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Gose 750
spätmhd. 1455 goltwäge f. RA. seine Worte auf die Goldavage legen, vgl. Sir. 21, 27. Golf, m.(-es, Pl.-e): Meerbusen. In der ersten Hälfte des 15. Jh. golffe(Altswert 228, 2), 1534 bei Franck Weltb. 209 b der Akk. Sg. Cholfen, 1562 bei Mathesius Sar. 201 b Golff. Aus gleichbed. franz. golfe, ital. golfo m., von gr.-spätlat. colpus m. Meer- buseny, gr. xé«noc m. Busen, Meerbusen. Gollicht(mit 5), n.(-es, Pl.-er): Talg-, Unschlittlicht. Ein durch Mitteldeutschland vom Rhein bis Schlesien, sowie durch die
Oberpfalz nach Franken und Schwaben sich
hinziehendes mundartliches Wort. Bei H. Sachs [I, 317„]) Goliecht, im 15. Jh. gollicht(Fol Fastnachtsp. 3, 1219) und Pl. golliechter (Schmeller? 1, 893), guliechte(Inventar Elsen von Holzhusen von 1410 im Archiv zu Frank- furt a. M.), gulliecht im Einnahme- und Aus- gabeverzeichnis des Klosters Marienborn bei Büdingen von 1493, aber bereits im 13. Jh. ndrhein. guleneke«Lichtwoche, Woche der Lichtmessey(Haupts Ztschr. 15, 516). Da- für umgedeutet obersächs.-posen. Gokellicht, schles. 1728 bei Stoppe Ged. 1, 188 Goock-
licht, zu mhd. gogelen chin und hergaukeln,
sich hin und herbewegen», also«Licht zum Leuchten beim Umhergehen im Hausey.
Gölse, f.: Schnake, s. Gelse.
Gondel, f.(Pl.-n): venetianisches Lust- schiffchen. 1664 bei Duez Gondel, Gondole, 1616 bei Henisch Gundel«ein Venedisch Schifflin», 1597 bei Wickram Rollw. 190,
2 Kz. Gundelle f., 1594 bei Frischlein Nomencl.
Kap. 171 das Dim. Gündelein n. Aus gleich- bed. ital. gondola f., dem Dim. von gonda f. Gondelb». Davon Gondelier, Gondolier, m., (“s, Pl.-e): Gondelführer. Aus gleichbed. ital. gondoliere m. 1703 im LZeitungslex. Gondolirer.
gönnen, v.: gerne sehen oder gestatten, daß jem. Gutes oder Ubles zukomme, er es habe. Bei Luther gönnen, gonnen, günnen, noch im 17. Jh. bei Fleming, Logau usw. günmen, mhd. gunnen, ginnen, ahd. gi-, geunnan, gunnen, asächs. giunnan, ndl. gunnen, ags. geunnan, von ahd. unnan«gönnen, vergönnen, erlaubenꝰ, ags. unnan, anord. unna(auch lieben), schwed. unna, dän. unde. Wegen der Ableitung Gunst (s. d.), wohl aus ans entstanden und vielleicht gehörig zu got. ganisan«genesen, gerettet wer- den, gr. veoua«kehre zurücks, aind. nsaté cgesellt sich», Grundbetonung wohl cheran- geheny. Das Präsens zeigt in der ältern
Sprache Präteritopräsensform: mhd. gan, noch bei Luther ich, er gan neben ich günne, ags. gean und an, anord. ann; das Prät. lautet ahd. gionsta und geonda, im einfachen Verb onda, asächs. gionsta, ags. geüde und äde, mhd. gunde, gonde, bei Luther gönnete und gönste, gunste, im 17. Jh. bei den Schlesiern gunte, noch bei Zacharii Ren. 263 vergonnte; das Part. Pass. mhd. gegunnen, gunnen, später gegunnet, auch gegunst, bei Luther gegonnt, schles. im 17. Jh. gegunt, ags. geunnen, anord. unnat. 4BL. Gönner, m., bei Luther Gonner, Gönner, mhd. gunner, günner, md. gonner; dazu Gönnerschaft, f., 1775 bei Adelung.
Göpel, m.(-s, Pl. wie Sg.): aus einer senkrechten Spindel bestehendes Hebezeug über der Grube zur Windung aus tiefem Schacht;(später) in der Landwirtschaft ein Triebwerk. 1546 bei Agricola de re metallica 483 Keppel, pyramis, aedificium super puteum extructum, ebenso 1562 bei Mathesius Sar. 222 u. 1962 Gepel das Gebäude, Zechhaus, worunter die Hebemaschine steht»(Bl. Ll 1 5b Gpel), 1594 bei Frischlin Nomencl. 112 Ge- pell«Roßmüll, machina tracta ab equis». Göre, f.(Pl.-n) und Gör, n.(Pl.-en): Kind, kleines Kind, Mädchen wie Knabe. Niederdeutsch. 1593 bei Helvig 144 Göre «Pomerani in contemptum pro infante», 1652 bei Lauremberg 2, 11 Gör f. Dazu engl. girl «Mädchens, mittelengl. girle; anders schweiz. gurrli n.«hübsches, schalkhaftes, lebhaftes Mädchen», welches Dim. von Gurre(s. d.) «Stutey ist. Göre ist von Möller Btr. 7, 542 mit gr. ropeevoc, lat. virgo f. verbunden, was trotz aller Einwände richtig sein kann. An- ders Holthausen Arch. f. neuere Spr. 107, 379 f. Gösch, m.(-es, Pl.-e) auf f.(Pl.-en): viereckige Flagge am Ende des Bugspriets. Niederdeutsch. Dazu ndl. geus, entlehnt schwed.-dän. gjös. Nach Falk-Torp identisch mit ndl. geus Bettlerꝰ.
Gosche, Gusche, f.(Pl.-n): Maul als niedriger Ausdruck. 1556 bei Frisius 432 ² Gosche«Schlund, Maul), ebenso bei H. Sachs Fastn. 85, 201, Fischart Garg. 337 und 1640 pei dem Schlesier Scherffer Grob. 139 u. 218, sonst in Mitteldeutschland Gusche f.(Günther 125). Vielleicht zu aind. ghogati«tönt, ver- kündet, ruft auss, ghögas m.«Lärm, Getönꝰ, aw. gaos chören», apers. gausa«Ohr».
Gose, f.: Weißbier, das angeblich in Goslar zuerst gebraut sein und von dem Flusse Gose, an dem Goslar liegt, den Namen tragen soll.


