Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
755-756
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7⁵⁵ Grad

Gran 756

Grad, m.(-es, Pl.-e): Stufe; 360ster Teil des Kreises. Mhd. grät m.«Stufe» eigentlich und bildlich(Pl. grœte, grãte, md. gréte), im 14. Jh. grãd, ahd. grãd m.«Schritt, Stufes; dazu mnd. grät n. Aus gleichbed. lat. gradus m., woher ital. span. grado, franz. degré m. gradieren, v.: zu einem höhern Grad an Güte bringen, z. B. in Salinen das Salzwasser durch Reisig abtröpfeln lassen zum Verdunsten des wilden Wassers, 1712 bei Hübner. Bei Rot 1571 gradirn cnach Graden abschätzen», z. B. Gold und Silber, auch die Wärme in 4 Graden bis zur Siede- hitze. Nach mlat. gradare«aufwärts gehen, davon Gradierwerk, m. Im 18. Jh. dafür Gradierhaus oder Lechwerk. graduieren, v.: einen höhern akademischen Grad ver- leihen, im 15. Jh. bei Nik. v. Wyle 353, 16 graduwieren, aus mlat. graduare zu einem höhern akademischen Grad fortrückenlassenꝰ, von lat. gradus m.

Graf, m.(en, Pl.-en): der Nächste in der Würde nach dem Fürsten. Unverkürzt noch 1673 bei Weise Erzn. 23 Graffe, bei Rückert 3, 60 Grafe. Mhd. gräve, gräf m. (Pl. gräven, auch græven) urspr.«höhrer weltlicher Befehlshaber und Gerichtsvorsitzery, dann als«erbliche Würde», ahd. grãuo, grãävio, grãveo m., md. und mndrhein. gräbe und mit Umlaut gréve, grébe m.; dazu mnd. greve, afries. gréva m., und mit Ablaut ags. geröfa, gerõafa, groefa m.(zusammenges. scir-gerofa Vorsteher» einer scir«Gauss, engl. sherif), aus dem Mnd. entlehnt anord. greifi m. Der Ursprung ist nicht sicher ermittelt. Am nächsten liegt Zusammensetzung aus gi- und

einem 76⁵., O5, dessen Bedeutung aber auch

nicht klar ist. Anderseits vergleicht man got. gagréfts f.«Beschluß, Befehly. Aber dann muß man ags. giréſa von Graf trennen. Heyne ver- tritt im WB. die Ansicht, daß G. ein Lehnwort aus gr. Ipacpeðuc Schreiber» sei. Die Bed. «Vorstehery noch in hess. Grébe m. Dorf- vorstand»(schon bei Kirchhoff Wendunmut 1, 178), siebenbürg. Gréfm.«Richter», aachen. Grif m.«Zunftvorstehers, ferner in Deich-, Salzgraf(s. d.). 4 BL. Gräfin, f., mhd. gravinne, grœvin. gräflich, adj., 1642 bei Duez gräffelich, 1582 in Weist. 1, 645 grave- lich. Grafschaft, f., mhd. gräve-, gräf schaft f.

gram, adj.: wogegen übelwollend gestimmt. Mhd.-ahd. gram cfeindselig aufgeregt, erzürnt, unmutig»; dazu asächs.-ndl.-ags. graun, anord.

gramr, dn. gram. Aus dem Germanischen entlehnt afranz. gram, ital. gramo«betrübts. Gleichen Stammes wie grinm(s. dort Näheres). Aus dem Adj. gebildet Gram, m.(-s): an- haltende tief im Innern nagende Betrübnis worüber, mhd.(1412) gram m.«feindselige Stimmung», mnd. gram m.«Grimm, Erbitte- rung, Zornv. Von gram abgeleitet grämen, v.: in Gram versetzen, mhd. gremen, ahd. gremjan, gremman(Prät. gremita, gramda) czornig, unmutig machen, aufregen», im Mhd. auch intr.«zornig sein worauf» und refl.«sich härmen»; dazu ags. gremian, grem- man, anord. gremja, schwed. gräma, dän. grämme, got. gramjan(aufreizen, erzürnen). grämlich, adj.: verdrießlich, 1691 bei Stieler (dafür bei Henisch 1616 und Duez 1664 grämig), mhd. gramelich, greme-, gremlich «zornig, grimmigy, ags. gramlic«grimmig», anord. gramligr«verdrießlichy; dazu Gräm- lichkeit, f., 1691 bei Stieler.

Gramm, n.(-es, Pl.*e): Gewichtseinheit von 18 ½3 Gran. 1868 in Deutschland, 1800 in Frankreich eingeführt. Aus franz. granme m., von gr.-lat. gramma n.«Schriftzeichen, ½4 Unzey, gr. Tpduna n.(S. Grammatik).

Grammätik, f.(Pl.-en): Sprachwissen- schaft; Sprachlehre. Um 1522 bei Ickel- samer 37 Grammatic, mhd. grämatica und grãmatic, ahd. grãmatich f. Aus gleichbed. gr.lat. grammatica, gr. Tpauuaruch f., das (mit Ergünzung von réexvn f.«Wissenschaft») subst. Fem. des gr. Adj. Tpauuασricéc«schrift- kundig, nach den Sprachregeln», einer Ab- leitung von pduuc n. das Eingegrabene, der Buchstabey, zu Tpdꝙerv ceinritzen, schreiben. Grammätiker, m.: Sprachgelehrter, schon ahd. gramatichäre m., mhd. grämaticus m. Lese- und Schreibkundiger, Lateingelehrter», aus gr. Jat. grammaticus m.«Sprachgelehrterꝰ, dem substant. Mask. des gr.-lat. Adj. gram- maticus. grammatikälisch, adj., 1663 bei Schuppius 1, 604 grammaticalisch, aus dem von grammatica abgeleiteten lat. Adj. gram- maticãlis. grammatisch, adj., bei Luther 3, 68 5b J., nach dem gr. lat. Adj. granamatious.

Gran, m.(-es, Pl.-e): ⅛0 Quentchen Apothekergewicht. 1562 bei Mathesius Sar. 236 Gran oder körnlein, weil man etwan die kleinen Gewicht nach Poxhörnleinkörnern getheylet und geeicht hat, 236 b ein Karat (Gold) sol gradirt sein in vier Gran, ein Gran in dref Gren. Aus lat. gränum n. «Korn, Getreidekorny, dann im Mlat.(wo