Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
737-738
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737 Gleimchen

Gletscher 738

gleichnamig, adj., 1537 bei Dasypodius gleichnämig als Ubersetzung des gr. Jat. ho- mongmum, ahd. gelamamig aequivocus». gleichseitig, adj., 1691 bei Stieler. gleich- wichtig, adj.: von gleichem Gewicht, 1616 bei Henisch. gleichwie, adv. und konj., bei Luther gleich wie. gleichwohl, adv. und konj. der Entgegensetzung, bei Luther gleichavol, im 15. Jh. glicheewol«in gleicher Weises(Griseldis 5, 11 Schröder), 1435 gliche- wol«trotzdem? und 1444 glichebol obgleich» (Germania 28, 368). gleichzeitig, adj., 1796 bei Adelung.

Gleimchen, n.(-s, Pl. wie Sg.): Glüh- würmchen, Johannisfünkchen(1802 bei Voß

Ged. 1, 330). Norddeutsch. 1540 bei Alberus und gleysener. Gleisnerin, f., mhd. glich-

dict. Xx 2 ² sant Johans gleimchin, mhd. glime und gleime, gleim m., ahd. glimo und gleimo m.«Glühwürmchen»(woher der Eigen- name Gleim); dazu asächs. glimo m. Glanz, Schimmer», nd. glem m.«Lichtstreifen»(Groth Quickborn 215), ags. Glæ&m m. Glanz», engl. gleam aStrahl, Glanz». Zu mhd. glömen cleuchten». Vgl. glimmen.

Gleis, n.(es, Pl.-e): Weg-, Radspur.

Gekürzt aus Geleise, 1678 bei Krämer Ge- leiß, Gleiß n. Mhd. vereinzelt geleis f. und Blätter.

1311 geleise n.(Weist. 1, 761, 18), gewöhn-

lich leise, leis f., ahd. aganleisa f., daher

noch mundartlich und bei Goethe 1, 295 1. H. Gleise f., W. 1, 265 Geleise, wie 1616 bei Henisch Oleisse f. und pei Stieler 1691 Gleiße f. Gleichen Stammes wie mhd. leist, got. laists m.«Spur(s. Leisten). Urverwandt mit lat. lira f.«Furche», lit. Isé f.(apreuß. 1/S) und abg. lecha f.«Beets.

Gleisen, Pl.: Parallellinien. Neubildung der jüngern LZeit.

gleisen, v.(Prät. gleiste, Part. gegleist): sich einen trügerischen Schein geben. Her- vorgegangen aus älternhd. gleichsen, mhd. gelichesen, gellhsen, glihesen, ahd. galihhisön ceinem gleichtun, sich stellen, sich verstellen, heucheln» und Ihhisön«vergleichen, sich ver-

stellens, abgeleitet von ahd.-ih, und gelih( «gleichs(s. d. und-lich), woneben das weiter-(

gebildete gleichbed. Zeitwort mhd. gelichsenen, frühnhd. gelichsenön(Spec. eccl. 144, 7), ndl. 1598 ghelijlsenen, nhd. 1616 bei Henisch gleichbnen und gleißnen. Die Lautanglei- chung des ch zu s erfolgte durch md.-nd. Einwirkung(wie in einem titellosen mystisch- allegor. Gedicht von 1486 Bl. a 7b rSßnen statt mhd. richsenen cherrschen?, md. osse

weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl.

für mhd. ohse Ochse»), daher zunächst md. 1343 in Beheims Evangelienbuch Luc. 20, 20 u. 47 glisen cheucheln?, 1477 clevisch glyssen. Die dadurch nahegelegte Vermischung mit gleißen(s. d.) schon bei Luther. 4 BL. Gleisner, m.(-s, Pl. wie Sg.): Heuchler, bei Luther Gleissener, Gleyßner, um 1480 im Voc. inc. teut. h 62 gleisner oder gelisner, im 15. Jh. Reichsner, geleichsner, mhd. ge- Uchsencœære, glichsener(Berthold 62, 4) neben gelichesære, ahd. lhhisäri und gelichisäre, md. 1343 MNisenére und im 12. Jh. glissencere m.(Fundgr. 1, 153, 25), sowie mit Anlehnung an gleißen früh im 14. Jh. md. Aizenére (LfdA. 9, 258 f.); dazu mnd. isenere, glissener, clevisch 1477 glyssener, ndl. 1598 ghelijksener

senerin. Gleisnerei, f., bei Luther Gleis- nerey«*, md. 1343 glisenerie f.(Beheim Evan- gelienbuch Matth. 23, 28); dazu clevisch 1477 glyssery, mnd. aber Mytzerie, gleuzerie f. gleisnerisch, adj., 1616 bei Henisch. Gleiß, m.(-es, Pl.-e), auch Gleiße, f. (Pl.-n): Hunds-, Glanzpetersilie, lat. aethusa cynapium. 1561 bei Cordus Gleiß, Glyssen, 1588 bei Tabernämontanus Gleihpeterlin. Be- nannt nach dem Glanz der untern Seite der Denn mhd.-ahd. gliz m. und mhd. glize f.«Glanzy, von gleißen(s. d.). gleißen, v.(Prät. glit, Plur. glissen, Konj. glisse, Part. geglissen, auch schwach gleißte, gegleißt): blendendes Licht oder augenblen- denden Schein von sich werfen. Mhd. glizen (Prät. eiz, Plur. glizzen), ahd. glizan; dazu asächs. glitan, ags. Alitenian neben glisian, lisnian(afries. glisa), anord. glita, got. glit- munjan«glänzeny». Eine Weiterbildung ist Ritzern(s. d.). Vgl. Glatze, Glanz. Verwandt ist wohl gr. udy m. Schmuck, Prunks, INidn f.«Weichlichkeit, Uppigkeit». gleiten, v.(Prät. glitt, Konj. glitte, Part. geglitten): ausrutschen; sich glatt und leise worüber hinbewegen. Aber nhd. auch in schwache Biegung übergegangen, Prät. gleitete Lessing 2, 9, j. Goethe 3, 290), Part. gegleitet Stieler hochd. Sprachk. 157, Schiller Tell 4, 3). Mhd. starkflekt. gliten(Prät. leit, Plur. gliten), mndrhein. gliden; dazu asächs. glidan, mmd. gliden, mndl. glijden, afries. glida, ags. glidan (Prät. glãd, Plur. glidon), engl. glide. Ver- wandtschaft mit glatt(s. d.) ist möglich, wenn man von einer indogerm. Basis*ghlejädh aus- geht. Gletscher, m.(-S, Pl. wie Sg.): Eislager 47