwas legen, erforschen, gründ- lich erörtern, kundgeben», ahd. granden er- gründen, erörtern»; dazu ags. gryndan zum Grund kommen», anord. grunda ædenken». Gründer, m., 1691 bei Stieler, neuerdings

Reichtum erstrebender, schwindelhafter Unter- nehmer von Bauwerken oder einem Geschäfty. grundieren, v.: den Grund, worauf etwas hervortritt, kunstgemäß zubereiten, bei Goethe 2, 182 neben gründen 46, 377 fg.(gründen 1691 bei Stieler). gründlich, adj., mhd. gruntlich, im Adv. ahd. gruntlihho, md. 1329 gruntlichen, 1343 grüntlichen(Germ. 28, 369); Gründlichkeit, f., 1732 bei Gottsched. Gründling, m.: die Grundel, im 15. Jh. grunde- linc, 1425 grundelingh(Diefenbach gl. 252 b und nov. gl. 1862). ZUS. Grundbesitzer, m., 1775 beiAdelung. Grundbirne, f.: Kartoffel, in der Lausitz und Meißen zunächst die- bare knollige Wurzel der Pflanze Helianthus tuberosus, dann im 18. Jh. auf die Kartoffel übertragen(volksmäßig Grommbir). grund- bös, adj., mhd. gruntbæse. grundfalsch, adj., 1739 bei Liscow 423. Grundfeste, f., mhd. gruntveste. Grundherr, m., mhd. gruntherre. Grundlage, f., 1625 bei Stettler Schweitzer-Chron. 292. Grundlinie, f., 1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, 1, 15° Grund- lini f. grundlos, adj., mhd. grunde-, grunk- lös, ahd. gruntlõs, ags. grundléas; Grund- losigkeit, f., md. im 14. Jh. grundelösikeit, gruntlõsekeit. Grundriß, m., 1648 bei Zesen Dögens Baukunst. Grundsatz, m., 1641 bei Schottel 378. Grundsprache, f., 1644 bei Harsdörffer Gespr. 1, 244. Grundstein, m., bei Luther; dazu ags. grundstänm. Grund- stück, n., 1641 bei Schottel 378. Grund- suppe, f., bei Luther W. 8, 292, mhd. grunt- sopfe. Grundwelle, f., mhd. gruntawelle. Grundwort, n., 1641 bei Schottel 346. Grundzins, m.: auf einem Grundstück lastende feste Geldabgabe. 1734 bei Steinbach.

Gründonnerstag usw., s. grün. gruneln, s. grün. Grünitz, s. Krinitz.