Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
767-768
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767 Griefe

Grille 768

und Kriecho m.; dazu mnd. Greke, mndl. Grieck, ags. Pl. Crécas und Grécas, Gréacas, anord. Gritchr und Girkr m., got. Kréls m. Aus gleichbed. lat. Graecus, gr. Tpaixòc m. Vgl. Kossinna Festschrift... K. Weinholds 27 ff. Davon griechisch, adj., bei Luther krie- chisch, krichesch, griechisch, griegisch und grekisch, mhd. Kriechisch, ahd. créhhisc, kriah- hisg, dazu mnd. grekesch, mndl. griecks, ags. erécise und grogisc, anord. grikksler und girzler.

Griefe, s. Griebe.

grienen, v.: selbzufrieden oder schaden- froh lachen. In Norddeutschland. Niederd. Nebenform von greinen(s. d.).

Gries, s. Grieß.

Griesgram, m.(-s, Pl.-e): arge Grüm- lichkeit; in Grämlichkeit Versunkener. Mhd. grisgram m.«Zähneknirschen). Davon die Adj. griesgrämig, bei Goethe und Wieland; grisgrämisch, bei Wieland und gries- grämlich, bei Börne; Griesgrämlichkeit, bei Seume, Spazierg. 209. griesgramen, v.: mit den Zähnen aus Wut, Schmerz usw. knirschen, murren(Kosegarten Rhaps. 3, 195, Nic. Werther 44), mhd. grisgramen,-grammen, grustgramen und grisgrimmen, ahd. griscra- möõn, gris-, grus-, eristerimmõn; dazu ahd. griscramõd, cristerimmõd m. und asächs. grist- grimmo m.«Zühneknirschen», ags. gristbitian cknirschend beiteen, mit den Zähnen knirschen» (neben gristbãtian), gristhitung und gristhãtung f.«Lähneknirschen». Der erste Wortbestand- teil entspricht dem mhd. gristen«zerreiben, zermahlen»(in Azgristen), ags. grist«Zer- reibungy, gristlung f., das Knirschen, engl. grist«das zum Malen bestimmte wie das gemahlene Getreide?, während im zweiten Teil des deutschen Wortes, der mit dem ersten alliteriert, die ahd. Adj. gram und grim czornigy wechseln. Bei Luther 5, 2722 J. (Fabeln 12 Neudr.) sprichwörtlich Gris schlecht (schlägt] gern nach gramen cein Dieb zeugt den andern?, schon in Steinhöwels XsSop 88 Osterl.

Grieß, m.(-es, Pl.-e): grobkörniger Sand; grobgemahlenes Getreide zu Speisen (s. Grütze). Mhd. griez m. n.«Sandkorn, Sand, Kiessand, sandiges Ufer, Blasenstein, mit Kiessand bedeckter Platz, Kampfplatzo, md. griz m., ahd. grioz m. n.«Sand, Kies, Strand; dazu asächs. griot, greot m., afries. grét, ags. gréot m.«Sand, Strand, engl. grit

«Sand, Grütze», anord. grjot n.«Steine». Zu

mhd. griezen«zerkleinern, zermalmen. Statt der seit dem 15. Jh. üblich gewordenen Schreibung Gries(Luther, Schottel 1663, Stieler 1691, Frisch 1741) ist erst neuerdings wieder Grieß eingeführt. Über die Herkunft s. Graus, Grauß. Aus dem Germanischen entlehnt prov. greza«grobkörniger Sandstein», franz. gres m.«Sandsteiny, afranz. gresle, neufranz. gréle f.«Hagelz, afranz. grésille, neufranz. grésil m.«Graupelnꝰ, ital. greto m. «steiniger Ufersand). 4BL. grießeln, v:: in Gestalt kleiner Stiicke zerfallen oder nieder- fallen, 1775 bei Adelung, aber 1616 bei Henisch tr. griesen in kleine Stücke zermalmeny. grießig, adj., mhd. griezich«körnig?, 1562 bei Mathesius Sar. 140 b grießlicht. Grieß- mehl, n., 1482 im Voc. theut. 18 b griesmel. Grießwart, Grießwärtel, m.:(des Kampf- platzes wartender) Herold bei Kampfspiel oder ernstem Zweikampf, mhd. griezuart m. und schwachbiegend griezwarte m., im 15. Jh. auch grieszvartel, grieszcertel m.

Griff, m.(Jes, Pl.-e): das Greifen; weid- männisch, Klaue der Raubvögel; der Teil eines Werkzeugs, an dem man es greift und handhabt(1691 bei Stieler). In den beiden ersten Bed. mhd. grif m., ahd. nur in Zu- sammensetz. grif; dazu mnd. grepe, gripe m., ndl. grép, ags. gripe m., engl. gripe, isländ. grip, schwed. grepp, dän. greb. Abstraktum zu greifen. Dazu griffeln, v.: wiederholt rasch hintereinander greifen, spätmhd. grifeln.

Griffel, m.(-s, Pl. wie Sg.): ritzendes Schreibwerkzeng. Mhd. griffel, ahd. grifil m. neben vereinzeltem greffel und graf(ge- schrieben zraf Steinmeyer-Sievers ahd. Gl. 1, 255, 24); mit späterer Anknüpfung an Griff und greifen(wie Halter von halten), entlehnt aus gleichbed. gr.-Jat. graphium n.(mlat. auch graphius m.), gr. Toaqeiov, Iορv n., letzteres auch«Pinsely, woher ebenfalls provenz. grafis, afranz. grafe«Griffelo, nfranz. greffe m.«Schreib- stubey.

Grille, f.(Pl.-n): zirpendes Insekt;(bild- lich) wunderlicher Einfall. In der 1. Bed. älternhd. Grill m.(bei H. Sachs, Duez 1664), mhd. grille m., ahd. grillo m., über- kommen aus gr. Jat. gryllus, gr. Touν⁴Moc m. Heuschrecke, Grashüpfery. Die bildliche Bedeutung entwickelte sich wie bei Schnakce, Mucke(s. d.), im 15. Jh. bei Eyb 2, 85, 24 grillen haben in dem Kopf(Fastnachtsp. 5, 298, Trochus 1517 01, Liliencron 3, 4742, Murner Narrenbeschw. 85, 5 u. Schelm. 9, 28),