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Guitarre, f.(Pl.-n): die spanische Zither. 1714 bei Wächtler, Kitarre 1615 bei Alber- tinus Landstörtzer 453. Aus span. guitarra, franz. guitare, ital. chiĩtarra f., von gr.«ibdpa f., nicht von dem aus dem Griechischen ent- lehnten lat. cithara f., das zu ital. cetera, cetra, prov. cidra, citola, afranz. citole f. wurde, woraus mhd. aitöôle, zitöl f.
Gitter, n.(*s, Pl. wie Sg.): Werk aus verschränkt verbundnen Stäben. Spätmhd. im 15. Jh. giter, gitter, mhd. geter n., Neben- form von Gatter(s. d.). Vgl. Gegitter. 4 L. gittern, v., spätmhd. in vergitern.
Glacéhandschuh, m.: Glanzhandschuh, Handschuh aus feinem Leder. Aus gleich- bed. franz. gants glacés pl. in der neuern Zeit. Racé ist Part. von franz. glacer, abgeleitet von lat. glacies f.«Eis⸗, also eig.«übereisen), dann«glänzend machen». glacieren, v.: gefrieren machen; glünzend machen, aus franz. glaser s. o. Mit glasieren(s. d.) zusammen- gefallen.
Glacis(spr. Glaßi), n.(Gen. u. Pl. eben- so, spr. Glaßis): sanfte Abdachung der äußern Brustwehr, die Feldbrustwehr. 1712 bei Hübner, aus franz. glacis m. Gleite, Ab- dachungy, von afranz. glagoier, glacier cgleiten», zu lat. glacies f.«Eis, Eisflächey, mlat. 1270 Ratia f.«Flüche, Abdachungy.
Glander, f.(Pl.-/): Gleitbahn auf dem Eis, Eisscholle. Ober- und niedersächsisch, 1775 bei Adelung, 1767 im Brem. Wb., zu spätmhd. Alinden«gleiten». Thüring. Gländer, Glenner, hess. Glãner f. Anders mhd. lander m. Glanz, Schimmer», Abstraktbildung zum mhd. Adj. gander«glänzend, schimmerndy, das mit Glanz(s. d.) verwandt ist. 4BL. glandern, v.: auf dem Eise schleifen, 1781 bei Kindleben.
Glanz, m.(-es): in hohem Grad aus- strömendes oder zurückgeworfenes Licht. Mhd. glanz m., nebst dem Adj. mhd. und ahd. glanz«glänzend»; ins Ndl. entlehnt glans m., bei Kilian 1598 glants. Stammverwandt mit den gleichbed. mhd. Substantiven glanst m., glins m., Ninster n. m., linstere f., glander m.(s. Glander), sowie Glast(s. d.) und den Verben mhd. und älternhd. glinzen«glänzen, schimmern», glintzern(1562 bei Mathesius Sar. 140 b, gelinzern bei Harff 158, 18 um 1500), mhd. glanstern, glinsten, glensten, glin- stern, glinsen, glunstern«glänzen, strahlen. Zu dieser Sippe gehören wahrscheinlich eine große Anzahl mit gl anlautender Worte, ohne
daß man über ihr gegenseitiges Verhältnis ins klare kommen könnte. Zu der Basis gland zunächst wohl abg. gledati«sehenꝰ, zu einer nasallosen Form glast(s. d.), vielleicht, auch Glas(s. d.). Von einer Wurzel mit i-Vokalismus stammen gleißten(s. d.), glitzern (8. d.), Gleimchen(s. d.), Glimmer(s. d.), Rimumen(s. d.), von einer é-õ-Wurzel glühen G. d.). 4BL. glänzen, v.: leuchten, mhd. Renzen(auch glünzend machem), ahd. glanzen, lenzen, ndl. bei Kilian glantsen. glänzig, adj., im 15. Jh. glantzig(Diefenb.-Wülcker).
Glas, n.(es, Pl. Gläser): aus dem mit, Pottasche oder Soda geschmolznen Kiesel ent- standne harte durchsichtige Masse; Gefäß daraus. In beiden Bed. mhd. und ahd. glas n.(im Ahd. auch Bernstein»); dazu and. glas, gles, ndl. glas, ags. glœs n.(woneben glœr n.«Bernstein, Baumharzs), engl. glass, anord. gler n.«Glas»; ins Lat. aufgenommen glesunm n. Bernstein». Vielleicht zu Glast und Glanz(s. d.). 4BL. glasen, v., mhd. in er- und verglasen. Glaser, m., mhd. glasœre, glaser, 1517 bei Trochus F 4 b gleßer. gläserig, adj., 1562 bei Mathesius Sar. 275 b Resericht. gläsern, adj., bei Luther glesern, ebenso im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 624a, mhd. gleserin, aber gewöhnlich mhd. und ahd. Aesin. glasig, glasicht, adj., um 1500 Nlaßig(Diefenbach gl. 624 ²), ndrhein. 1495 gasich(Kölner Gemma R 1²). ZUS. Glas- fenster, n., mhd. glase-, glasvenster. Glas- fluß, 1775 bei Adelung. Glasglocke, f., 1808 bei Campe. Glashütte, f., spätmhd. Anfang des 14. Jh. glashütte(Habsb. Urbar- buch 44, 21). Glasmaler, m., im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 2, 606, 4. Glasscheibe, f., spätmhd. 1495 glasschöbe.
glasieren, v.: mit einer Glasmasse über- ziehen. 1562 bei Mathesius Sar. 1442 und schon spätmhd. Hasieren, mit fremder Endung statt glasen. Dafür bei Luther Sirach 38, 34 und 1678 bei Krämer glasuren, von Glasür, f.(bei Krämer), das ebenfalls von Glas mit fremder Endung gebildet ist.
Glast, m.(-es): Glanz. Nur noch obd. und dichterisch(Goethe 6, 218). Mhd. last m.(woneben gleichbed. gleste f. und glester
m.), gleichen Stammes wie Glanz(s. d.) und
anord. glœsa«glünzend machen», glcæsiligr «glünzend, leuchtendy. Dazu glasten, v.: glänzen, mhd. glesten, spätmhd. glasten, im Ablaut stehend zu glosten(s. d.) und spät- mhd. glusten(Fastnachtsp. des 15. Jh. 1302).


