753 Gottfried
Gracht 754
nov. gl. 35²). Gottestisch, m.: Altar, 1645 bei Zesen adr. Rosemund Nachschr. Gottes- urteil, n., 1775 bei Adelung.— 3) mit dem Pl. Götter-: Götterbild, n.:(bildl.) gött. liche Erscheinung, bei Goethe Iph. 2, 2.
Gottfried, Mannsname, ahd. Gota-, Goda-, Godofrid, zusammenges. aus Gott und Friede. Gotthard, ahd. Gotahart, zusammenges. aus Gott und hart. Gottlieb, ahd. Gotleip, asächs. Godoléf; das später zu lieh umgedeutete deib pedeutet der Zurückgelaßne, Sohn, Abkömm- ling», von leiben(s. bleiben).
gottlob, gottlos, gottselig usw., s. Gott.
Götze, m.(-n, Pl.-n): falscher Gott. Seit Luther 1520 in der Bed.«Bild eines Ab- gotts» und«Abgott», im 15. Jh. bei Rosen- plüt Fastnachtsp. 3, 1181 aus Holz ge- schnitztes Bildwerks, ebenso im Spruche von einem Dompropste zu Würzburg in der Münch-
ner Hdschr. von 1476 Bl. 125— 126 b der
Plur. gocze, gõöcze«geschnitzte Götterbilder» und 1594 bei Frischlin Nomencl. Cap. 157 simulachrum, effigies, Bildstock, Götz, ndl. 1598 godse. In übertragner Bed.«dummer, unbeholfner Mensch, Dummkopf» 1494 bei Brant Narrensch. 46, 14, Trochus 1517 G 3 b stultus gotze, H. Sachs Fab. 185, 112, Luther 8, 3192 J.; ferner«Schwächling» im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 5262 semivir gocze. Hilde- brand(Beiträge z. deutsch. Unterricht 129) erklärt Götze als«Hausgeist, Koboldy, dann «Abbild eines Kobolds»(s. Olgötze); bei Uh- land Volksl. 754 ist götze«der Hauskobold, traute Hausgotty. Götze ist Dim. von Gott (s. d.), wie Spatz von Spar, Petz von Bür, also gleichwertig mit mhd. götelin, gütel(s. Gütchen). Vgl. v. Bahder Btr. 22, 531 und auch Meringer Idg. Forsch. 18, 280. Z0S. Götzendiener, m., Götzendienst, f., beide bei Luther.
Gouvernänte, f.(Pl.-/): Erzieherin, Hof- meisterin. 1728 bei Apinus. Gouvernantin 1714 bei Wächtler. Aus gleichbed. franz. gouvernante f., eig. Part. Präs. zu gouverner cein Schiff steuern«, dann cregieren, leitenꝰ, von gleichbed. lat. gubernãre, gr. kußepvdv. Gouvernéur, m.(-s, Pl.-e): Statthalter, Befehlshaber. 1669 im Simpliciss. 51. Aus gleichbed. franz. gouverneur m., von lat. gubernãtor m.«Steuermann, Lenker, Leitery.
Grab, n.(-es, Pl. Gräber): Grube zur Totenbestattung. Mhd. grap, ahd. grab n. (Pl. grebir); dazu asächs.-mnd. und ndl. graf,
afries. gref, ags. grœf, graf n., engl. grave,
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.
anord. grf, schwed. graf f., dün. grav. Von graben(s. d.). ZUS. Grabmal, n., bei Luther. Grabschrift, f., 1562 bei Mathe- sius Sar. 294², Grabeschrifft bei Luther 8,
411² J. Grabstein, m., um 1480 im Voc.
inc. teut. k 2².
grabbeln, v.: herumtasten, herumgreifen (früher auch mit den Füßen herumfahren, was jetzt kKrabbeln(s. d.). Vielleicht mit diesem gleich, oder auch mit grapsen(s. d.) verwandt. In Norddeutschland.
Graben, m.(-, Pl. Gräben): sich hin- ziehend in die Lunge gegrabne Erdvertiefung. Um 1480 in Voc. inc. teut. k 1 5 graben, 1540 bei Alberus dict. A 2 Grab m., mhd. grabe, ahd. grabo m.; dazu and. grauo m., mnd. und mndl. grave m., got. graha f., anord. grõf f. «Höhle, Graby». Der umlautende Pl. Gräben schon im 16. Jh.(greben 1529 bei Liliencron 3, 597²2, 1531 bei Hedio Josephus Antiqu. 142a) statt des urspr. schwachen Pl. Graben (noch bei Voß II. 2, 153, Goethe 30, 134 1. H. = W. 33, 131, wo Gräben). Von graben, v. (Präs. grabe, grübst, gräbt, Prät. grub, Konj. grübe, Part. gegraben): mit einem scharfen oder spitzen Werkzeuge Vertiefungen machen. Mhd. graben, ahd. graban(Präs. grabu, grebis, grebit, Prät. gruob, Part. graban und ga-, gigraban); dazu andfränk. and. gravan, mnd. und mndl. graven, engl. grave, afries. greva, grova, ags. grafan, anord. grafa, schwed. gräfva, dän. grave, got. grahan. Urverwandt mit abg. greboh cich grabe, rudre, grobä m. «Grube, Grab», lett. grebt«schrapen, aus- höhleny». Dagegen wegen mangelnder Laut- verschiebung nicht mit gr. Tpdgetv ceinritzen, schreiben). Vgl. Grifrel, Grube, grübeln, Gruft. ZUS. Grabscheit, n.(-es, Pl.-e): Werkzeug zum Graben der Erde. Bei Licht- wer Fab. 4, 18 Grabescheit, bei Wieland Ob. 9, 23 Grabescheid. Mhd. grabescht, 1429 im Lib. ord. rer. 9 b grabschit n., zusammenges. mit ahd. scit n. chölzerner Stiel». Grab- stichel, m.: Werkzeug der Goldschmiede und Graveure, 1489 bei Brack g 2 b grabstickel. Grachel, f.(Pl.-n): die lange spröde Khrenspitze. 1755 bei Adelung. Schlesisch- auch«Spreu». Vielleicht zusammenhängend mit md.(13. Jh.) grach n., dessen Bed.«Ahren- feld nur Vermutung ist.
Gracht, f.(Pl.-en): Kanal. Niederdeutsch. Mnd. und mndl. gracht, graft f., mndrhein. gracht f. entsprechend mhd. graft f.«Graben⸗ zu graben.
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