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glotzen 742
adj.: rücksichtsvoll, mhd. gelimpflich, ahd. gilimflih, Adv. gilimflihho; dazu ags. gelinplic, adv. gelimplice«günstig gelegen.
glinstern, glinzen, s. Glanz.
glitsch, interj., bei Schiller Räuber 3, 2. Von glitschen, v.: mit größrer Geschwin- digkeit gleiten. Im mrhein. Voc. ex quo 1469 glitschen neben glitsen«ausgleitend fallen». Abgeleitet von gleiten(s. d.). Nach Campe von Wieland in die Schriftsprache einge- führt. Dazu glitschig, adj., 1691 bei Stieler. glitschicht; woneben 1768 bei Moerbeek glit- schericht, glitscherig.
glitzern, v.: kleine häufige, zitternde Licht- plitze von sich geben. Mhd. im 14. Jh. glit-
zern; dazu engl. glitter, anord. glitra-funkelno, gloria(Uhland Volksl. 576, erste Hälfte des
schwed. glittra, älterdän. glidre. Iterativ von ä,lternhd. mhd. glitzen«glänzen, woneben mhd. glitzenen, ahd. glizinon, ags. glitenian «glünzen, schimmern»; abgeleitet von gleißen (s. d.) wie die Subst. mhd.-ahd. gliz m., mhd. glitze f., anord. glit n. Glanze. 4B L. glitzerig, adj., 1537 bei Dasypodius, glitzericht 1540 bei Alberus dict. KK 3.
Globus, m.(Gen. Globus u. Globusses, Pl. Globen u. Globusse): drehbare künstliche Kugel, entweder die Erde oder den Stern- himmel abbildend. Im 16. Jh. aus lat. ꝗ9lobaus m.&Kugeln.
Glocke, f.(Pl.-n): hohle klingende Halb- kugel; Schlaguhr, Uhr(z. B. Glock drei cgenau 3 Uhr,, bei Voß Briefe 1, 96, eig. so die Glock zehne schlegt 1540 bei Hug Rhetorica 141*). In der 1. Bed. mhd. glocke, glogge f.(auch Glockenrock, Limb. Chron. 39, 5 von 1350), ahd. glocca, glogga f.; dazu and. qlogga Glockes, mnd. klocke f.(auch«Uhr, Stunde»), mndl. klock, ags. clugge(engl. clock aus dem Ndl.), anord. Klokka, Klukka, schwed. klocka f., dän. klocke. Aus mlat.(8. Jh.) clocca, cloca f. cKirchenglocke»(woher auch franz. cloche, prov. eloca, clocha f., russ. kõlokolu m. cGlocke, Schelle», dafür ital. campana f.), entweder aus dem Keltischen(air. cloc m., kymr. cloch f.) oder onomatopoetisch oder nach Schuchardt, aus lat. clocca aus cochlea f.«Schnecken- turm». 4L. Glöckehen, n., md. im 14. Jh. glockichin. Glõekner, m.: Küster, Türmer, mhd. glockencœre, gloggenære, woneben im 15. Jh. glookler, gloggler m. ZUS. Glocken- blume, f., 1482 im Voc. theut. nn 6 b e,6 glockenplum. Glockengießer, m., mhd. glockengießer, mnd. klockengeter m. Glocken- joch, n.: Querholz, woran die Glocke zum
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Bewegtwerden im Glockenstuhle befestigt ist, 1482 im Voc. theut. 1 2° glockenjoch, ahd. gloccun joch. Glockenspeise, f.: Glocken- metall, mhd. ocke-, Nlockenspise, mnd. Klocken-, klockspise f. Glockenspiel, n.: zum Spielen einer Melodie harmonisch gestimmte Glöck- chen, 1691 bei Stieler Klockenspiel. Glocken- stuhl, m.: Gestell, Gebälk, worin die Glocke hängt, 1703 bei Weismann 161². Glocken- turm, m., mhd. glockenturn.
Glorie, f.(Pl.-n): Ruhm, Herrlichkeit; Strahlenschein um eine Gestalt, Heiligenschein. Mhd. glörje, später auch glöri f., aus lat. Roria f. Ruhm». Dem kirchlichen Rufe gloria in cæcelsis deo(Luk. 2, 14) entlehnt ist der Zecherruf beim Anstoßen gling glang
16. Jh.). gloriieren, v.: sich rühmen(Goethe 8, 32), mhd. glõrieren«prangen», von lat. gloridri«sich rühmen, großtun». ZUS. glor- reich, adj., 1759 bei Lessing 2, 105. glor- würdig, adj., 1691 bei Stieler.
Glosse, f.(Pl.-/): beigefügtes, erklären- des Wort, erklärende Bemerkung, auch Neben- bemerkung(Lessing 1, 476), hämische Be- merkung. Mhd. glöse f. erklürende Anmer- kungy, aus gr.-lat. glõssa f.«veraltetes oder fremdartiges und daher der Erklärung be- dürfendes Wort», gr. Töcca f., eig.«Zunge, Sprache». Glossür, n.(*s, Pl.-e und Glos- sarien): Erklärungswörterbuch, mhd. im 12. Jh. gõsũr n., aus lat. glossãrium, glôsãrium n. Wörterbuch zur Erklärung veralteter oder fremdartiger Ausdrücke«. glossieren, v.: wozu Glossen machen, mhd. glõsen und glö- sieren«auslegenꝰ, aus gleichbed. mlat. glosare.
glosten, v.: glühen(Schiller Räuber 2, 1), glimmen. Schweizerisch-Schwäbisch. Mhd. glosten neben glosen«glühen, glänzen?, wie mhd. glose f.«Glut, Glanzy neben gloste, lost f. «Glut, Hitzey. Verwandt mit Glast, Glanz (s. d.). Auch in der Bed.«mit leuchtenden Augen sehen, scharfhinsehen»(Musaus Volksm. 1, 13 glosten, Physiogn. Reisen 2, 30 glostern, um Magdeburg glustern, vgl. götting. glaster Mensch mit lebhaften, feurigen Augen», west- fäl. glüren einen mit den Augen scharf an- sehen?).
glotzen, v.: starr sehen. Mhd. glotzen; dazu engl. gloat chämisch blicken, anstarren), anord. glotta«spöttisch lächeln», vgl. dän. glo und schwed. glo«glotzen» unter glau. Vielleicht urverwandt mit abg. gledéti, gledati cschauen». Im Gedanken an Klotz(s. d.)
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