771 Gröbs
groß 772
(Ortloff Distinct. 1, 298). Grobzeug, n.: geringes Volk, Pack, umgedeutet aus Krop- zeug(s. d.)
Gröbs, s. Griebs.
Grog, m.(-s, Pl.-s): heißes Getränk aus Rum und Wasser mit Zucker. Im 19. Jh.
aus gleichbed. engl. grog, angeblich benannt nach dem Spitznamen des engl. Admirals Vernon(wegen seines Rockes aus Kamel- haarstoff, engl. grogram), der zuerst dies Ge- tränk anstatt unvermischten Rums unter die Matrosen austeilen ließ.
grölen, in Bayern und ôOsterreich auch gröhlen, v.: mißtönig schreien. Bei Gott- werth Müller Siegfr. v. Lindenb. 1, 71 gröhlen, 1623 bei dem Pfarrer Braun zu Grünberg in Hessen(Decas XI, 1) gröllen und brüllen. Mittel- und niederdeutsch. Vielleicht ver- wandt mit mhd. grellen(s. grell).
Groll, m.(-es): heimlicher finsterer Zorn.
Mhd. im 14. Jh. grolle m., bei Luther Groll und Grolle m. grollen, v., um 1480 im Voc. inc. teut. k 4 grullen(Var. grollen), md. im 14. Jh. substantivisch widdirgrullin n.«Gegengrollen, Gegenwehr). Dazu mhd. grüllen«höhnen, spotteny, verwandt mit mhd. grellen(s. grell).
grölzen, v.: rülpsen, grunzen. 1586 bei Mathesius Syrach 2, 44 gröltzen, dazu bei Emmelius 1592 das Subst. Gröltz m.«Rülpsy. Vielleicht zu grellen(s. grell).
grommeln, s. grummeln.
Gropp, m.(-es, Pl.-en) und Groppe, f. (Pl.-n): der dickköpfige Fisch Cottus gobio, Kaulbarsch. Mhd. groppe m., ahd. groppo m. Vielleicht aus mlat. carabus, corabus m.(im Voc. opt. Nr. 40, 23«carebus» groppe).
Groppen, m.(-S, Pl. wie Sg.): weiter eiserner Kochtopf. Bei Luther 7, 3042 J. Grope, Gropen m. und 1542 in seiner Haus- rechnung Groppen, spätmhd. im 15. Jh. grope, groppe, im 14. Jh. grop m.; dazu mnd. grope, gropen, grapen, nnd. grapen m., vielleicht auch ahd. griupo m.«Röstpfanney und weiter norw. dial. graup f. Einschnitt, Kerbey, anord. greupa«in einen Falz einfügen.
1 Gros(spr. groh) n.: Hauptmasse des Heeres. 1648 bei Kemnitz schwed. Krieg 1, 3054. Aus gleichbed. franz. gros m., von franz. gros dick, stark, beträchtlich», mlat. (6. Jh.) grossus ædicky.
2Gros(Spr. Grôs) n.(ohne Biegung): 12 Dutzend oder 144 Stück. 1702 bei Mar-
grautr m., dän. gröd«Grütze» dazu.
perger Kauffmannsmagazin 557(nach Kluge)
und 1712 bei Hübner Groj. Wie ndl. gros aus gleichbed. franz. grosse f.(16. Jh.), ge- kürzt aus franz. grosse douzuine«Großdutzend» von franz. gros, s. 1 Gros.
Groschen, m.(-S, Pl. wie Sg.): ehemalige deutsche Silbermünze, an Wert 12 Pfennige preuf., 10 Pfennig jetziger Reichsmünze. Mhd. (14. Jh.) gros, grosse m., im 15. Jh. grosch, grosche, dazu clevisch 1477 crosche. Aus mlat. (13. Jh.) grossus, eig.«denarius grossus» Dick- pfennig von Silber oder Gold, woher auch
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franz. gros, ital. grosso m.«Groschen», von mlat.(6. Jh.) grossus ædick». Dim. Gröschel, n.(-s, Pl. wie Sg.): Drei-
Davon das
pfennigstück, Dreier. Schlesisch, früher auch in Osterreich. 1741 bei Frisch.
groß, adj.(Komp. größer, Superl. größt): beträchtlichen Raum einnehmend;(abstrakt) vor anderm ausgezeichnet. Mhd. und ahd. grõö;(Komp. mhd. graæzer, ahd. grõzzer, Sup. mhd. grœzist, grast); dazu asächs. und nnd.
grõt, mndl. groot, ags. gréat, engl. great. Her-
kunft unklar. Verwandtschaft mit lat. grandis «großy ist wegen des Vokalismus(urgerm. graut) kaum möglich. Eher gehört anord. Dann wäre die ursprüngl. Bedeutung grobkörnig». 4BL. Größe, f., mhd. græze, ahd. grõz! f. größern, v., im 16. Jh. grössern(Serranus 1538, Schwartzenbach 1580), nur noch in vergrößern; mhd. bloß grœzen, md. grözen «groß machen, groß werden». Großheit, f., oft bei Goethe, mhd. groözheit f. ZUS. groß- artig, adj., nach Immermann Epigonen um 1830 in Berlin aufgekommen. großherzig, adj., 1629 bei Opitz 1, 149 groshertzig; Groß- herzigkeit, f., 1691 bei Stieler. Großherzog, m., bei Fischart Garg. 392 und Bienk. 1332, nach ital. gran duca(zuerst 1569 als Titel des Mediceers Cosimo I. von Florenz). Groß- hundert, n. duodezimales Hundert, 120 Stück, 1775 bei Adelung ein großes Hundert, Groß- nundert nebst Großtausend n.(1200 Stück),
im 16. u. 17. Jh. im Fischhandel der Nordsee-
städte(1651 bei Colerus Hausb. 326 b, 1532 bei Köbel Rechnen S. 120). Die Zählung nach Großhunderten ist bereits im Altnord. und bei den Goten vorhanden. großjährig, adj., volljährig, mündig, bei Adelung 1796. groß- mächtig, adj., 1478 bei Nicl. v. Wyle 354, 1 im Titel von Kaiser und König, 1420 bei Diefenb. gl. 152° in der Bed.«wohlbeleibty. Großmaul, n., 1561 bei Maaler. Großmut, f., 1691 bei Stieler: großmütig, adj., 1440


