Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
769-770
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769 Grimasse

grob 770

schon bei den Römern der Plur. grylli«bi- zuarre Zusammensetzungen von Tieren» in der Malerei. 43L. grillen, v.: zirpen (Krämer 1678), dann Launen haben, ihnen nachhängen(Rädlein 1711). In der bildlichen Bed. auch mit fremder Endung grillisieren, bei Fischart und Philander, von Goethe 30, 249 wieder aufgefrischt. grillenhaft, adj., 1616 bei Henisch. grillig, adj., 1616 bei Henisch grillig«hirnwietigy. ZUS. Grillen- fang, m., 1747 bei Hagedorn moral. Ged. 190. Grillenfänger, m., 1669 bei Grimmels- hausen Simpl. 296. Grillenfängerei, f., 1673 bei Weise Erzn. 111. grillenfänge- risch, adj., 1711 bei Rädlein.

Grimässe, f.(Pl.-n): Gesichtsverzerrung, Zerrgebärde; Verstellung. 1714 bei Wächtler der Pl. Grimacen. Aus gleichbed. franz. grimace f., das nebst span. grimazo, sowie span. grima«Grausen, Schaudern» und portug. engrimanço«Zerrbildung, Betrugy auf ags. grima m.«Maske, Gespenst», anord. grima f. Maske, Larve» oder besser auf ahd.*grimmizön «wütend sein» zurückgeführt wird.

Grimm, m.(-es): heftige Gemütsbitter- keit wogegen, mhd. grim m. Gebildet aus

dem Adj. grimm, mhd. grimme und grim,

ahd. grimmei und grim, Adv. grimmo«zornig, geschickts, dazu mnd.-mndrhein.-mndl. grof.

wild, schrecklich», im Ablaut zu ahd. gram (s. gram); dazu asächs.-afries.-ags.-engl. grinm, anord. grimmer. Entlehnt prov. grim c«betrübto, ital. grimo«runzlichts. grimmig, adj., mhd. grimmic, grimmec, ahd. grimmig, asächs. grim- mag. Zu mhd. grimmen(Prät. gram, Plur. grummen)«wüten vor Schmerz, Zorn, Haß, brummen, brüllen», asichs. grimman toben), ags. grimman«wüten, ungestüm eileny, gri- metan«toben, brüllen»(wie ahd. gramizzon, gremizon). Urverwandt mit lit. gruménti«aus

der Ferne dumpf donnernꝰ, apreuß. grumins Adv. grobeliche, im 15. Jh. gröblich.

Donner⸗, abg. griméti«donnern?, gromu m. Donnerꝰ», gr. Xpéuadoc m.«das Knirschen?,

xpeuikei«wiehern», aw. granta cerzürnt, Bei Frisch mit Beleg von 1500, aber 1575 bei Fischart Garg. 450 und 1678 bei Krämer

npers. yeram«Grimm. Grimmen, n., in Bauchgrimmen(s. d.) steht statt Krimmen

(s. d.), aber schon spätmhd. grimme m.«Bauch-

grimmen»; daher nhd. Grimmdarm, m.: der weiteste dicke Darm(lat. colon) als Sitz des Bauchgrimmens, der Kolik. 1775 bei Adelung.

Grind, m.(-es, Pl.-e): Ausschlag; harte Rinde auf einer Wunde, einem Geschwüre; der Kopf. In den beiden ersten Bed. mhd. und ahd. grint m., im Mhd. auch Kopf-

grindy und dann verächtlich für«Kopfy.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

Ablautend zu Grand(s. d.). Davon grin- dicht, grindig, adj., mhd. grinteht, grindeht, im 15. Jh. grindig.

grinsen, v.: zühnebleckend das Gesicht verziehen. Bei Bürger 200, Schiller 11, 254 und 13, 108 in der Schreibung grinzen, bei Weiße kom. Op. 3, 25 u. 36(Jagd 1, 7 u. 2, 1) in der Bed.«weinerlich tuns, wie 1691 bei Stieler grinsen«weinen». Norddeutsch hat es nur die Bedeutung«lachend das Gesicht verziehen. Abgeleitet von mhd. grinnen c«knirschen, gleichen Stammes wie greinen (§. d. und gransen).

Grippe, f.: herrschendes Schnupfenfieber, Influenza. Erst nach 1782, wo sich von Rußland aus die Krankheit über ganz Luropa verbreitete. Aus gleichbed. franz. grippe f., und dies nach Wasmer ZfdW. 9, 21 aus russ. chripiö m. Heiserkeit.

Grips, m.: Verstand, Fassungskraft. Ndd. Vielleicht zu greifen, aber die Ableitung bleibt unklar.

grob, adj.(Komp. grõber, Superl. grobst): an Masse stark und groß; unfein. Mhd. grop, grob, auch einmal gerop, md. grob, grab«dick, ungebildet derb, nicht wohl angemessen?, ahd. gerob dick, wohlbeleibt, tief d. i. rauh tönend», Adv. gerobo, grobo«tieftonig, un-

Ein Wort unbekannter Herkunft, das auch ins Slavische überging(russ. grubsj). 4BL. gröbern, v.: in vergröbern 1719 bei Kramer

1, 436 neben vergröben, bei Luther entgröben.

Grobheit, f., mhd. grop-, grobheit f. Grobian, m.(-S, Pl.-e): grober, ungebildeter Mensch, 1482 im Voc. theut. e cbauer, rusticus» grohianus, 1494 bei Brant Narr. 72, 1 Grobian, eine komische deutsch-lat. Bildung der Hu-

manisten mit der lat. Endung-ãnus. gröb-

lich, adj., mhd. grobelich«groß, stark, heftig, ZUS. Grobgrün, n.(-s, Pl.-e): seidner oder wollner Stoff mit groben und dicken Fäden.

Grobgräin, dazu mnd. im 16. Jh. grofgrön. Umgedeutet aus gleichbed. franz. gros grain, ital. grosso grano m.(woher auch ndl. grof- greyn), von mlat. grossus dick» und lat. gränum n.«Korn, Kern». Grobschmied, m.: Eisenschmied, der nur grobe Arbeiten fertigt(nicht feine künstliche wie Schlösser usw.), 1640 bei Comenius, aber schon im 15. Jh. gropwwerlc grobe Schmiedearbeit» 49