Teil eines Werkes 
1. Band (1909) A bis K
Entstehung
Seite
733-734
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733 glatt

Glaubersalz 734

glatt, adj.(Komp. glatter, glätter, Sup. glattest, lttest, in Osterreich nur die erstern): glänzend eben; zum Gleiten eben. Mhd. und ahd. glat in beiden Bed., im Ahd. auch«leuch- tend» von der Sonne(Otfrid 2, 1, 3); dazu asächs. gladmõd cfrohmütig», ndl. bei Kilian glad aglühend, glänzend», glat cglatt, fröh- lich, angenehm», afries. gled«glatt» ags. œd«glänzend, dann«froh, angenehm,o, engl. glad«fröhlich, anord. gladr«glänzend, froh, erfreulich», schwed.-dän. glad. Gleichen Stammes wie Glast und Glanz(s. d.), ur- verwandt mit abg. gladüki«glatt», lat. glaber «glatt», vielleicht auch mit lit. glödäs«glatt anliegendy, apreuß. glosto«Wetzstein. Der Komp. ohne Umlaut bei Luther glater, der Superl. bei Goethe 31, 70 glattest, wie ahd. glatest, aber schon 1555 bei Wickram mit Umlaut glettest. Das Adv. glatt, ahd. glato«gläůnzend, mhd.-at ceben», nhd. in übertragner Bed.«ohne daß auch nur etwas bleibt, ganz und gar», bei Frisch mit Beleg aus dem 16. Jh. 4B L. Glätte, f.: Ebenheit, mhd. glete f., aber ahd. glati Klte, Frost⸗(Steinmeyer-Sievers Gl. 1, 6, 6); in der Bed.«glasartige glänzende Bleischlacke, die sich fettig anfühlt⸗ bereits 1482 im Voc. theut. 1 12 glett f., 1557 bei Agricola Bergw. S 22 Glette, die rotgelbe heißt Goldglätte, die hellgelbe Silberglätte(bei Duez 1664 Golde, Silberglette). glütten, v.: glatt machen, 1482 im Voc. theut. 112 gletten; davon Glätter, m.: Hobel(glatt machendes Werkzeug), 1662 bei Stoer 210 b. ZUS. Glatteis, n., 1616 bei Wallhausen Corp. mil. 221 Gladeyß, 1598 bei Colerus Hausb. 2, 33(E 1) Glateis. Glätt- holz, n., 1678 bei Krämer Glättholtz«Buchs- baumglättholz des Schuhmachers».

Glatze, f.(Pl.-n): haarlose Stelle auf dem Kopfe. Bei Luther. Mhd. glaz, glatz m. Kahlkopf», auch obere Kopffläches. Im Ablaut dazu das gleichbed. älternhd. Glitze f. (1624 bei Opitz Poet. 12, 1664 bei Duez), mhd. glitze f.-Glanz»(neben gliæ m.), dann Glatze. Vgl. gleißen. 4 BL. glatzig, adj., im 15. Jh. Aatzig bei Diefenbach gl. 91, bei Dasypodius 1537 glätzig, mhd. glatzeht, glatzet. 2ZUS. Glatzkopf, m., 1517 bei Keisersberg Emeis 46 b.

glau, adj.: geistvoll, scharfsichtig, klug. Nur noch in Niederdeutschland. und gilau(flekt. glauér), mhd. nur in glou- heit f., asächs. glau(Akk. glauawon); dazu ags. éaw ceinsichtsvoll, klugs, anord. qöggr«sorg-

Ahd. glau

fältig, genau, deutlich», norw. glögg«scharf- sinnigy, got. Adv. Nlaggev, laggwuha«genau, sorgfältigs. Zusammenhang mit ahd. gluoan, ags. gloôwan«glühen», anord. glõôga cleuchten, glühen», dän.-schwed. glo«scharf anblicken, glotzen ist möglich. Brugmann Ber. der sächs. Ges. d. W. 1897, 23 vergleicht lit. Evilgéti aglänzen, blicken». Vgl. Glaacbrecht.

Glaube, m.(-n/s, Pl.-n), seit dem 18. Jh. auch Glauben, m.: Fürwahrhalten aus Hin- geneigtsein; die Gott zugeneigte Gesinnung; Inbegriff der einer Religionsgemeinschaft eignen wesentlichen Lehren von Gott und dem, was mit ihm in Verbindung steht. Mhd. geloube, gloube, ahd. giloubo m., woneben das Fem. mhd. gelouhe, gloube, ahd. gilouba, gloubaf.: dazu asächs. gilobo m., mnd. gelove, gelõf, ndl. geloof, ags. geléafa m. Im Alternhd. und Mnd. auch kaufmännisch«Kredit»(noch 1678 pei Krämer auf Glaub auf Borgo), vgl. Gläu- biger. Von glauben, v.: für wahr halten, mhd. gelouben, glouben, auch gleuben(daher bei Luther gleuben und im 17. und 18. Jh. bei Lohenstein, Freyer, Haller 17 und 208 gläuben), ahd. gilouban, galauban, glouben; dazu asächs. gilöbian, mnd. geloven, ndl. ge- looven, ags. gelyfan, gelé fan, got. galaubjan; daneben das Adj. galaufs«schätzbar, wert- volly, so daß glauben also wohl bedeutet «für wertvoll halten). Anders Kluge Zfd W. 7, 169. Gleichen Stammes wie erlauben(s. d.), und wie Lob und lieb(s. d.). gläubig, adj., bei Luther gleubig, ohne Umlaut glaubig bei Henisch 1616 und als Adv. bei Schiller Räuber 2, 1, mhd. geloubec, glouhic, im 14. Jh. gläubig, ahd. giloubig, gloubig, asächs. gilobig(in un- gilõbig); daher Gläubiger, m.: Kreditgeber, der auf Treu und Glauben(s. d.) Verborgende, Glauben Habende, um 1480 im Voc. inc. teut. h 6 b gleubiger, 1510 im Cod. dipl. Siles. 20, 178 gelaubiger, 1420 bei Schröer Vocab. 605 glouber. 4 BL. von Glaube: glaubhaft, adj., mhd. geloubehaft, gloubhaft. glaublich, adj., 1537 bei Dasypodius glaublich, bei Luther gleublich, wie 1426 gleꝛwblich(Germania 28, 368), mhd.-ahd. geloublich, Adv. ahd. gilaup- Uihho, gloublicho. ZUS. glaubwürdig, adj., bei Luther 8, 150 W. glauhwirdig, im 15. Jh. glaubwurdig(Nürnb. Pol.-Ordn. 135); davon Glaubwürdigkeit, f., 1541 bei Frisius 698° Glaubꝛwirdigkeit.

Glaubersalz, n.: weißes abführendes Salz, eine Verbindung von schwefelsaurem Natron und Kalk, von dem Arzt Johann Rudolf