Graphit
Grat 760
lat. grãnulum n.«Körnchen», dem Dim. von
gränum n.&Korny.
Graphit, m.(-es, Pl.-e): Reißblei. Zu Anfang des 19. Jh. aus gleichbed. franz. graphite m., von gr. Tpdqeiv«schreibeny.
grapsen, v.: schnell fassend greifen. Bei Goethe 1, 209. Norddeutsch auch grapschen. Abgeleitet von grappen(bei Luther 6, 326 b und Henisch 1616), 1477 clevisch grabben «zugreifend fassen oder packen», mhd. gräpen «greifeny; dazu engl. grab und grasp«packen?; urverwandt mit lit. grébiu, grépti chackenꝰ,
grabinéti chin- und hergreifen», abg. grabiti
«greifenꝰ, aind. grbhndti«ergreifto, iran. grah- «greifen». Vgl. greifen.
Gras, n.(-es, Pl. Gräser): Halmpflanze. Wegen Verlüngerung des a im Nhd. bei Dasy- podius 1537 Graaß und so in der Bühnen-
sprache, aber in Norddeutschland auch mit dem ursprünglichen kurzen a gesprochen.
Mhd. gras n. auch«Grasplatz, Rasen», ahd.
gras n.«Gras und Kraut»; dazu asächs. gras,
mndl. gras, gars, ghers, afries. gres, gers,
ags. grœs, gœers, engl. grass«Gras», anord. gras n.«Gras, Kraut, schwed.-dän. grœs, got. gras n.«Kraut). Dazu mit Ablaut, mhd. gruose f.«Saft und junger Trieb der Pflanzen». Vgl. auch ags. gräd, gœrd m.(?) «Gras. Dadurch wird Verbindung mit lat. gramen n.«Grasy aus ghradhsmen wahrschein- lich, vgl. Walde. 43L. grasen, v., mhd. grasen, ahd. grasön. grasig, grasicht, adj., mhd. grasec, ahd. graseg, 1540 bei Alberus
dict. ee 3 b grasechtig. ZUS. Grasaffe, m.,
bei Goethe häufig als Scheltwort für junge Mädchen oder Frauen(z. B. Faust 3521, Briefe 3), vgl. Grasteufel. grasgrün, adj., mhd. gras-, grasegriene. Grashüpfer, m.:
Heuschrecke, 1741 bei Frisch Grashupfer,
1616 bei Henisch Grashopper; dazu nd.-mndl. grashopper, engl. grasshopper, ags. gœrshoppa m. Grasmücke, f.(Pl.-/): der kleine in Hecken lebende Singvogel currüca, mhd. grase-, grasmucke, spätahd. grasmacca f., 1557 bei Heußlin Vogelb. 66 b Graßmusch oder Graßmuck, leychtgrün gefarbt. Graspferd, n.: Heuschrecke, 1663 bei Schottel 489. Gras- teufel, m.: lächerlicher oder häßlicher Feld- teufel, 1575 bei Fischart Garg. 17. Gräsen, n.(-s): Schauder. Bei Claudius 3, 170. Mnd. grese«das Schaudern, Grausenꝰ, gresen«schaudern», unnd. grésen; dazu mnd. greselilt«Schauder erregend, Adv. grisliken, clevisch 1477 gryslic«schrecklichs; verwandt
mit ags. grislic, gryslic«schauderhaft), engl. grisle,«scheußlich». Diese Formen weisen auf eine e- oder i-Wurzel, daneben steht eine u-Wurzel in asächs. gruri m.«Schauder, Grausen?, d. Graus(s. d.).
graß, adj.(Komp. grasser, Superl. grassest): wütend, schrecklich, zurückschreckend. Beim j. Goethe 3, 643, Voß 2, 214. Mhd. graz cleidenschaftlich erregt, wütend»(mit dem Subst. grag, grãz m.«Wuty und dem Zeit- wort gräzen cleidenschaftlich aufgeregt sich gebärden, aufschreien, übermütig, anmablich tun»), ahd. nur Adv. grazzo cheftig, stark, [sehr), verwandt mit got. grétan«weinen⸗, anord. grãta cweinen, laut jammerny. Dazu weiter aind. Mräãdaté«tönt» und mit u-Voka- lismus, ags. gréotan«weineny. Davon abge- leitet, aber sich mit nd. greselilf mengend (. Gräsen), grüßlich, adj.: schrecklich, Grauen erregend, bei Luther greslich, greßlich, md. im 14. Jh. grezlich chocherzürnt, schreck- bar zornigy.
grassieren, v.: im Schwange gehen, herrschen, wüten. 1617 im t. Michel 21, aber schon bei Luther 2, 423 2 Eisl. grassiren und mhd. gräzieren wüten(neben gräzen, s. graßz). Aus lat. grassãri cherumgehen, hart verfahren, wüteny.
Grat, m.(-es, Pl.-e): Spitze, oberster sich hinziehender scharfer Rand wovon. Mhd. grãt m.(Pl. grcæte, md. gréte)«Sspitze, spitzer Fischknochen, Khren-, Distelstachel, scharfer Rand, Rückgrat, Bergrücken, Mitte wovon». Solmsen KZ. 37, 580 vglt. poln. grot, tschech. krot m.«Pfeilspitze, Wurfspieß, russ. grot m. «Wurfspießy. Weiter ist auch wohl Granne (s. d.) verwandt. Aus dem alten Plur. Gräte entwickelte sich nhd. Gräte, f.(Pl.-n): federharter spitzer Fischknochen, 1605 bei Hulsius Gräd, bei Duez 1664 und Stieler 1691 Gräte f., bei Krämer 1678 Grüät n., aber noch 1662 bei Stoer Gratt m., wie 1616 bei Henisch Grad m., bei Dasypodius 1537 und Alberus 1540 Grat m. Davon gräten, v. in enlgräten(1540 bei Alberus dict. q 1²), ausgräten, pei Henisch 1616 und Duez 1664 gräten«Fische entgräten», mhd. grœten«Lein- wand aufzupfew. ZUS. mit Grat: Grathobel, m.: Hobel zum Stoßen oder Ziehen des Grates (der Schärfe) an Einschiebeleisten, 1741 bei Frisch. Gratsäge, f.: Säge zum Einschneiden
der Leisten in hartes Holz, bei Frisch. Grat- tier, n.: auf Felsenspitzen lebende rötliche Gemsenart, 1775 bei Adelung, Schiller Tell 4,3.


