Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
735-736
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735 Glaubrecht

gleich 736

Glauber(† 1668) gefunden und in seiner Schrift de natura salium 1658 empfohlen. Glaubrecht, Mannesname. Ahd. Glaupe- raht, zusammenges. mit lau(s. d.) und-hert. glauch, adj.:(bergmänn.) von weißblauer, dem Schimmel ähnlicher Farbe(1741 bei Frisch), dann(weil dergleichen Gestein ge- haltlos ist) taub, ohne Erzgehalt(1693 bei Schönberg 2, 45), aber 1562 bei Mathesius Sar. 105 in der Bed. glänzend, schimmernd'ꝰ, mhd. glüche, noch tirol. lauch chell, glän- zendy. Verwandt mit gluh, glühen(s. d.). Glecke, f.(Pl.-n): die von der Sichel oder Sense niedergelegte, noch nicht zusammenge- bundne Garbe auf dem Acker. Westmittel- deutsch. Entstanden aus Gelege(henneberg. im 18. Jh. Geleg n., Weist. 3, 582, noch thüring.-hess.); dazu ndl. 1598 ghelegge Garbes, vläm. geleg n.(Pl. geleggen). Von ahd. gilegan, geleckan«niederlegeny, mndl. ghelegghen. gleich, adj.: in den Merkmalen völlig übereinstimmend; geradlinig. Noch bei H. Sachs geleich, mhd. gelich, glich, ahd. gGa-, gilih; dazu asächs. gilic, mnd. gelik,

ndl. geliſle, afries. li, ags. gelic, engl. line, Adv. same, sam eben wie, als ob», ahd. und

anord. Nr und Ml'er, schwed. likt, dün. lig, got. galeiles. Das Adv. gleich, mhd. geliche, Riche, lich, ahd. galihho, im 11. Jh. glicho, asächs. gilico, afries. lic, einmal gelic, ags. gelice, anord. lira. Gewöhnlich erklärt als «von übereinstimmender(Leibes-) Gestalt», indem man das Stammwort leich(mit ge- kürztem Vokal in Adj.- und Adv. Zusammen- setzungen-lich, s. d.) mit mhd. lich f.«Leib, Körper, Leibesgestalt»(s. Leiche) zusammen- bringt. Auf der andern Seite zieht man als urverwandt heran lit. Ugus, apreuß. polligun, polggu, lett. Iidaæ«gleich». Beides zusammen geht nicht.„gleichen in meines-, deines- RNeichen usw. ist erstarrter schwachfiekt. Genitiv, gebraucht für alle Kasus und Ge- schlechter, wührend mhd. min geliche(Akk. manen gelöchen), ahd. man gilicho(Nom. Pl. mine gilichon) regelrecht flektiert wurde oder men usw. als Gen. des Personalpronomens un- flektiert blieb, daher noch bei Luther(Hiob 1, 8. 2, 3. 9, 32) sein gleiche, mein gleiche. 4BL.(vgl. auch Gleisner): Gleiche, f: Gleichheit, völlige Ubereinstimmung(2. Kor. 6, 16), mhd. geliche f.«Gleichheit, Gleichnis', ahd. gelich f. gleichen, v.: gleichsein; gleichmachen. In der 1. Bed. mhd. ge- lichen, im 14. Jh. geleichen, md. glichen; in der 2. Bed. mhd. gelchen, ahd. galihhan cgleich-

stellen», got. galeilrtön«vergleichen, das Gleiche tun, nachahmeny, refl.«sich gleichstellen». Die urspr. schwache Flexion trat im 17. Jh. (Moscherosch Phil. 2, 605) bei der 1. Bed. in die starke über(Prät. glich, Part. geglichen), wohl nach der Ahnlichkeit von bleichen, schleichen, streichen, weichen, blieb aber in der Bed.«gleichmachen» erhalten(Prät. gleichte Schiller Hero 9, Part. gegleicht Thümmel Reise 2, 156). Gleicher, m.(-s): die gleichweit von den Polen entfernte Mittellinie der Erde, Aquator, 1741 bei Frisch, aber bei Stieler 1691 in der Bed.«in gleiche Teile Teilen- der, Gleichmachery. Gleichheit, f., bei Luther Gleicheit, mhd. gelöcheit. Gleichnis, n.: Ebenbild(Schiller Braut v. Mess. v. 910); vergleichende bildliche Rede, Parabel, bei Luther Gleichnis n. und f., mhd. gelichnisse, nus f. n.«Gleichheit, Bild, Vorbild, bildliche Rede», ahd. galihnassi,-nessi, gilihnussi,-nissi f. n. und gilihnissa f. gleichsam, adv.: in Vergleich oder voller Ahnlichkeit zutreffend, bei Luther Aeich sam«gleich alsy», mhd. geliche sam, aus zwei Adv. zusammenge- schoben, denn das zweite Wort ist das mhd.

asächs. sama, samo ebenso, ebenwiey, ags. same, urverwandt mit gr. öuöc, aind. Sama, aw. hama-, häma-«derselbe, gleich». Glei- chung, f., mhd. gelchunge f.«Vergleichung, Khnlichkeit; arithmetisch und astronomisch 1716 in Wolffs mathemat. Lex. ZUS. gleich- artig, adj., 1775 bei Adelung. gleicher- mafßen, adv., eig. zusammengeschobner Ge- nitiv, 1525 in Reichsordn. 128 b gleicher massen. gleichfalls, adv., bei Henisch 1616 gleich- fals, 1582 bei Fischart Garg. 333 gleichsfalls, 1557 bei Sleidanus(übers. v. Stamler) Neiches falls. gleichförmig, adj., mhd. im 14. Jh. Michförmig(Gottesfreunde 34). Gleichge- wicht, n., 1727 pei Hübner, 1728 bei Brockes ird. Vergn. 3, 207. gleichgültig, adj.: gleich- viel geltend(1678 bei Krämer); unerheplich, unbedeutend(1691 bei Stieler); übertragen auf den Menschen, dem alles gleichgültig, unerheblich ist(1775 bei Adelung, Schiller Räuber 4, 2). Gleichmaß, n., 1678 bei Krämer. gleichmäßig, adj., bei Luther und 1525 in Reichsordn. 128 b. Gleichmut, m.: gesetzte, aufregungslose Seelenstimmung, 1691 bei Stieler; gleichmütig, adj., in Luthers Postille 1528 gleichmülig gleichge- stimmtꝰ, das Adv. Neichmätixlich«mit Gleich- mut» 1514 bei Keisersberg Klappermaul 80 b.