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Grieche 766
greis, adj.: weiß-, altersgrau. Mhd. gris; dazu asächs. gris, mndl. grijs«grauy. Das Wort stammt aus dem Ndd. und ist etymo- logisch unklar. Verwandtschaft mit grau (Ablaut gré-gri) wäre möglich. Substantivisch Greis, m.(-es, Pl.-e). Die starke Biegung ist im 19. Jh. durchgedrungen(wie mnd. gris, Dat. grise) statt der urspr. schwachen (Gen. u. Plur. Greisen), die sich noch bei Schiller 6, 116; 12, 536, Goethe 2, 66, Schubart 1, 193, Uhland, Chamisso und Immermann
findet. Mhd. grise m., auch 1650 bei Mosche- Abscheu. Alternhd. Greüzoel, Grewel, Grüuoel, schwache Form Greyse m., ebenso in den Ableitungen greisenhaft, adj., im 19. Jh., und Greisenheit, f.: Zustand, Alter des
rosch Phil. 2, 146 im Nom. Sg. noch die
Greises, bei Goethe 28, 69. Greisin, f., bei Voß Id. 12, 44. grell, adj.: für Ohr oder Auge wehtuend
stark. Mhd. grel«zornig schreiend, zornig, rauhy, so noch im 16. Jh. bei H. Sachs Fastn. 69, 66 und Scheidt Grob. 4691, 1482
im Voc. theut. m 7² gral«zornig, unmutigy, aber 1581 bei Fischart Bienk. 121 b grell in
Oren lauten, 1562 bei Mathesius Sar. ein
Feur das nicht zu grell und zu groß, 1778 bei Hermes Soph. 5, 693 grelle Mäusaugen. Von mhd. grellen«durchdringend, vor Zorn schreien»; dazu ags. gryllan creizen, erzürnen?. Verwandtschaft mit aind. ghargharas«rasselnd, lürmend), ist unsicher. Vgl. noch Groll.
Grempel, s. Krempel.
Grenadier, m.(-s, Pl.-e): Fufsoldat ausgesuchter Größe. 1694 bei Nehring Grand- dierer, 1726 bei Fleming teutsch. Soldat 146 b Granadier, Grenadier«in Teutschland erst 1683 aufgekommenꝰ, eig. Werfer von Hand- granaten), deshalb 1678 bei Krämer Granaten- werffer als UÜbersetzung des ital. granatiere. Aus franz. grénadier m., von franz. grénade f. Granaten(s. d.).
Grensing, m.(-S, Pl.-e); die Pflanze potentilla anserina. Mhd. und ahd. grensinc m., abgeleitet von mhd. grans m.«Schnabel⸗ (s. Grans), entsprechend dem franz. Namen bec d'oie«Gänseschnabel).
Grenze, f.(Pl.-n): Endpunkt, Endlinie. Bei Luther Grentze, im 14. und 15. Jh. grenicz, grenicze, im 13. Jh. im Ordensland Preußen aufgekommen(Kulmisches Recht von 1251 S. 4 grenicze), noch bayr. östr. Granitz, Grãnitz f., aus poln.-russ. granica czech. hranice f. Grenzstein, Grenzey, von poln. grãn, russ. gran, czech. hrana f.«Ecke».
Das ältere deutsche Wort für Grenze war Mark f.(s. d.). 4BL. grenzen, v., 1420 md. greniczin«die Grenze bezeichnen»(Schröers Vokab. 1659), bei Luther grentzen«mit der Grenze woran rühren», bei Lohenstein Himmel- schlüssel 23, 463«durch Grenze abscheiden?. Grenzer, m.: Grenzbewohner, Grentzer bei Luther 1, 362 Eisl. ZUS. grenzenlos, adj., bei Haller Ged. 132.
greten, s. grätschen. Gretchen, s. Mar- garete.
Greuel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Grauen,
mhd. griuzel, griul, griule, md. gräwel m. Zu grauen(s. d.)«schaudern». ZUS. Greuel- tat, f., 1775 bei Adelung.— greulich, adj.: schauderhaft, abscheulich, im 15. Jh.
grewwelich, mhd. griuwelich, griulich, md. grü-
welich, grülich, ebenfalls von grauen abge- leitet.
Griebe, f., in Norddeutschland Grebe, bayr. auch Griefe(Pl.-n): ausgeschmelzter Fett- würfel. In Mitteldeutschland Griefe f.(1562 bei Mathesius Sar. 80*), bei Luther Griehe, Gribe f., bayr. nur im Pl. Grieben, Greuben, schwäb.-schweiz. Greube, Gribe f. Mhd. griebe m., spätmhd. auch greube m., md. gribe, griefe, grive m., ahd. griubo, griebo m.(auch Röstpfanne), in der Bibel 1483 Bl. 285 b(Ps. 101, 4) grieb f.; dazu mnd. greve, grive m., nnd. gréve, grée, grébe f., ags. gréofa, engl. greaves«Talggrieben», entlehnt dän. fedte- greve, schwed. grefvar Pl. Griebenv. Ursprung dunkel. Zu grob? Vgl. Groppen.
Griebs, m.(-es, Pl.-e): Kerngehäuse des Kernobstes; Kehlkopf. In der 1. Bed. 1482 im Voc. theut. m1 b grubß und m 8a grobiß, auch 1420 grobiß(Diefenbach gl. 52), woher nhd. die seltnere Schreibung Gröbs; im mrhein. Voc. ex quo von 1469 grubß und gribß, älternhd. Grübs bei Schmeller² 1, 984 und 1540 bei Alberus dict. Ff 4 b Griebes. Her- kunft unklar. In der übertragenen Bed. «Kehlkopf» 1596 bei Hulsius Gröbs, nach dem Volksglauben, daß dem vor Gott er- schreckenden Adam im Paradiese beim Essen
des Apfels(1. Mos. 3, 6) der Griebs desselben
in der Kehle stecken geblieben sei; die Bed. Kehlkopf auch in der RA. jem. an Griebs kriegen«ihn an der Kehle packen». In Magde- burg spricht man Kripps. S. auch Grotzen.
Grieche, m.(-n, Pl.-n), Volksname. Bei Luther Grieche und Krieche, auch Grekce, mhd. Krieche, ahd. Chréh, Kriah(Pl. Kriachi)


